Markus Krösche, Teammanager Paderborn
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Fußball | Bundesliga Künftiger RB-Sportdirektor Krösche verteidigt Kooperation

Der künftige Sportdirektor von RB Leipzig, Markus Krösche, hat die geplante Kooperation von RB mit dem SC Paderborn verteidigt. Der noch bis zum 15. Juni in Diensten der Ostwestfalen stehende SCP-Rekordspieler sagte in einem Interview mit der Lokalzeitung "Westfalenblatt", es gehe um eine Zusammenarbeit im sportlichen Bereich. Selbstkritisch äußerte sich Krösche zur Kommunikation darüber. Auf die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger Ralf Rangnick freut er sich.

Markus Krösche, Teammanager Paderborn
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Bis zum 15. Juni arbeitet Markus Krösche, der Rekordspieler des Vereins, noch für Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn. In einem Interview mit der Lokalzeitung "Westfalenblatt" verteidigt der Sportchef die Kooperation mit seinem künftigen Verein RB Leipzig.

Salzburg sonst auf dem Index

"Es geht nur um eine rein sportliche Zusammenarbeit. Wenn die künftige sportliche Führung des SC Paderborn entscheidet, dass ein Spieler aus dem Konstrukt RB in Leipzig, Salzburg, New York oder Brasilien für sie infrage kommt, dann werden wir versuchen, eine gute Lösung für beide Vereine und den Spieler zu finden", so Krösche, der in dem Interview auch Salzburg mit ins Spiel bringt. Das steht bei Rasenballsport sonst auf dem Index. Mittlerweile hat das "Westfalenblatt" die Passage geändert und nennt nur noch Leipzig als Quelle für den SC Paderborn.

Trainer Ralf Rangnick (RB Leipzig), Trainer Marco Rose (FC Salzburg).
RB Leipzig und RB Salzburg halten normalerweise auf UEFA-Geheiß einen gewissen Sicherheitsabstand. Red Bull ist in Salzburg offiziell nur noch Sponsor. Bildrechte: imago/Nordphoto

"Super Geschichte"

Spieler von größeren Klubs auszuleihen, sei ohnehin normales Geschäft: "Und wenn der SCP und die sportliche Leitung einen Spieler von RB Leipzig interessant finden und wir das Gefühl haben, dass er sich beim SC Paderborn 07 weiterentwickeln kann, dann ist das doch für den Spieler eine super Geschichte, für Paderborn eine super Geschichte und für RB eine super Geschichte. Es gibt da nur Gewinner. Und für den Fan ist es auch eine super Geschichte: Wenn der Ausgeliehene vielleicht das entscheidende Tor zum Klassenerhalt schießt, dann sind alle glücklich."

"Zu viele Dinge im Unklaren"

Nicht ganz so glücklich war er mit der Entwicklung rund um die Präsentation der Zusammenarbeit: "Mit dieser negativen Dynamik hatte bei uns keiner gerechnet. Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass wir das Thema nicht optimal kommuniziert haben. Da wurden zu viele Dinge im Unklaren gelassen."

Choreographie zum Abschied von Markus Krösche beim SC Paderborn (11. Mai 2014)
Kultfigur in Paderborn: Die Fans verabschiedeten Markus Krösche 2014 mit einer kompletten Stadion-Choreo. Bildrechte: imago/Schwörer Pressefoto

"Freund von offener Kommunikation"

Zu den Fanprotesten meinte der 38-Jährige: "Grundsätzlich darf jeder seine Meinung äußern. Aber trotzdem müssen auch mal Entscheidungen getroffen werden, die dem einen oder anderen nicht gefallen, bei denen es aber in erster Linie darum geht, das Produkt zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten." Er sieht aber auch den schmalen Grad, auf dem man sich als Klubverantwortlicher befindet: "Das Wichtigste ist dabei, dass man im regelmäßigen Austausch ist. Dass man eine enge Kommunikation mit den Fans, mit der Basis pflegt und auch Dinge erläutert. Ich bin ein Freund von offener Kommunikation. Gerade bei schwierigen Themen ist es umso wichtiger."

Die Fans vom SC Paderborn mit ihrer Choreographie.
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Emotionale Entscheidung für Leipzig - Vorfreude auf Rangnick

Warum er sich trotz des Interesses aus Schalke, Hannover oder Nürnberg für Leipzig entschieden hat? Krösche spricht von einer "Bauchentscheidung". In der Struktur der Sachsen könne er sich weiterentwickeln und viel lernen. Seinen Vorgänger Ralf Rangnick sieht er dabei nicht als allmächtigen Schatten: "Für mich ist es eine spannende Herausforderung und Ralf Rangnick wird mir immer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn ich Hilfe oder seinen Rat brauche. Ich bin ein Freund von offenem Austausch, denn man kann von solchen Top-Leuten extrem viel lernen. Ich freue mich auf die Aufgabe. Auch in dieser Position. Das wird intensiv, anstrengend, aber auch schön."

Rangnick
Ralf Rangnick wechselt zu Red Bull. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Gemeinsame Vereinbarung" überrascht die DFL

In Sachen Kooperation gibt es von den Vereinen nicht viel Neues. Der SC Paderborn sprach dem MDR gegenüber von einer "gemeinsamen Vereinbarung" mit RB Leipzig und verwies auf die Pressemitteilung von Mittwoch. Dort heißt es: "Es geht um einen gegenseitigen Austausch über sportliche Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Ausbildung von Spielern und der Fortbildung von Trainern ab. Dadurch soll es zu einem Know-How-Transfer in beide Richtungen kommen, der letztlich beiden Klubs hilft. Die Möglichkeit von Spielerleihen wurde ebenfalls besprochen, steht aber sicherlich nicht im Vordergrund." Die Vereinbarung scheint zunächst auf ein Jahr ausgelegt zu sein, jedenfalls will man sich nach einem Jahr wieder zusammensetzen. Die Deutsche Fußball-Liga teilte mit, dass es keine grundsätzlichen Einwände gegen die Zusammenarbeit zwischen Bundesligavereinen gäbe. Allerdings wäre es verboten, dass Personen gleichzeitig in Kontroll- oder Entscheidungsgremien zweier Klubs sitzen. Die "Mitteldeutsche Zeitung" schreibt, dass die DFL von der Kooperation auch überrascht war und nun Informationen einholen wolle.

Christian Seifert
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Kurios: Energygetränk-Hersteller aus Paderborn verlängert Vertrag beim SCP

Aus der Abteilung Kuriositätenkabinett: Ausgerechnet jetzt verlängerte ein in Paderborn sitzender Hersteller von Energy-Getränken seinen Vertrag beim SC. "effect" bleibt weitere zwei Jahre Platin-Sponsor der Ostwestfalen.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 05. Juni 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2019, 11:49 Uhr

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9 Kommentare

09.06.2019 10:48 Nur so nebenbei 9

@8 wicky 67!
Abgesehen von Ihrem grusligen Deutsch, würde ich mich an Ihrer Stelle nicht über die Hässlichkeit von Stadien äußern! Mir ist irgendwie in Erinnerung, dass es ein Stadion gibt, in dem nur 3/4 genutzt werden können!

08.06.2019 23:25 wicky 67 8

Na aber dann müsste doch der Herr Matteschitz doch eigentlich jetzt auch diese hässliche Bentela-Arena in Paderborn abreißen lassen, um dort eine noch größere, ebenfalls hässliche RB-Arena bauen zu lassen, ähnlich einer wie sie bereits auch in Leipzig schon steht.... Ich meine das ja nur so nebenbei gesagt: --- Halt eben wegen der künftigen Chancen-Gleichheit zwischen den SC Paderborn und RB Leipzig.....
Schönes Pfingstfest! ;-) ;-D

08.06.2019 11:12 Walther 7

erst beflüüüügelt ins Finale ,
jetzt das Farmteam Paderborn, das "Produkt" stärken...
Werbung und Geschmäckle ohne Ende.
RB, macht Ferien und überlegt mal wie ihr außerhalb des Platzes wieder Sympathiepunkte sammeln
könnt ?

07.06.2019 20:28 EasyS 6

@Chemieschwein
Das mit dem "Produkt" ist mir auch sofort aufgefallen. Leider verkommt unser schöner Sport immer mehr dazu... :-(

07.06.2019 17:32 Nachdenker 5

Achso jetzt kommt Licht in die Sache ,gleich und gleich gesellt sich gern, Spaß beiseite, wieso RB nun gerade eine Kooperation mit PB anstrebt liegt auf der Hand , stellt sich nur die Frage warum sich RB für Krösche entschieden hat , als Verein der in Europa und um die Meisterschaft mitspielen will hätte es andere Kandidaten gegeben , hoffentlich ist er nicht als Marionette eingesetzt worden um Zugriff auf ein Weiterer Club zu bekommen , man wird sehen wie es ausgeht

07.06.2019 15:51 fläming 4

Niemand kann wollen das Paderborn künstlich auf Dauer in der 1.BL gehalten wird und wie ist es mit der Chancengleichheit gegenüber Union bestellt?
Herr Krösche, egal was Sie nehmen, setzen Sie unverzüglich ab!

07.06.2019 14:44 Chemieschwein 3

Zu den Fanprotesten meinte der 38-Jährige: "Grundsätzlich darf jeder seine Meinung äußern. Aber trotzdem müssen auch mal Entscheidungen getroffen werden, die dem einen oder anderen nicht gefallen, bei denen es aber in erster Linie darum geht, das Produkt zu stärken ....

Das ist die wahre RB Kommerzfratze ...

07.06.2019 14:17 Norbert B. 2

Ja, ja, niemand hat die Absicht aus Paderborn ein Farmteam zu machen...
... und nachdem R... B... quasi im Alleingang den Fußball im Osten Deutschlands vor der Bedeutungslosigkeit gerettet hat nimmt man sich nun völlig selbstlos der unwissenden und hilflosen Fußballprovinz im Westen an. Man kann nur vor Ehrfurcht niederknien und Herrn M. aus Ö. für seine Verdienste um den deutschen Fußball danken...
...Sarkasmus aus.

07.06.2019 12:52 Mal ne Anmerkung 1

Ja was soll er denn anderes sagen?Man kann nur hoffen ,das noch mehr Vereine(siehe 1.FC Köln) gegen dieses Konstrukt auf die Barrikaden gehen.Mal schauen ob die DFL dem "Brausehersteller" auf die Finger haut oder ob man vielleicht die "Jugendarbeit fördern" lässt!
Schönes Pfingsfest!

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