Fußball | 1. Bundesliga RB Leipzig gewinnt durch "Looky Punch"

21. Spieltag

Die Mini-Krise von RB Leipzig ist vorerst zu Ende: Der deutsche Vizemeister hat sich  am Samstag gegen Borussia M’gladbach mit 1:0 durchgesetzt. Das Tor war erst in der 88. Minute gefallen – erzielt ausgerechnet durch Everton-Leihgabe Ademola Lookman, dem einzigen RB-Transfer dieses Winters.

 Jubel Ademola Lookman (RB Leipzig) nach seinem Siegtreffer
Bildrechte: IMAGO

Die sehr umkämpfte erste Halbzeit war in jeder Hinsicht ausgeglichen. Beide Seiten kamen zu längeren Ballbesitzphasen, die aber nur ganz selten in einem Abschluss mündeten. Das lag vor allem an den recht aufmerksamen Abwehrreihen. Gute Chancen waren also Mangelware – beide Teams hatten in den ersten 45 Minuten jeweils eine zu verzeichnen. Die erste hatte Gladbachs Thorgan Hazard nach einem Ausrutscher von Dayot Upamecano im Strafraum, sein Schuss wurde jedoch ins Tor-Aus abgefälscht (14.). Unmittelbar danach prüfte Bruma auf der anderen Seite Keeper Tobias Sippel mit einem Schlenzer aus 15 Metern (15.). Der Rest des Spiels bestand aus vielen Pässen rund um die Strafräume und vielen Unterbrechungen durch Fouls.

RB in Hälfte zwei mit mehr Druck

Patrick Herrmann gegen Peter Gulasci
War selten gefordert, aber im Notfall parat: Peter Gulacsi (hier gegen Patrick Herrmann) Bildrechte: IMAGO

Nach der Pause spielten beide Teams mit etwas mehr Risiko. Dabei agierte Leipzig aber deutlich aktiver und mutiger. Das spiegelte sich auch in Chancen wieder, von denen Naby Keita gleich zwei hatte (46./75.). Gladbach zog sich mit der Zeit immer weiter zurück und wartete nur noch auf Konter. Auf diese Weise gefährlich wurde es in der 51. Minute, aber die Schüsse von Stindl und Hermann konnten alle abgeblockt werden. In der 78. Minute wechselte dann Trainer Ralph Hasenhüttl seinen Neuzugang Lookman ein. Der bekam zehn Minuten später zentral den Ball, lief noch ein paar Meter und schloss dann aus 15 Metern ins lange linke Eck zum 1:0 ab. Danach ging bei RB das berühmte Zittern los. Und Gladbach kam in der Nachspielzeit tatsächlich noch zu einer Großchance, aber der insgesamt nur selten geprüfte Torwart Peter Gulacsi konnte den Schuss von Thorgan Hazard glänzend parieren.

Fußball | 1. Bundesliga M'gladbach gegen RB Leipzig in Bildern

Ralph Hasenhüttl
Angespannte Lage bei RB Leipzig. Nach der unglücklichen Niederlage beim SC Freiburg reichte es auch gegen den Hamburger SV nicht zu einem Dreier. Nicht förderlich für die angestrebte Qualifikation zur Champions League. Bildrechte: IMAGO
Ralph Hasenhüttl
Angespannte Lage bei RB Leipzig. Nach der unglücklichen Niederlage beim SC Freiburg reichte es auch gegen den Hamburger SV nicht zu einem Dreier. Nicht förderlich für die angestrebte Qualifikation zur Champions League. Bildrechte: IMAGO
Lars Stindl Borussia Mönchengladbach Lukas Klostermann RB Leipzig Gladbach
In den Anfangsminuten lag der Fokus mehr auf das kämpferische Element als auf das Spielerische. Lukas Klostermann (rechts/Rb Leipzig) im Zweikampf mit Lars Stindl (links/Gladbach). Bildrechte: IMAGO
Denis Zakaria Borussia Mönchengladbach Timo Werner RB Leipzig Gladbach
Auch Timo Werner (rechts/RB Leipzig) kam in der ersten Viertelstunden nicht ins "Rollen" und biss sich an der kompakten Spielart der Hausherren die Zähne aus. Denis Zakaria machte die Spielräume eng (links/Gladbach). Bildrechte: IMAGO
Dieter Hecking
Gäste-Trainer Dieter Hecking dirigierte seine Mannschaft, von der Außenlinie, wie ein Orchester und unterband damit den sonst so üblichen Leipziger Offensiv-Spielfluss. Bildrechte: IMAGO
 Naby Keita und Lars Stindl
Für Mittelfeld-Wirbelwind Naby Keita (links/RB Leipzig) sollte es wieder ein sehr unangenehmer Arbeitstag werden. Hier bekommt er von Lars Stindl (rechts/Gladbach) auf die Füße. Bildrechte: IMAGO
Marcel Sabitzer, Nico Elvedi und Denis Zakaria
Auch Edel-Techniker Marcel Sabitzer (links/RB Leipzig)war es kein einfache Auswährtsfahrt. Der Österreicher wurde konsequent von zwei Gegenspielern zugeschoben. Hier verhindern Nico Elvedi (mitte/Gladbach) und Denis Zakaria (rechts/Gladbach) ein Zuspiel. Bildrechte: IMAGO
Timo Werner, Jannik Vestergaard
Im zweiten Abschnitt nahm das Spiel etwas an Fahrt auf. Timo Werner (links/RB Leipzig) im ungleichen Laufduell mit Abwehr-Riese Jannik Vestergaard (rechts/Gladbach). Bildrechte: IMAGO
Patrick Herrmann gegen Peter Gulasci
Patrick Herrmann (vorne/Gladbach) verliert das Duell mit dem heute stark parierenden Peter Gulasci (hinten/Gladbach) (51.). Bildrechte: IMAGO
Borussia Moenchengladbach - RB Leipzig
Rund zwanzig Minuten später kam Naby Keita (mitte/RB Leipzig) zu einer Großchance aus fünf Metern (75.). Die Sachsen schalteten in den letzten Minuten noch einmal einen Gang zu. Bildrechte: IMAGO
 Jubel Ademola Lookman (RB Leipzig) nach seinem Siegtreffer
RBL-Neuzugang kam in der 78. Minute in die Partie und entschied zehn Minuten später das Spiel mit seinem Treffer (88.). Bildrechte: IMAGO
Torjubel: Trainer Ralph Hasenhüttl (RBL) Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig
Freude pur bei den Sachsen. RBL-Coach Ralph Hasenhüttl ließ es sich nicht nehmen und sprintete über das halbe Feld zu seiner Mannschaft. Bildrechte: IMAGO
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Trainerstimmen

Ralph Hasenhüttl (Leipzig): "Es war heute wichtig, die Null stehen zu haben. Vorne hilft dann halt auch mal einen Neuzugang. Er hatte Glück, dass ich ihn drauf gelassen habe. Er hatte nur ein Paar Schuhe aus England mit und ist viel rumgerutscht. Es war für unseren weiteren Weg ganz, ganz wichtig."

Dieter Hecking (Mönchengladbach): "So ein Spiel musst du unentschieden spielen, deshalb bin ich so sauer. Beide Mannschaften können besser spielen. In Köln haben wir das späte Gegentor bekommen, heute wieder. Solche engen Spielen musst du einfach gewinnen, das ist das, was wir uns vorwerfen müssen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Februar 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2018, 21:58 Uhr

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36 Kommentare

06.02.2018 10:57 Sr.Raul 36

Im Vergleich zu den von Dir genannten bekannten Begrifflichkeiten, @35 (RBLer), konnte mir noch Niemand den Begriff Rasenballsport definieren. Böse Zungen behaupten ja, dass er in der offiziellen Schreibweise (RasenBallsport) ein Kunstbegriff ist. Eingeführt, weil der 99%ige Eigner der RasenBallsport Leipzig GmbH., die österreichische Red Bull GmbH., ihren Fußball-Unternehmenszweig nicht so nennen darf und mit den dominanten Buchstaben R....B... im Gesamtwort das Unternehmenskürzel trotzdem präsent ist. Mal Schauen was @hotte dazu meint, dass mit dem Turnvater war schon mal ein guter Einstand.

06.02.2018 09:37 RBLer 35

@34 Sr. Raul: Wo ist das Problem bei Rasenball? An VfL (Verein für Leibesübungen), VfB (Verein für Bewegungsspiele), VfR (Verein für Rasenspiele) hat ja auch niemand etwas auszusetzen. Das sind traditionelle Vereinsbezeichnungen, die heute auch etwas altbacken klingen. Und da kannst du Rasenball dann auch einordnen, als Vereinsname im Geiste von Turnvater Jahn. (Grins!) Denn es ist egal, welchen Sport du im Verein treibst. Hauptsache du bewegst dich. Ihr habt euch nur alle an die Fussballdominanz gewöhnt.

06.02.2018 06:48 Sr.Raul 34

Musste nich, @31 (hotte), gibt es schon genug ausgewählte Werke drüber. Aber Danke trotzdem, dass Du am Großen Ganzen mitwirken magst. Aber wie heißt es so schön. Viele sind berufen, nur Wenige sind auserwählt. Für das Erstlingswerk sollte man sich auch erst einmal etwas Überschaubares und dennoch Anspruchsvolles aussuchen. Mir z.B. konnte noch Niemand den Begriff Rasenballsport definieren. Ist das nun Golf, Tennis, Hockey, Frisbee, Fußball, Alles zusammen? Eventuell bist Du ja der Berufene, welchem Das gelingt. Also, ran an die Recherche und gutes Gelingen.

05.02.2018 21:42 Sepp M. 33

Gibt es bei Dynamo überhaupt noch jemanden, der sich daran erinnern kann? Die meisten liegen doch schon unter der Erde.

05.02.2018 20:43 Dynamo-Fanarmy 32

He Dosen , wenn Ihr wissen wollt , wie man Bayern München schlägt , einfach mal bei der Legende des Ostens , dem beliebtesten Verein des Ostens, der großen SGD anfragen

05.02.2018 17:26 hotte 31

Sr.Raul
ich überlege nun schon längere Zeit wie ich die Saga von Schalke titeln soll.

05.02.2018 16:34 heino 30

Glückwunsch RBL !!! So kann es ruhig weiter gehen.Wenn man die nächsten zwei Spiele einigermaßen erfolgreich gestaltet( 4 Punkte), dann bin ich überzeugt, dass man bis zum Ende oben mit
spielt. Ergebnistechnisch war der gesamte Spieltag ein Segen für RBL. Was da 10, 11 und 12, Woche für Woche hier schreiben ist nur erbärmlich!

05.02.2018 12:18 Sr.Raul 29

Das war in MG (fast) nahtlos Teil II der beliebten Fußballsaga "Wie schlage ich mich selbst?". Was d(ie)er Eine(n) nicht fängt und aus der eigenen Überlegenheit nicht gebacken bekommt, bekommt(en) d(ie)er Andere(n) nicht in die "Bude". Muss man am Ende des Tages auch in MG nicht jammern, auch wenn hier die Vorstellung ebenfalls eine Andere war.

04.02.2018 00:30 Boney M. 28

Ich bin ja gerne kritisch gegenüber Red Bull Leipzig, die PK von Ralf Rangnick hat bei mir aber schon fast wieder "Kultstatus", dieses Mal im positiven Sinne...

04.02.2018 00:06 Marcel 27

@19 RBLer Das ich "4 Ultras" ironisch gemeint habe, scheint hier jeder begriffen zu haben...nur einer scheinbar nicht ;-)

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