Fußball | Bundesligen Medienrechte: DFL erzielt 1,1 Milliarden pro Saison bis 2025

Zum ersten Mal seit der Kirch-Pleite vor 18 Jahren hat der deutsche Profifußball für die kommende TV-Periode geringere Einnahmen als zuvor erzielt. DFL-Geschäftsführer Seifert zeigte sich dennoch zufrieden mit den Einnahmen von 1,1 Milliarden Euro pro Saison bis 2025. Unter anderem laufen die Free-TV-Zusammenfassungen weiterhin in der ARD Sportschau.

Christian Seifert (DFL)
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Der deutsche Profifußball muss das schlechte Timing der Auktion inmitten der Coronakrise mit einem Einnahme-Einbruch bei den Medienrechten bezahlen. Für die vier Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 kassieren die 36 Klubs der Bundesliga und der 2. Liga durchschnittlich 1,1 Milliarden Euro pro Saison (4,4 Milliarden insgesamt).

Seifert: „Rahmenbedingungen nach unten korrigieren“

Flagge mit dem DFL-Logo
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Bei der zurückliegenden Vergabe der Rechte für den deutschsprachigen Raum vor vier Jahren hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) noch 1,16 Milliarden Euro (4,64 Milliarden insgesamt) erzielt. Damit konnte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der den Ausgang des Milliarden-Pokers am Montag (22. Juni) in Frankfurt/Main erst den Klubchefs und dann der Öffentlichkeit präsentierte, erstmals seit der Kirch-Pleite im Jahr 2002 keine Steigerung der Medienerlöse vermelden.

"Das Gesamtsystem Fußball wird in einigen Teilbereichen ein anderes sein. Die finanziellen Rahmenbedingungen werden sich nach unten korrigieren in allen Belangen", sagte Seifert nach dem Ende der Auktion der für die vier Spielzeiten ab 2021.

Klubs steht herausfordernder Sommer bevor

"Für alle Beteiligten war das eine sehr spezielle Situation. Angesichts der Umstände ist das Ergebnis ordentlich. Wir müssen einen kleinen Rücksetzer hinnehmen", sagte Seifert und ergänzte: "Persönlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Das ist immer noch sehr viel Geld. Die Klubs haben Planungssicherheit bis 2025."

Dennoch wird "das für einige bedeuten, dass man den Gürtel enger schnallen muss", sagte Seifert. Die nächste geregelte Saison sei erst die Spielzeit 2021/2002. "Dieser Sommer wird für Klubs in Europa ein ganz herausfordernder", sagte der 51-Jährige.

Free-TV-Zusammenfassungen weiter in der Sportschau

Ein Kamermann bei einem Bundesliga-Spiel
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Im Detail benötigen die Zuschauer brauchen weiterhin zwei Abos (Sky und DAZN), um alle Partien live im Pay-TV oder Internet verfolgen zu können. Zudem bleibt die ARD-Sportschau die erste Adresse für die Zusammenfassungen im Free-TV. Auch im ZDF-Sportstudio läuft weiter die Bundesliga.

Sky hat sich die Rechte für die Partien am Samstag, den Wochenspieltagen (Dienstag und Mittwoch) sowie den Konferenzen gesichert. Die Freitags- und Sonntagsspiele laufen auf der Streaming-Plattform DAZN. ProSieben/SAT.1 hat etwas überraschend das Paket mit den neun Livespielen für das Free-TV erworben. Die 2. Liga wird komplett von Sky übertragen, die neu eingeführten Partien am Samstagabend laufen zudem parallel bei Sport1. Bei Amazon und Telekom, die zuletzt heiß gehandelt wurden, wird der Ball dagegen nicht rollen.

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red/sid/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. April 2020 | 19:30 Uhr

5 Kommentare

Heinz K. vor 2 Wochen

Diese Summe wird zukünftig nie wieder erreicht! Gerade DfL Seifert hat mit seiner Brechstangen - und Erpressertaktik in den letzten Wochen ganz viel Porzellan zerschlagen - gerade bei den richtigen Fans, den aktiven Konsumenten! Einschaltquoten, Zuschauerzahlen in den Stadien...... Fanartikel etc...... alles wird so schnell nicht wieder die Qualität des Frühjahrs 2020 erreichen. Und , wer in Zeiten von Corona, derartig seine eigenen Interessen verfolgt - sein wahres Gesicht zeigt, ist zukünftig nicht gesellschaftlich / sozial lebensfähig! Etwas Demut und Solidarität gegenüber denen, welche in den letzten Wochen einen wirklich hohen Preis zahlen mussten..... es wäre so einfach gewesen! Aber diese unbändige eigene Gier , der Egoismus und der Glaube an die eigene göttliche Erscheinung machen weltfremd und blind.

Quentin aus Mondragies vor 2 Wochen

So ein Mist mit dieser Zweiteilung und schlechten Bildqualität. Warum vermarkten eigentlich die Vereine und Kapitalgesellschaften nicht die Übertragung selber. Tickets kaufe ich mir doch auch beim Klub. Ein paar Webcams installiert und fertig ist es. Zusätzlich kann ich mir dann noch das Clubradio für den Kommentar zu schalten. Das wäre doch was für die unteren Ligen. Ich würde durchaus zwei Euronen investieren, um Jena gegen Meuselwitz oder Eintracht Eisenberg gegen RWE per Webcam zu sehen. Manchmal lasse ich ja auch Mal was im Umkleidespind stecken, da kann man sich ja auch sowas antun.

Blue like the sky vor 2 Wochen

Zwar kein neuer Rekord, aber immer noch viel zu viel Geld was dafür bezahlt wird. Das Produkt zumindest ist es nicht mehr wert. DFL und DFB haben in der Corona Zeit noch mehr Kredit verspielt.
- BL muss unbedingt als erstes wieder starten, will vielleicht mal irgend ein Chinese auch mal BL schaut, und Schalke schon rumgeninggelt hat
- Dynamo Benachteiligung durch Spielplan (und ich bin kein Fan der Sippe)
- Bayrischer Schiri Pfeift Spiel von Würzburg (gegen CFC)
- Fans werden ersatzlos ausgeschlossen, nicht mal freeTv Spiele als Ersatz
.........

Und neben dem (zumindest hier bekannten) West-Ost Gefälle gibt jetzt auch noch ein immer deutlich werdendes Süd-Nord Gefälle.

Soll DFL und DFB mit Hoffenheim, Heidenheim, Sandhausen, Brause-Filiale, und dem Dauer-Meister aus (natürlich) dem Süden glücklich werden. Die wecken ja doch erst auf wenn die Zuschauer nicht mehr zahlen.

Schade, für das eigentlich so schöne Spiel