Fußball | Bundesliga Stefan Krämer erlebt Fußballmärchen in Belgien

Er ist im Osten kein Unbekannter, stand bei Energie Cottbus, FC Rot-Weiß Erfurt und dem 1. FC Magdeburg an der Seitenlinie. Seit dem Sommer ist Stefan Krämer Trainer eines belgischen Erstligisten und ist Spitzenreiter.

Trainer Stefan Krämer
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Was für eine Geschichte: Stefan Krämer hat augenscheinlich in Belgien sein großes Glück gefunden. Der 54-Jährige, der als Trainer im April den insolventen KFC Uerdingen verlassen hatte, steht mit dem KAS Eupen nach fünf Spieltagen völlig überraschend an der Tabellenspitze der ersten Liga. Das kleine Städtchen mit 18.000 Einwohnern liegt direkt an der Grenze zwischen Aachen und Lüttich. "Das fühlt sich super an und macht großen Spaß. Es ist ja ein seit Jahren deutsch geführter Verein, die Verantwortlichen kenne ich schon lange. So kam auch der Kontakt zustande", sagte Krämer "Sport im Osten".

Emmanuel Agbadou
Jubel bei KAS Eupen nach dem dritten Sieg in Folge und der Tabellenspitze. Bildrechte: IMAGO / Panoramic International

Rettung und Aufstieg mit Bielefeld

Ein Märchen hatte Krämer bereits in seiner Karriere erlebt. Bei Arminia Bielefeld schaffte er es in der Saison 2011/12, die Mannschaft zunächst vor dem Abstieg in die Regionalliga zu bewahren, stieg ein Jahr später mit der Arminia in die zweite Bundesliga auf. Was blieb: Ein Tattoo mit dem Logo von Bielefeld auf der Brust. Die Euphorie war dann im Februar 2014 verflogen, Krämer musste gehen, Bielefeld stieg später ab.  

Aufstiegsfeier von Arminia Bielefeld zur Rückkehr in die 2. Liga Stefan Krämer
Stefan Krämer feiert den Aufstieg mit Arminia Bielefeld. Bildrechte: imago/Dünhölter SportPresseFoto

Stationen in Cottbus, Erfurt und Magdeburg

Danach folgten u.a. drei Stationen im Fußball-Osten. 2014 übernahm er bei Energie Cottbus, um mit den Lausitzern den sofortigen Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse zu schaffen. Das misslang, Krämer blieb im Osten und schaffte mit dem FC Rot-Weiß Erfurt 2016 den Klassenerhalt in Liga drei. Nach einer Zwischenstation in Uerdingen, wo Krämer mit Hilfe eines damals noch großzügigen Mäzens den Sprung in den bezahlten Fußball schaffte, heuerte er im Mai 2019 beim damaligen Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg an. Er sollte die Mannschaft stabilisieren, wurde dann nach nur 20 Spielen dennoch entlassen und kehrte nach Uerdingen zurück. Doch nach dem Rückzug des Investors und dem Zwangsabstieg folgte der Absturz.

Den Fußball-Osten hat er aber nie vergessen. "Ich verfolge noch alle Entwicklungen, freue mich über die Leistungen beim 1. FC Magdeburg. Da habe ich noch gute Kontakte, das ist ein überragender Klub. Aber auch dem FC Rot-Weiß Erfurt wünsche ich, dass sie aus der Oberliga raus kommen und Energie Cottbus, dass es wieder in die 3. Liga geht", so Krämer.

Trainer Stefan Krämer
In Magdeburg hatte man nur wenig Geduld mit Stefan Krämer. Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Krämer: "Ich liebe den belgischen Fußball"

Im Juni dieses Jahres dann die Meldung, dass der belgische Erstligist KAS Eupen Stefan Krämer mit einem Zweijahresvertrag ausstattet. Der Verein spielt seit 2016 in der höchsten Liga des Landes. Und die Saison startete sensationell, gegen FC Brügge und RSC Anderlecht gab es ein Unentschieden. Die letzten drei Spiele gegen Mechelsen, St. Truiden und Leuven gewann KAS Eupen und findet sich mit elf Punkten an der Spitze. "Das war nicht zu erwarten, aber wir haben eine gute Mannschaft. Wir sind konkurrenzfähig. Ich liebe den belgischen Fußball, der ist sehr physisch, es gibt viele Talente und es wird mit hohem Tempo gespielt." Eine ambitionierte Zielstellung für die Saison gibt es nicht. "Die beste Platzierung war bisher der zwölfte Platz. Wir freuen uns jetzt einfach über die Entwicklung", sagte Krämer.

Krämer ist übrigens nicht der erste deutsche Trainer in Eupen. Wolfgang Frank, einst auch beim FC Sachsen Leipzig oder dem FC Carl Zeiss Jena unter Vertrag, war 2011 für eine Saison dort tätig.

rei

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