Tor für Leipzig zum 0:2. Torschütze Timo Werner (11, RB Leipzig) jubelt.
Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche

Fußball | Interview RBL-Angreifer Werner - Stehe wieder voll im Saft

Nationalstürmer Timo Werner hatte mit seinem Doppelpack gegen Hertha BSC maßgeblichen Anteil am 3:0-Erfolg von RB Leipzig in der Hauptstadt. Im Interview spricht er über seinen dicken Fuß, seine ansteigende Form und das beliebteste Computerspiel in der Mannschaft.

Tor für Leipzig zum 0:2. Torschütze Timo Werner (11, RB Leipzig) jubelt.
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Frage: Timo Werner, erstmal Glückwunsch zum 3:0 in Berlin. Wie geht es Ihrem Fuß?

Timo Werner: "Ja, der ist ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen. Das ist beim 1:0 passiert. Ich weiß selbst gar nicht, wie ich den Ball reingemacht habe, irgendwie mit dem Knie oder so. Beim Schuss habe ich mir den Fuß an der Stolle angehauen. Er ist jetzt ist blau und dick, hat aber 70 Minuten gehalten. Deswegen alles gut."

"Der Fuß ist blau und dick, hat aber 70 Minuten gehalten"

Timo Werner

In der Halbzeitpause wurden Sie medizinisch behandelt und haben anschließend das 2:0 erzielt. Da ging beim Torjubel ein ganz besonderer Dank an die Physiotherapeuten, oder?

Timo Werner: "Wir hatten in der Kabine ein bisschen geflachst, weil der Fuß so dick war und sich die Frage stellte, ob ich überhaupt weiterspielen kann. Die Physiotherapeuten haben gesagt, dass ich natürlich weitermachen kann. Aus Flachs hatten sie noch gesagt, wenn ich ein zweites Tor erziele, soll ich zu ihnen kommen. Daran habe ich mich beim Torjubel ganz leicht erinnert und bin auch hingegangen (lacht)."

Timo Werner (RB Leipzig) verletzt beim Spiel Hertha BSC gegen RasenBallsport Leipzig im Olympiastadion Berlin.
Timo Werner wird vom Arzt und Physiotherapeuten am Fuß behandelt. Bildrechte: imago/Eibner

Es ist mittlerweile das sechste Spiel in Folge zu Null und vorne läuft es für die Mannschaft und für Sie auch wieder besser. Woran liegt das?

Timo Werner: "Unser größtes Manko in den letzten zwei Bundesligaspielen waren die fehlenden Tore. Das haben wir gegen Hertha abgestellt. Natürlich hatten wir auch Glück, dass wir vor der Pause in Führung bleiben. Dennoch machen wir gerade alle gute Arbeit. Wir haben den Ball sehr gut über mehrere Stationen direkt nach vorne gespielt und wurden wieder belohnt. Ich glaube, das ist der richtige Weg - das macht Vorfreude auf mehr!"

Man sieht Sie sehr oft im Mittelfeld auf der Außenbahn, wenn Sie die Bälle abholen und anschließend die Angriffe einleiteten. Ist das eher Ihr Spiel als vorne in der Spitze?

Timo Werner: "Der Trainer gibt mir etwas mehr Freiräume und wir spielen ein anderes System, so dass ich mich besser freispielen kann. Da die Berliner am Anfang auf Manndeckung spielen wollten, wäre es doof gewesen, wenn man sich vorne stur hinstellt und wartet, bis der Ball kommt. Ich glaube, das hat man gegen Augsburg gesehen, dass dies nicht klappt. Wir waren heute aber viel variabler unterwegs. Nicht nur ich, sondern auch Bruma und Cunha haben sich gut bewegt und das macht es für Kampl, Sabitzer sowie auch für Demme einfacher, Anspielsituation zu finden und  anschließend wieder Räume für sich selber zu schaffen."

In der letzten Saison gab es durch die Rotation häufiger Substanzverlust in der Bundesliga nach Spielen in Europa. Das ist in den letzten Wochen überhaupt nicht der Fall, das Team ist immer stabil. Ist der Kader stärker oder verstehen Sie sich einfacher besser?

Timo Werner: "Nein, der Kader ist nicht besser. Wir haben ähnliche Spieler wie letztes Jahr.  Die Rotation hält sich aber in Grenzen. Es sind jetzt nicht mehr acht oder neun Spieler, die gewechselt werden, sondern nur noch zwei bis drei. Es ist leichter zu verkraften, wenn nicht jedes Mal mehrere neue Spieler neben dir auf dem Platz stehen."

"Der Kader ist nicht besser. Die Rotation hält sich aber in Grenzen"

Timo Werner

Sie haben mit den zwei Toren gegen Hertha Ihren mittlerweile vierten Doppelpack der Saison erzielt. Wie lässt sich das erklären?

Timo Werner: "Das kann ich gar nicht erklären. Ein großer Dank geht aber an die Mannschaft, beispielsweise an Bruma, der das 2:0 super vorbereitet hat. Egal wer spielt, jeder gönnt dem anderen den Erfolg und freut sich für auch für ihn. Wir sind mittlerweile eine wirkliche gute Gemeinschaft."

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sind Sie jetzt besser im Rhythmus, oder?

Timo Werner: "Das hat weniger mit dem Rhythmus zu tun sondern mehr mit der WM. Wir waren zwar nicht lange dabei, aber trotzdem hat sich das bemerkbar gemacht. Ich bin fünf Wochen nach allen anderen ins Training eingestiegen. Ich war immer mal wieder angeschlagen und war auch zu Saisonbeginn nicht richtig fit. Jetzt stehe ich aber wieder voll im Saft. Das fühlt sich gut an."

Können Sie zum Abschluss noch Ihre spezielle Jubelpose beim Torjubel erklären?

Die ist aus dem Computer-Spiel, was wir derzeit alle spielen. Wir sind da sehr im Fortnite-Wahn. Es macht uns allen Spaß und wir rücken als Team näher zusammen. Auch wenn es nur vor der Konsole ist, wir haben außerhalb des Platzes Spaß und reden miteinander. Das ist viel wert.

Vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Marcus Teichmann.

Fußball | Bundesliga Hertha BSC gegen RB Leipzig in Bildern

Das war beeindruckend! RB Leipzig hat auch beim direkten Verfolger Hertha gewonnen - und ist wieder ohne Gegentor geblieben. Die Bilder zum Spiel.

Hertha BSC Berlin vs. RB Leipzig  Im Bild: Trainer Pal Dardai (Berlin)
Hertha-Coach Pal Dardai empfing die Sachsen im Berliner Olympiastadion. Bildrechte: Picture Point
Hertha BSC Berlin vs. RB Leipzig  Im Bild: Trainer Pal Dardai (Berlin)
Hertha-Coach Pal Dardai empfing die Sachsen im Berliner Olympiastadion. Bildrechte: Picture Point
Hertha BSC Berlin vs. RB Leipzig  Im Bild: Trainer Ralf Rangnick (RB Leipzig)
RB-Trainer Ralf Rangnick hatte kurz vor dem Spiel noch einen etwas besorgten Blick. Dafür sollte es aber gar keinen Grund geben. Bildrechte: Picture Point
Hertha BSC gegen RB Leipzig
Die mitgereisten RB-Fans sollten bereits kurz nach Anpfiff auf ihre Kosten kommen. Bildrechte: Picture Point
Tor für Leipzig. Timo Werner (11, RB Leipzig) trifft gegen Torwart Rune Jarstein (22, Berlin) und Maximilian Mittelstaedt (17, Berlin) zum 0:1.
Timo Werner setzte gegen den Berliner Maximilian Mittelstädt gut nach ... Bildrechte: Picture Point
Maximilian Mittelstädt, Timo Werner Kopfballtor zum 1:0, Torwart Rune Jarstein
... und erzielte die frühe Führung für RB Leipzig (7.). Bildrechte: imago/Contrast
Leipziger Torjubel nach dem 0:1 fŸür RB durch Timo Werner (11, RB Leipzig, 2.v.l.)
Das Tor wurde natürlich vom Schützen und seinen Teamkollegen gebührend gefeiert. Bildrechte: Picture Point
Niklas Stark (5, Berlin) und Timo Werner (11, RB Leipzig)
Timo Werner war einer der besten Akteure in der ersten Spielhälfte. Hier wurde der Stürmer fair von Niklas Stark vom Ball getrennt (28.). Bildrechte: Picture Point
v.l.: Fabian Lustenberger (28, Berlin), Matheus Cunha (20, RB Leipzig), Niklas Stark (5, Berlin) und Karim Rekik (4, Berlin).
Besonders die Offensive der Sachsen hatte einen guten Tag: Matheus Cunha bat in dieser Szene gleich drei Berliner zum Tanz. Bildrechte: Picture Point
Hertha BSC Berlin vs. RB Leipzig  Im Bild, Tor für Leipzig zum 0:2. Torschütze Timo Werner (11, RB Leipzig) trifft gegen Torwart Rune Jarstein (22, Berlin).
Für Timo Werner war heute Abend ein Tor nicht genug: Folglich erzielte der 22-Jährige kurz nach der Halbzeitpause das 2:0 und schnürte einen Doppelpack (57.). Bildrechte: Picture Point
Hertha BSC Berlin vs. RB Leipzig  Im Bild: Tor für Leipzig zum 0:2. V.l.: Matheus Cunha (20, RB Leipzig), Torschütze Timo Werner (11, RB Leipzig), Bruma (17, RB Leipzig)  und Schiedsrichter Deniz Aytekin
Hier feiert Matheus Cunha das zweite Werner-Tor. 22 Minuten später... Bildrechte: Picture Point
Hertha BSC Berlin vs. RB Leipzig Leipziger Torjubel nach dem 0:3.  Im Bild v.l.: Torschütze Matheus Cunha, Marcel Sabitzer, Diego Demme (31, RB Leipzig) und Timo Werner (alle Leipzig).
... wird der Brasilianer gefeiert! Und zwar zu Recht. Sein erstes Tor in der Bundesliga war sehr schön anzusehen und gleichzeitig der Schlusspunkt einer starken Leistung der Sachsen. Bildrechte: Picture Point
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. November 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2018, 10:55 Uhr

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2 Kommentare

05.11.2018 21:41 Quentin aus Mondragies 2

Trotz der letzten vielen Tore scheint mir manchmal der Blick für den letzten Mann getrübt. Da sind mir zu viele Abseitspositionen. Kann es sein, dass zu viel Computer spielen, nicht von Vorteil für das Gefühl von Raum und Zeit sind?

05.11.2018 12:38 RBLer 1

Saft oder nicht Saft! Ist mir eigentlich wurscht. Ein Doppelpack ist nichts Wert, wenn es eigentlich 5 Stück hätten sein können. Mal etwas weniger Saft und dafür Konzentration und Präzision wären nötig.

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