Fußball | Bundesliga RB Leipzig stößt Tor zur Champions League weit auf

Spitzenspiel Bayern München gegen Borussia Dortmund? Von wegen! Beim Spiel Leverkusen gegen RB Leipzig bekamen die knapp 29.000 Zuschauer beste Fußball-Unterhaltung geboten. In einem rasanten, intensiven und torreichen Spiel bezwangen die Sachsen einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze und konnten sich ausnahmsweise auch mal beim Videoassistenten bedanken.

von Marcus Teichmann

Leipziger Torjubel nach dem Treffer zum 2:4 durch Matheus Cunha.
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Erste Halbzeit pfui, zweite Halbzeit hui

Dabei kam die Elf von Ralf Rangnick nur schwer in die Partie. Die RB-Kicker agierten zu passiv, kamen nicht in die Zweikämpfe und ließen den Gastgebern vor allem im Mittelfeld zu große Räume, die deren herausragende Offensive um Brandt, Havertz und Volland zu nutzen wussten. Das 2:1 für Leverkusen zur Pause war für die Gäste noch schmeichelhaft, die Werkself hatte einige hochkarätige Chancen auf 3:1 oder 4:1 zu erhöhen, scheiterte aber immer wieder am stark parierenden Peter Gulacsi. Die beste Defensive der Liga ließ sich vom Gegner regelmäßig narren. Kapitän Willi Orban erklärte nach dem Spiel selbstkritisch: "Wir sind nicht gut in die Partie gekommen, uns fehlte die Handlungsschnelligkeit und die Knochen waren noch müde vom DFB-Pokalspiel in Augsburg. Aber wir haben uns in der Halbzeit zusammengesetzt und gesagt, wir lagen hier schon einmal hinten und haben die Partie noch gedreht. Genau das wollten wir wieder schaffen."

Rangnick reagierte zur Pause und stellte taktisch sowie personell um. Mukiele und Cunha ersetzten Haidara und Klostermann, der erneut Probleme mit den Adduktoren hatte. Fortan spielten die Roten Bullen nicht mehr mit einer Viererkette, sondern einer Dreierkette und bekamen die Parte mit zunehmender Spieldauer besser in den Griff. Gleichzeitig baute Leverkusen überraschend stark ab und offenbarte erneut eklatante Defensiv-Probleme. Nach den Niederlagen gegen Bremen (1:3) und Hoffenheim (1:4) war das 2:4 die dritte deutliche Niederlage in Folge - und 11 Gegentore in drei Spielen sind eindeutig zu viel für einen selbsternannten Champions-League-Aspiranten. Dennoch war an diesem Nachmittag nicht alles auf eine Leistungssteigerung der Leipziger und einem gleichzeitigen Leistungsabfall der Werkself zurückzuführen.

Emil Forsberg verwandelt geghen Torwart Lukas Hradecky einen Elfmeter.
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VAR entscheidet zweimal zugunsten von RB

In der Vergangenheit hatten die Leipziger eher wenig Glück mit dem Videoassistenten. Häufig entschied er in kritischen Situationen oder 50:50-Entscheidungen gegen die Sachsen, wie zuletzt in Nürnberg (Foulspiel Konate im Strafraum) oder Stuttgart (Handspiel Orban im Strafraum). Doch gegen Leverkusen war das Glück auf ihrer Seite. Dem zurückgepfiffenen 1:3 von Bailey ging noch eine klare Abseitsposition voraus, wäre aber wohl die Vorentscheidung und der vorzeitige Knock-Out für RB gewesen. Stattdessen wirkte es wie ein Hallo-Wach-Effekt und Werner gelang 10 Minuten später der Ausgleich zum 2:2.

Die fragwürdigste Entscheidung war allerdings der Elfmeter gegen Mitchell Weiser in der 70. Minute, der im Strafraum aus kürzester Nähe den Ball an die Hand bekam. Schiedsrichter Welz ließ erst weiterlaufen, schaute sich die Szene nach einem Hinweis aus Köln aber noch einmal in der Review-Zone an und entschied dann auf Strafstoß, den Forsberg sicher verwandelte. Statt 1:3 hieß es also 3:2. Bei Spielern und Verantwortlichen von RB stieß das "Geschenk" allerdings auf Unverständnis. Forsberg kritisierte die aktuelle Regel-Auslesung: "Das macht mir ein bisschen Sorge. Wir müssen eine klare Linie bekommen, was Elfmeter ist und was nicht. Ich muss ehrlich sagen, für mich war das kein Elfmeter." Auch Rangnick stieß ins gleiche Horn, auch wenn er grundsätzlich für den  Einsatz des Videoassistent ist: "Ich hätte keinen Elfmeter gegeben. Was soll Weiser da machen? Das war doch keine Absicht. Er hat auch kein Tor oder einen Abschluss verhindert."

Ralf Rangnick
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Spitzenspiele gegen Wolfsburg und Gladbach

Man könnte im Nachhinein von ausgleichender Gerechtigkeit gegenüber dem vermeintlichen Handspiel von Orban in Stuttgart sprechen oder eben, dass RB Leipzig das Glück in der zweiten Halbzeit erzwungen hat. Fakt ist jedenfalls, dass die Champions-League durch den siebten (!) Auswärtssieg in Folge erneut ein Stück näher gekommen ist. Mit dem Heimspiel gegen Wolfsburg am kommenden Wochenende und dem anschließenden Auswärtsspiel in Gladbach stehen zwei weitere Schlüsselspiele gegen direkte Konkurrenten an, die bereits eine Vorentscheidung bringen könnten. Und dann ist ja auch noch die große Chance auf das DFB-Pokalfinale in Berlin…

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. April 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. April 2019, 10:40 Uhr

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21 Kommentare

09.04.2019 06:47 Sr.Raul 21

Ja, @19 (Bernd), dass DFB-Hausblatt schreibt es so. Es geht hier auch nicht um G-R gegen Serdar, dass war i.O. und logische Folge mit vorher Gelb. Ich starte mal die Aufzählung: Bruma vs. Rebic (?) falsch bewertet trotz TV-Bild, Embolo mit ausgestrecktem Arm im 16er weggedrückt, keine Meldung aus dem Keller, Cali bekommt den Ball erst an die Schulter und wird vorher noch weggedrückt, in so einem Gedrängel eine völlig normale Armhaltung in der Bewegung, Lewandowski drückt seinen Gegenspieler klar in den Rücken und erst dadurch kommt Hummels überhaupt zum Kopfball. Ich bleibe dabei, sie können es einfach nicht und sind nach wie vor nicht in der Lage zu einheitlichen Auslegungen. Es bringt daher mehr Unruhe als vorher. Da kann "ich" das teure Spielzeug auch wieder einpacken.

08.04.2019 16:01 CDU Wählerin 20

FC Bayern die Südsterne machen es dieses Jahr mal spannender als die letzten 6 Jahre wo sie immer meilenweit vorneweg und vorzeitig Meister wurden
Neider sind wie immer drollig und schwer erarbeitet Pokalspiel mit Bremen sollte spannend werden, Vor Jahren waren es die Klassiker und auch Leipzig sollte Zweitligist Hamburg abservieren.

08.04.2019 13:09 Bernd 19

@Raul wobei der Kicker sowohl bei Gelb-Rot als auch dem Handspiel diese Entscheidungen als regelkonform bewertet hat.

08.04.2019 07:45 Sr.Raul 18

Naja, @12 (jörg), es war wohl allgemein wieder ein WE wo eindrucksvoll bewiesen wurde, sie können es einfach nicht! Die "lausigen Amateure", würde ein gewisser Egon Olsen jetzt sagen. Der 11er zum 2:3 war freilich keiner. Ebenso hätte das 1:0 der Bayern nicht gelten dürfen, Lewandowski stößt klar seinen Gegenspieler weg und über die Titelträger "DFB-Oberlusche (n) des WE" auf dem Platz und im "Keller" beim Spiel S04-E.F. fehlen gebührende Zeit und Platz einer Kommentierung. Kompliment aber für das Cunha-Tor. War stark gemacht, muss man anerkennen bei aller "Liebe".

07.04.2019 20:16 Quentin aus Mondragies 17

Korrektur: 7 Punkte im schlechtesten Fall bis Europa League, oder? Weiter so, die Traditionsklubs nehmen sich gegenseitig die Punkte ab. Darauf eine rote Brause.

07.04.2019 20:03 RumBelballer 16

@ 4 Voice, leider macht das "Smart-phone" manchmal was es will und korrigiert es in seinem Sinne, daher Urban :-). Und glauben Sie mir, ich habe bestimmt besseres zu tun , als mir ein Spiel des Getränkekombinats anzusehen. Die Sportschau reicht da völlig aus.
Und bei meiner Antwort an den Verfasser des Kommentars ging es genau um diesen Handelfer, es war nämlich Hand und das ohne mimimi :-)
@ w.a. , darum ging es nicht und mir versaut bestimmt ein RBL nicht den Tag oder gar die ganze Woche oder habe ich jemals behauptet, das die mit was bedeuten?
Siehst Du, liegst wieder mal falsch ;-)
@Bernd, hatte ich nicht geschrieben :" habe ich erst ....."? Die machen den ganzen Tag nichts anderes als Fußball spielen, Strafstöße schinden, fallen lernen..... usw. Und damit meine ich ALLE.

07.04.2019 19:31 Real 15

Die Schiedsrichter danken, und gratulieren den# 12 Jörg zu seinen super Fussballverstand. Also, ich glaube das RB ohne die Schiedsrichter wohl absteigen würden. Und trotzdem gewinnt Geld, es ist halt heute so....

07.04.2019 19:17 MikeZ 14

Sehr geehrter Herr Rumbelballer , alias Pipi Langstrumpf , ich mal mir die Welt wie sie mir gefällt.
Kein Spieler der Welt wird bei einem Handspiel den Elfer absichtlich neben das Tor schießen. Typischer substanzloser Anti RB Kommentar.
Aber vielleicht gehen die Spieler ja demnächst vor der Ausführung zum Monitor um nach der 5. Zeitlupe einzuschätzen, oh , vielleicht war das nicht strafbar, da schiess ich mal daneben. Lächerlich.

07.04.2019 18:18 w.a. 13

Mensch Rumbelballer, es muss für dich ja immer ein versautes Wochenende sein wenn RB gewinnt. Wirst dich aber noch einige Wochen ärgern können, denn unsere Leipziger Jungs spielen einen richtig guten Fussball. Was für ein Seegen für die Stadt Leipzig.Danke RB.

07.04.2019 18:15 jörg 12

Wir grüssen Red Bull Leipzig und seine Schiedsrichter.