Die Spieler von RB Leipzig sind enttäuscht
Bedient nach der Punkteteilung: Der Auftakt ins 3. Bundesliga-Jahr verlief für RB bisher enttäuschend. Bildrechte: imago/Jan Hübner

Fußball | Bundesliga Von Unterhaltungswerten und einem großen Problem

2. Spieltag

RB Leipzig hat sich in die Europa League vorgekämpft, in der Bundesliga ist der Start aber mehr als holprig. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn die Leipziger haben einen dünnen Kader und damit ein dickes Problem.

von Sven Kups

Die Spieler von RB Leipzig sind enttäuscht
Bedient nach der Punkteteilung: Der Auftakt ins 3. Bundesliga-Jahr verlief für RB bisher enttäuschend. Bildrechte: imago/Jan Hübner

Langeweile gibt es bei RB Leipzig derzeit nicht. Die Punktausbeute in der Bundesliga ist nach zwei Partien zwar überschaubar, aber der Unterhaltungswert der RB-Spiele ist wirklich enorm. Nach der Partie in Dortmund (1:4) und der Europa-League-Quali gegen Sorja Luhansk (3:2) schraubten Timo Werner & Co. auch den Schauwert der Partie gegen Fortuna Düsseldorf (1:1) mächtig hoch. Viel Tempo, viele Chancen auf beiden Seiten, rassige Zweikämpfe und Spannung bis zum Schluss - für neutrale Zuschauer war es ein Fest.

Emil Forsberg (RB Leipzig 10 Rückennummer 10) schreit nach einer vergebenen Torchance seinen Frust heraus.
Es ist zum Verzweifeln: Strippenzieher Emil Forsberg verhedderte sich zu oft. Bildrechte: IMAGO

Aus Leipziger Sicht betrachtet fällt die Bilanz allerdings nicht ganz so gut aus: Gegen den Aufsteiger vom Rhein waren jedenfalls drei Punkte und nicht nur einer fest eingeplant. Hinzu kamen unfassbare Aussetzer in der Abwehr, viel zu viele gegnerische Chancen, wieder fehlende Effizienz im Angriff und das Ganze dann auch noch in einem erneut nicht ausverkauften Stadion (34.975 Zuschauer), was eines Bundesliga-Heimauftakts schlichtweg unwürdig ist. Wären das punktuelle Probleme, könnte man hinter dem 1:1 einfach einen Haken machen. Sie sind es aber nicht.

Transferperiode verpatzt?

Dass sich sein Team gegen Düsseldorf schwer getan tat, in einen Spielrhythmus zu kommen, verteidigte Ralf Rangnick hinterher als "nachvollziehbar nach dem sehr intensiven Spiel am Donnerstag". Nach nur zwei Bundesliga-Spieltagen muss also schon die Mehrfachbelastung als Erklärung herhalten. Womit wir bei RB Leipzigs großem Problem wären: Der Kader ist mit nur 18 Spielern zu klein. Viel zu klein, beachtet man Rangnicks Eingeständnis, einige seiner Schützlinge würden immer noch ihrer Normalform hinterherrennen. Es fehlt an Alternativen.

Ralf Rangnick
Seine Rückkehr auf den Trainerstuhl hatte sich Ralf Rangnick anders vorgestellt. Bildrechte: IMAGO

Die am Freitag beendete Transferperiode hat so mancher als eine Katastrophe für RB abgetan. Das mag übertrieben sein, schließlich sind die Neuzugänge Matheus Cunha, Marcelo Saracchi und Nordi Mukiele tatsächlich Verstärkungen. Leipzigs Personaldecke vergrößern sie aber nicht genug. Ralf Rangnick kann diesem Umstand durchaus Positives abgewinnen: "Dieser kleine Kader hat auch Vorteile - jeder wird gebraucht, jeder kann und muss Verantwortung übernehmen." Das mag eine redliche Interpretation des RB-Dilemmas sein, Punkte für die Bundesliga-Tabelle gibt es dafür allerdings nicht.

Nur eine Durststrecke?

Entspannung an der Personalfront ist nur mit dem Fernglas zu sehen. Zwei weitere Neuverpflichtungen stecken bereits in der Pipeline, kommen aber definitiv erst im Januar. Und so stellte Rangnick am Sonntag klar, "dass wir mit diesem kleinen, aber in Topform durchaus feinen Kader die Spiele bis Weihnachten so gut wie möglich bestreiten." Das klingt, als stünde RB da eine kleine Durststrecke bevor. Der Blick in den Kalender lässt die Lage aber dramatischer erscheinen: Bis zur Winterpause sind es (nach der Länderspielpause) noch 14 Wochen. Und in denen muss RB Leipzig 22 (zweiundzwanzig!) Pflichtspiele bestreiten. Langeweile ist beim Bundesligisten also auch in Zukunft nicht zu befürchten.

RB Leipzig - Fortuna Düsseldorf in Bildern

RB Leipzig hatte in der Partie gegen Düsseldorf Pech im Abschluss und offenbarte Schwächen in der Defensive. Folglich reichte es nur zum Remis. Sehen Sie hier noch einmal die Bilder zur Partie.

Zweikampf um den Ball zwischen Diego Demme (RB Leipzig 31, Rückennummer 31/ li.) und Andre Hoffmann (Fortuna Düsseldorf 3/ re.)
Es ging von Anfang an zur Sache: Hier versuchte Andre Hoffmann den Leipziger Diego Demme am Schuss zu hindern. Bildrechte: IMAGO
Zweikampf um den Ball zwischen Diego Demme (RB Leipzig 31, Rückennummer 31/ li.) und Andre Hoffmann (Fortuna Düsseldorf 3/ re.)
Es ging von Anfang an zur Sache: Hier versuchte Andre Hoffmann den Leipziger Diego Demme am Schuss zu hindern. Bildrechte: IMAGO
RB Leipzig - Fortuna Duesseldorf emspor, v.l. Diego Demme (RB Leipzig), Timo Werner (RB Leipzig), Niko Giesselmann (Fortuna Duesseldorf)
Gegen den Aufsteiger wurde von RB wie gewohnt früh gepresst. Diego Demme und Timo Werner setzten Niko Gießelmann unter Druck. Bildrechte: IMAGO
Fussball 1. Bundesliga, RB Leipzig - Fortuna Duesseldorf emspor, v.l. Nordi Mukiele (RB Leipzig) verletzt am Boden
Es war eine intensiv geführte Partie, das bekam auch Neuzugang Nordi Mukiele zu spüren. Der Abwehrspieler konnte aber weitermachen. Bildrechte: IMAGO
RB Leipzig vs. Fortuna Düsseldorf , Im Bild v.l.: Jean-Kevin Augustin (29, RB Leipzig) vor Kaan Ayhan (5, Fortuna).
Der aktive Jean-Kevin Augustin sorgte immer wieder für Gefahr im Strafraum der Fortuna. Bildrechte: IMAGO
RB Leipzig - Fortuna Duesseldorf emspor, v.l. Trainer Friedhelm Funkel (Fortuna Duesseldorf) gibt Anweisung
Es sah nicht immer danach aus, aber Düsseldorf-Coach zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Teams. Bildrechte: IMAGO
Jubel bei Torschuetze Matthias Zimmermann (Fortuna 25) und seinem Team nach dem 0:1 Tor beim Spiel RasenBallsport Leipzig (RB) vs Fortuna Duesseldorf
Schock für RB: Die Fortuna bejubelte den Führungstreffer durch Matthias Zimmermann ausgiebig. Bildrechte: IMAGO
Während Jean-Kevin Augustin das 1:1 erzielt, schauen Andre Hoffmann, Matthias Zimmermann, Nordi Mukiele, Marcel Sobottka und Marcel Sabitzer zu.
Den einzigen Treffer der Sachsen erzielte Jean-Kevin Augustin. Er traf zum 1:1-Endstand. Bildrechte: IMAGO
Kevin Kampl, Emil Forsberg und Diego Demme enttäuscht
Kevin Kampl, Emil Forsberg und Diego Demme waren enttäuscht über das Remis gegen den Aufsteiger. Bildrechte: IMAGO
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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 02. September 2018 | 15:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2018, 08:31 Uhr

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12 Kommentare

04.09.2018 18:36 Klatschpappe 12

Wenn RB die meisten Spieler zu den Nationalmannschaften abstellt, kann der Kader ja nicht so schlecht sein. Man muss halt nur eine schlagkräftige Truppe daraus machen. Für das Mittelfeld in der Bundesliga wird es reichen und mit dem EL-Gewinn spielt man ja auch in der Champions League.

04.09.2018 11:04 heino 11

5.Marcel, wo hast du denn das gelesen, dass Timo Werner vor der Saison RBL verlassen wollte? Schon wieder Unsinn von dir! Gute Besserung !

03.09.2018 20:42 Quentin aus Mondragies 10

Jammern auf hohem Niveau. Ich habe Spass beim Zuschauen und irgendwann klappt's auch wieder mit dem Ergebnis. Ein Jahr Abstiegskampf ist doch auch spannend. Ansonsten finde ich die Eintrittskarten momentan einen Tick zu teuer. Da fehlen dann halt Mal ein paar Zuschauer.

03.09.2018 16:17 Rennsteiger 9

Realistische Zustandsbeschreibung.VerpatzteTransferperiode? Das kann man so sehen. Nur eine Durststrecke? Ich hoffe es ! Das bevorstehende Mammutprogramm wird happig

03.09.2018 15:53 Realist 8

Bleibt doch als Ausweg nur ein geordneter Neuanfang in Liga 2.

03.09.2018 15:36 K. 7

Schön, danke Fortuna!

03.09.2018 15:30 Lafa65 6

Hallo Herr Kups wer hat Ihnen denn die rosa Brille aufgesetzt? Abgesehen vom Uru war die Transferperiode vom Versagen der Verantwortlichen bei RB gekennzeichnet.Der Höhepunkt bzw.eine Lachnummer ist die Bekanntgabe der zwei Wintertransfers einen Tag nach Sommertransferschluss.
Mich würde auch interessieren ob Nagelsmann eine Zweitligamannschaft trainiert.

03.09.2018 14:14 Marcel 5

Wollte der äußerst sympathische und faire T. Werner nicht vor der Saison zu einem "Weltklasseverein" wechseln um dort sein "wahres Potential" zu entfalten? Was rote Brause bei Spielern und Zuschauern so bewirken kann...phänomenal.

03.09.2018 14:13 Scipio 4

Bin auch in der Arena gewesen. Die Schlussphase war beängstigend. Nach vorn ging nichts, nach hinten ließ man gefährliche Konter zu. Timo Werner hat in der Startelf nichts zu suchen. Drei gute Szenen in 90 Minuten sind eine unterirdische Quote.

03.09.2018 12:59 Lieselotte Müller 3

wir Fenns ausm Vogtland von unsern Heimatverein RBL drüggen unserm Sturmtank Timo Werner ganz feste die Dauhmen, das er viele viele Tore schiest und wir deuschter Meister wern.
Mein Männe hat mier zum Gepurtstag am 31.8. ein Pohster von Y. Paulsen geschänkt.Der ist viel hüpscher als wie CR7!

Sport frei und ein Gebeet für unsern Gönner und Mettzehn D. Matteschitz!