Reiterstaffel vor dem Stadion Dresden
Bildrechte: IMAGO

Fußball Mehr Polizeieinsatzstunden zur Absicherung von Fußballspielen

Die Zahl der Einsatzstunden der sächsischen Polizei zur Absicherung von Fußballspielen ist im vergangenen Jahr gestiegen. Nachdem in den Jahren zuvor immer rund 170.000 Einsatzstunden aufgewendet worden seien, habe sich die Zahl 2017 auf 216.000 Einsatzstunden erhöht. Darüber informierte der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Enrico Stange.

Reiterstaffel vor dem Stadion Dresden
Bildrechte: IMAGO

Eine Kostenübernahme durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) oder Vereine lasse sich damit aber nicht begründen. Auch sei die Belastung der sächsischen Polizei aufgrund eines geringeren Demonstrationsgeschehens in Städten wie Dresden und Leipzig zurückgegangen.

Einsatzstunden aufgeschlüsselt nach Städten
Stadt/Jahr 2014 2015 2016 2017
Dresden 62.012 71.160 64.847 52.027
Leipzig 45.434 35.084 46.260 82.058
Aue 26.755 24.325 24.086 21.248
Chemnitz 18.579 19.733 10.873 29.141
Zwickau 8.092 6.151 15.007 21.293
Auerbach 3.975 3.207 2.521 1.886
Plauen 4.405 2.067 281 150
Bautzen 2.170 2.277 1.662 3.079
Neugersdorf 2.218 720 1.881 1.520

Stange: Aufstiege sorgten für mehr Polizei-Einsätze

Große Vereine mit vielen Sponsoren könnten Polizei-Einsätze möglicherweise bezahlen, Vereine unterer Ligen hingegen nicht, sagte Stange. Würde man eine solche Regelung im Fußball einführen, könnte sie seiner Ansicht nach auch andere Veranstaltungen treffen, wie etwa öffentliche Konzerte, bei denen zur Kostendeckung Eintritt verlangt werden müsste. Die zusätzlichen Fußballeinsatzstunden führte Stange auf den Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Bundesliga, dessen Europapokalspiele sowie die Aufstiege von Chemie Leipzig, Lok Leipzig und FSV Zwickau zurück. Er sagte: "Die Erhebung von Kosten für Polizei-Einsätze etwa für Hochrisikospiele, wie es in Bremen angestrebt wird, ist damit nicht zu begründen."

DFL kündigte Einspruch an

Die anhaltend vielen Überstunden, offenen Vorgänge und der immer noch hohe Krankenstand bei der Polizei sind Stange zufolge eine Folge des Personalabbaus der vergangenen Jahre. Er beruft sich auf Angaben aus dem Innenministerium auf parlamentarische Anfragen. Das Oberverwaltungsgericht Bremen hatte Mitte vergangener Woche eine Gebührenforderung des Stadtstaates in einer Berufungsentscheidung für rechtens erklärt. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) kündigte Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig an. Auch das Innenministerium lehnt es ab, Einsatzkosten der Polizei an die Liga weiterzureichen. Bestrebungen zur Erhebung von Einsatzkosten wie in Bremen gebe es nicht, hieß es im Ministerium. Sachsen setze auf den Dialog mit Verbänden und Vereinen und gemeinsame Sicherheitslösungen.

Dynamo Dresden: Sicherheit ist Aufgabe des Staates

Beim Zweitligisten Dynamo Dresden wurde der Einspruch der DFL begrüßt. Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sei eine originäre Aufgabe des Staates, sagte der kaufmännische Geschäftsführer, Michael Born. Er erklärte:

Niemand kann ernsthaft ein Interesse daran haben, dass Sicherheit und Ordnung bei Fußballspielen, Konzerten und anderen Veranstaltungen zukünftig von Privatunternehmen organisiert und gewährleistet werden.

dpa/mkö

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell - Das Nachrichtenradio | 26. Februar 2018 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2018, 19:29 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

27.02.2018 15:53 Andreas 9

Schaut mal Plauen nur 150 Stunden. Das ist doch mal was. Lösung des Problems. Vereine alle in die 5 bis 9 Liga aufteilen. Wo keine Zuschauer da kein Problem.

27.02.2018 08:44 Seikilos 8

@4. Ron Bock: Könnte vielleicht daran liegen, dass der "Fan" auch tatsächlich eine deutlich abgeschwächte Form des "Fanatiker" ist?

27.02.2018 08:04 Sr.Raul 7

Nein, @1 (Ossi aus DD)! Üblicherweise gibt es in Vorbereitung von Spielen, mir von Liga 5 bis 1 geläufig, Sicherheitsberatungen unter Einbeziehung Vereine, Verband, tw. Kommune, Fanprojekte/Fanverbände, Polizei. Die Entscheidung/Empfehlung was ein Risikospiel ist erfolgt dann meistens durch die Polizei, auf Grundlage der Lagebeurteilung von szenekundigen Beamten und dem Stand der Registratur "Gewalttäter Sport". Das Vereine und Verbände diesen fachlichen Einschätzungen dann Folge leisten, ist doch logisch und nachvollziehbar. Ändert aber Nix an der Tatsache, dass öffentliche Ordnung und Sicherheit eine ureigenste Aufgabe des Staates ist. Und nicht vergessen, auch Profiklubs zahlen Steuern und zwar nicht zu knapp.

26.02.2018 22:35 part 6

Brot und Spiele, immer das gleiche Spiel seit Jahrtausenden, das Brot wird zwar etwas gestreckter doch bei den Spielen hat sich wenig verändert, außer die Agressivät der Zuschauer. Leider werden gesellschaftlich solche Spiele als nützlich angesehen, wird doch angestaute Agressivität in die >>richtigen<< Bahnen abgeleitet. Bezahlen muß dafür aber die gesamte Bevölkerung ob fiskalisch oder über Lärm als Umweltverschmutzung.

26.02.2018 22:28 wicky 67 5

@3: Na so was:

Danke, daß Du Dich bei mir im Aue-Forom entschuldigt hast. ;-) Denn es ist ganz genau so, wie ich es Dir schilderte!!! Denn der Beitrag Nr.3, wurde nämlich im Sinne der netten MDR-Redaktion, zum Glück wieder entfernt, weil da wirklich ein anderer User, unter meinem Nickname, so einen Blödsinn geschrieben hatte...

Ehrliche Rot-Weiss-Fan-Grüße zu Euch nach Dresden, und einen wunderschönen Blumenstrauß von unserer schönen EGA mit dazu!!! ;- ;-D

26.02.2018 21:45 Ron Bock 4

Ich lese hier immer wieder vom "Fan". Das ist im Prinzip eine Verkleinerung, Verniedlichung, Verharmlosung des Fanatikers, der nichts und niemand respektiert und nur seine Ansichten durchsetzen will.

26.02.2018 21:16 Na so was 3

Ich unterschreibe den Kommentar von "1@ Ossi aus DD" so wie er ist. Als Ergänzung noch dazu Folgendes: Spiel Dynamo Dresden - FC St.Pauli in dieser Saison. Mich bzw. noch viele andere auch, würde interessieren, wer diese Unmengen von Polizei, Wasserwerfer, Polizei mit MPI im Anschlag, Scheinwerfer (es war ein Abendspiel), Mikrofone angefordert hat. Eine Unsitte ist auch das Parken der Mannschaftsautos in den Parks auf den Wiesen rund um das Dynamo-Stadion. Wenn man da mal einen Polizisten deswegen anspricht, bekommt man überhaupt keine Antwort, oder den eingeübten Satz, "Wir sind im Dienst / Einsatz. Wir dürfen das." Wenn man nach dem Einsatzleiter fragt, "weiß nicht, wo der gerade ist oder ich sehe gerade nicht." Ach so, Randale gab es übrigens keine.

26.02.2018 20:38 Schneemann 2

@Ossi: "Und wer stuft Fußballspiele als selbige ein? Die DFL !!! Also hat sie auch die Kosten für enormen geforderten Mehraufwand zu tragen."

Na denn mal Tacheles. Wer bezahlt bei G20, Münchener Sicherheitskonferenz, Bilderberger-Treffen? Die Veranstalter? Wer zahlt Frauenschutzzonen? Wer die Absicherung von Parteitagen? Liste unvollständig!

26.02.2018 20:12 Ossi aus DD 1

Zu aller erst!!!!! Gewalt hat nirgendwo, auch im Fußball etwas zu suchen.
Das Polizeikräfte zur Sichererung eines jeden Fußballspieles gebraucht werden, ist auch verständlich. Was ist aber ein Hochsicherheitsspiel wo unnötig einfach zu viele Beamte vor Ort sind? Und wer stuft Fußballspiele als selbige ein? Die DFL !!! Also hat sie auch die Kosten für enormen geforderten Mehraufwand zu tragen.