RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl bei der Pressekonferenz vor dem Europa-League-Spiel gegen Marseille
Ralph Hasenhüttls Zeit bei RB ist abgelaufen. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Fußball | 1. Bundesliga Hasenhüttl-Aus bei RB Leipzig perfekt

Nach nicht einmal zwei Jahren und trotz sportlicher Erfolge endet die Ära Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig. Der Verein und der Österreicher haben am Mittwoch ihre Zusammenarbeit beendet.

RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl bei der Pressekonferenz vor dem Europa-League-Spiel gegen Marseille
Ralph Hasenhüttls Zeit bei RB ist abgelaufen. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Ralph Hasenhüttl ist nicht mehr Trainer des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig. Der Verein bestätigte am Mittwoch die Trennung zwischen dem Klub und dem 50 Jahre alten Coachs ein Jahr vor Ende des Vertrags. Wie der Klub mitteilte, habe der Trainer um die Auflösung seines Vertrages in Leipzig gebeten.

Ist die Trennung von Ralph Hasenhüttl richtig?

Fußball | 1. Bundesliga Ralph Hasenhüttls Zeit bei RB Leipzig

Ralph Hasenhüttl
Vorstellung Das ist der Neue: Im Juli 2016 wird Ralph Hasenhüttl (li.) als neur Coach von RB von Sportdirektor Ralf Rangnick (re.) vorgstellt. Hasenhüttl war zuvor beim FC Ingolstadt. Bildrechte: Dirk Hofmeister, MDR
Ralph Hasenhüttl
1. Training mit Neuzugängen Hasenhüttl (re.) mit den Neuzugängen seiner ersten Saison: Timo Werner, Marius Müller, Naby Keita und Benno Schmitz (v.l.n.r.). Werner und Keita sollten sich als echte Kracher erweisen. Bildrechte: Dirk Hofmeister, MDR
Naby Keita und Ralph Hasenhüttl
1. Bundesligasieg Am zweiten Spieltag der Saison 2016/17 gelingt RB der erste Bundesligasieg. Hasenhüttl beweist dabei ein goldenes Händchen. In der Partie gegen Dortmund wechselt er Naby Keita (li.) ein - der wenig später das 1:0-Siegtor macht. Bildrechte: IMAGO
RBL-Trainer Hasenhüttl grüßt die Fans.
Saisonfinale Saisonende mit "Willkommen-Europa"-T-Shirt. Auf dem Fanfest nach dem letztn Heimspiel feiert Hasenhüttl mit den Fans. Ganz glücklich wirkt der Coach dennoch nicht: Kurz zuvor hatte sein Team trotz 4:2-Führung gegen die Bayern noch 4:5 verloren. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Nach dem 2:1-Sieg für Leipzig umarmen sich RBL-Trainer Ralph Hasenhütt (li.) und Mats Hummels (FCB/Mitte.). Sandro Wagner (RCB/re.) läuft enttäuscht vorbei.
1. Bayernsieg Da ist er, der 1. Sieg gegen die Bayern. Im März 2018 und im fünften Anlauf feierte RB ein 2:1. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Ralph Hasenhuettl (Trainer RB Leipzig / re.) beim Abschiedsspiel für Dominik Kaiser (nicht im Bild) im Zweikampf um den Ball mit Stefan Ilsanker (li.). Islanker mit einem Tackling. Im Hintergrund lacht Zslot Loew (Co-Trainer RB Leipzig).
Hasenhüttl beim Kaiser-Abschied Der letzte öffentliche Auftritt von Hasenhüttl in Diensten von RB. Beim Abschiedsspiel für Dominik Kaiser schnürt er sogar selbst noch einmal die Töppen. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Ralph Hasenhüttl
Vorstellung Das ist der Neue: Im Juli 2016 wird Ralph Hasenhüttl (li.) als neur Coach von RB von Sportdirektor Ralf Rangnick (re.) vorgstellt. Hasenhüttl war zuvor beim FC Ingolstadt. Bildrechte: Dirk Hofmeister, MDR
Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl
Tabellenführer RB bleibt in seiner Premierensaison 13 Spiele ungeschlagen - Das ist Bundesliga-Rekord für einen Liga-Neuling. Nach einem Sieg in Leverkusen erklimmt RB sogar erstmals die Tabellenspitze. Rangnick und Hasenhüttl feiern. Bildrechte: IMAGO
Ralph Hasenhüttl
CL-Einzug Die Saison bleibt fantastisch. Am vorletzten Spieltag jubeln Hasenhüttl mit Rangnick auch in Berlin. Nach einem 4:1-Sieg am bei Hertha sichert sich RB den zweiten Tabellenplatz und qualifiziert sich für die Champions League. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
RB Leipzig
Saisonauftakt 2017/18 Der Beginn seiner zweiten Saison als RB-Trainer - Ralph Hasenhüttl (Mitte) neben Neuzugang Jean-Kevin Augustin. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
 ARD-Moderator Matthias Opdenhövel und RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl (re.) hinter dem DFB-Pokal.
DFB-Pokal Niederlage Bayern Die Bayern, immer wieder die Bayern. Auch im DFB-Pokal unterliegt RB mit Hasenhüttl (hier im Bild mit ARD-Moderator Matthias Opdenhövel) dem Rekordmeister. Wenn auch knapp, RB verliert erst im Elfmeterschießen. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl (li.) und Bayern-Trainer Jupp Heynckes (re.)
Hasenhüttl als Heynckes-Nachfolger? In dieser Zeit im Herbst und Winter werden auch Gerüchte laut, dass Hasenhüttl als Nachfolgr von Bayern-Coach Heynckes im Gespräch ist. Hasenhüttl sagt, er sei noch nicht bereit. Ein Telefonat mit den Bayern gab es aber zumindest - bei dem Hasenhüttl absagte. Bildrechte: IMAGO
Ralph Hasenhüttl
1. Sieg CL Dafür gibt es im Herbst den ersten Sieg in der Champions League. Ende Oktober wird der FC Porto 3:2 besiegt - Hasenhüttl feiert mit den Fans. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tor füŸr Olympique Marseille. Bouna Sarr (17, Marseille) erzielt den Treffer zum 2:1 und jubelt.
Viertelfinale der Europa League In der Champions League fliegt RB in der Gruppenpahse raus, kommt in der Europa League aber bis ins Viertelfinale. Hier war dann aber in Marseille Schluss. Bildrechte: Picture Point
Ralph Hasenhuettl (Trainer RB Leipzig) klatscht vor dem Spiel mit den Spielern ab, hier Dominik Kaiser (RB Leipzig #24 Rueckennummer 24).
Ergebniskrise RB ist im Frühjahr 2018 sportlich angeknockt. Fünf Spiele in Folge konnte RB nicht gewinnen, kassiert dabei 18 Gegentore. Gegen Hoffenheim verlor RB 2:5. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Leipziger Schlussjubel. RB hat sich für die Europa League qualifiziert. Im Bild: Mannschaft und Fans.
Einzug nach Europa Am letzten Spieltag - wieder bei Hertha - machte RB dann aber doch noch die Europa League klar. Bildrechte: PICTURE POINT / R. Petzsche
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Vertragsverhandlungen gescheitert

In der vom Verein verschickten Mitteilung wird deutlich, dass die Entscheidung am Ende gescheiterter Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung des Österreichers stand. Demnach hätten Sportdirektor Ralf Rangnick und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff dem Coach eine Verlängerung des 2019 auslaufenden Kontraktes verweigert, woraufhin der Coach um eine Beendigung der Zusammenarbeit gebeten habe.

Rangnick: Ein weiteres Jahr hätte ausgereicht

"Ich wäre sehr gerne gemeinsam mit Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer in die nächste Saison gegangen", wird Rangnick zitiert. "Im Gegensatz zum Winter bin ich allerdings mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass ein weiteres gemeinsames Jahr zunächst einmal ausgereicht hätte. Für Ralph gab es jedoch keinerlei Alternative zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung", so Rangnick. Auch Mintzlaff betont in der Mitteilung, dass "eine Verlängerung zum jetzigen Zeitpunkt für unseren Verein nicht der richtige Schritt gewesen wäre".

Hasenhüttl: "Klares Nein statt beschwichtigendes Ja"

Hasenhüttl betont in seinem Statement in der Mitteilung, dass für ihn nur eine langfristige Perspektive Sinn macht. Er wolle nicht "ohne eine langfristig geklärte Zukunft in ein letztes Vertragsjahr zu gehen. Aus meiner Sicht ist es im Sinne der Umsetzung der langfristigen Ziele von RB Leipzig von großer Bedeutung, eine nachhaltige Vertragslösung anzustreben." Daher habe er sich für "ein klares Nein statt" für "ein beschwichtigendes Ja" entschieden und um Vertragsauflösung gebeten.

Hasenhüttl: Knapp zwei Jahre Coach in Leipzig

Hasenhüttl nimmt damit nach nicht einmal zwei Jahren seinen Hut bei den Sachsen. Der Coach war nach dem Bundesliga-Aufstieg von RB 2016 verpflichtet worden und führte den Verein unter anderem in die Champions League. Medieninformationen zufolge sollen neben Hasenhüttl auch die Co-Trainer Zsolt Löw und Danny Röhl vor dem Abgang stehen. Zudem sei die Zukunft von Sportpsychologe Sascha Lense offen.

Rangnick am Sonntag: Machen mit Hasenhüttl weiter

Noch am Sonntag hatte Rangnick im MDR bekräftigt, dass Hasenhüttl seinen noch bis 2019 laufenden Vertrag erfüllen werde. "Ralph Hasenhüttl hat noch einen Vertrag. Dass es für ihn weitergeht, ist für mich selbstverständlich", sagte der RB-Sportdirektor. Am Dienstag sollten schließlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, die seit Wochen auf Eis liegenden Vertragsverhandlungen mit Hasenhüttl neu aufgenommen und der Kontrakt verlängert werden.

Hasenhüttls Bilanz: Platz 2, Platz 6, Euro-League-Viertelfinale

Unter Hasenhüttl spielte RB Leipzig zwei beeindruckende Spielzeiten in der Bundesliga und auf europäischer Ebene. Im ersten Bundesliga-Jahr 2016/17 wurde RB Vize-Meister und qualifizierte sich für die Champions League. In der vergangenen Saison schaffte es Hasenhüttl mit dem Team bis ins Europa-League-Viertelfinale und beendete die Bundesliga-Saison auf Rang sechs - womit zumindest die Europa-League-Qualifikation gesichert ist.

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 16. Mai 2018 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 18:07 Uhr

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100 Kommentare

18.05.2018 14:35 Klatschpappe 100

Sehr einseitige Berichterstattung in den Medien. Ich sehe die Dinge so. RB bietet im Winter Vertragsverlängerung. RH lehnt ab. RB sucht in der Zwischenzeit und findet Nachfolger ab 2019. RH will aber nun doch verlängern. RB hat aber schon potentiellen Nachfolger. RH schmeißt hin und RB präsentiert Übergangslösung bis 2019.

18.05.2018 10:01 s.c. 99

Der RBler und der RB Fan finden es "unfassbar", der Jochen meint "Scheiss egal, für den ERFOLG muss man eben mal ne Getränkedose zertreten und sich eine Neue holen", zur Not würde er sich für das Rasenballspiel auch selber opfern, na ja, das vllt nicht!!! Hmmmmm, die Marketing-Abteilung in Fuschl hat errechnet: das Produkt muss halt in der CL präsentiert werden, da ist der 6. Platz in der BL ein Misserfolg, Punkt! Rein sportlich eine mega Leistung des Trainers in den zwei Jahren, nur beim Rasenball zählen andere Dinge. Das Schmierentheater und die unterschiedlichen Aussagen zu "Trennung" sagen alles.....

18.05.2018 08:52 Sr.Raul 98

Das mag sein, @95 (Voice), aber darum ging es mir primär nicht. Egal. Im Zusammenhang des Geschehnisses habe ich seit gestern eine weitere gute Laune verbreitende Vorstellung: Wie in Bajuffistan U.H. vor Wut und mit hochrotem Kopf in die Tischkante beißt. Einfach herrlich! Allen ein schönes Pfingsten.

17.05.2018 20:21 Nöli 97

Rangnick hat richtig gehandelt. In bestimmten Situationen schien mir Hasenhüttl diese Saison ratlos. Anspruch von Red Bull ist nicht Mittelmaß. Dies passt nicht zum Marketing. Freut Euch RB Fans auf den nächsten Schritt. Fürchtet Euch Neider auf eine TOP-eingespielte Mannschaft mit einem neuen Motivator.

17.05.2018 19:59 Martin Heinrich 96

Sowohl Rangnick als auch Mintzlaff (im Doppelpass) haben gesagt, dass nach Abschluss der Saison Vertragsverhandlungen mit Hasenhüttl aufgenommen werden, weil es wünschenswert ist, mit einem Trainer nicht mit einem 1-Jahres-Vertrag in die nächste Saison zu gehen. Sie haben Hasenhüttl zur Vertragsverhandlung am Dienstag geladen und ihm gesagt, dass das gar keine Vertragsverhandlung sein soll. Die Reaktion von Hasenhüttl kann man verstehen.

17.05.2018 18:08 Voice 95

Alles was bekannt ist, sind die Details aus der Pressemitteilung des Vereins.

RR hat am Sonntag gesagt, RH wird nächste Saison Trainer sein, denn er hat Vertrag bis 2019. Er hat nicht gesagt, dass ihm ein neuer Vertrag angeboten wird. Alles absolut korrekt. Dass RH das nicht akzeptiert und den Vertrag unter diesen Umständen auflöst, ist legitim, macht ihn aber zu keiner Zeit zu dem "Rangnick-Opfer", als das ihn Viele nun sehen.

@ Sr.Raul - Der Kollege Uli Krömer hat in seinen verfassten Beiträgen nicht mehr recht als alle Anderen, nur weil er kommentiert und interpretiert. Auch Herr Krömer weiß nicht mehr als wir Alle. Er macht nur mehr Geschwurbel darum als Andere. Er muss Geld verdienen und verkauft als freier Journalist u. a. An MZ, ntv.de, mdr etc.

Hoffen wir nun auf einen hungrigen, neuen Trainer. Ich werfe den Namen Jesse Marsch in den Ring. Derzeit Coach ber RB N.Y..

Beste Grüße aus der Messestadt!

17.05.2018 17:45 RumBelballer 94

@57 Na so was, der Hasenhüttl würde auch nicht zu uns passen, geldlich und menschlich , dazu hat er zu oft gelogen. Ich bin ganz zufrieden mit unserem derzeitigen, auch wenn das manch anderer in meinem Umfeld anders sieht.
@ 85 jochen, wie machst Du das nur, ich bin beeindruckt. Genau analysiert und es auf den Punkt gebracht. Ich frage mich immer wieder, wo all Ihr Fussballversteher gewesen seit, als es das Getränkekombinat noch nicht gegeben hat. Sicher in den Startlöchern ?
Warte mal kurz ich muss Luft holen ( wegen des Hechelns nach meinem
lustigen Verein, wieso eigentlich? Ich bin da Mitglied , ich Dummer. Ich brauch ja gar nicht hecheln) .
Siehst Du , und schon wieder hast Du eine gute Tat getan und das ganz unbeabsichtigt :-))). Wie gesagt, ich bin beeindruckt.

17.05.2018 16:47 heino 93

Die Trennung bedauere ich sehr! Dass es dazu gekommen ist, daran sind für mich beide Seiten schuld. R.H. hätte ja seine jetzt gewünschte Verlängerung schon Ende 2017 bekommen können, da hat er gezögert, dass jetzt die Gegenseite genau so reagiert,ist legitim.Sportlich gibt es dafür keine Gründe! Bei Machtmenschen ist es leider oft so, dass ein falscher Zungenschlag reicht, um sich zu trennen.Für mich werden beide Seiten verlieren. Rangnick wird keinen gleichwertigen Ersatz finden und Hasenhüttl wird keinen Verein in Deutschland finden mit den gleichen Möglichkeiten , wie bei RBL! Das ist sehr schade für die Fußball-Region Leibzig.

17.05.2018 16:20 Rumpel 92

Endlich ist der Getränkekombinat vollends aus seiner heilen Fussballwelt erwacht, nach einem holprigen Saisonende und der letzlichen Entlassung von Hasenhüttl. Persönlich finde ich den Trainer, das Beste was diesem Klub passieren konnte. Er wird in einem neuen Klub top Resultate bringen. Ob RB jetzt anknüpfen kann, bezweifle ich. Da oben wird die Luft halt dünner. Mal sehen wieviele Fans im Mittelfeld der Liga dann noch zum Fussball gehen...

17.05.2018 14:37 Sr.Raul 91

Jedem seine Meinung, @89 (Rennsteiger), ich bleibe bei Meiner (@13,78), weil ich davon überzeugt bin.

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