v.l.: Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) und Santiago Ascacibar (6, Stuttgart).
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Fußball | 1. Bundesliga Ligak(r)ampf – So wird das nichts mit der Champions-League!

Während RB Leipzig international von Erfolg zu Erfolg eilt, kommt der Verein in der Liga nicht voran. Ganz im Gegenteil: Der Abstand zu den Champions-League-Plätzen wird immer größer. Während die Spieler ratlos und frustriert wirken, möchte der Trainer die aktuelle Situation nicht überbewerten. Doch die Lage des Vizemeisters ist durchaus bedenklich.

von Marcus Teichmann

v.l.: Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) und Santiago Ascacibar (6, Stuttgart).
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Hätte, wenn und Aber…

Naby Keita (vorn, 8, RB Leipzig) und Christian Gentner (20, Stuttgart).
Mittelfeld-Ass Naby Keita hatte in der Partie gegen den VfB Stuttgart keinen leichten Stand. Immer wieder stand ein Stuttgarter Bein im Weg. Hier grätscht Christian Gentner (hi./Stuttgart) Keita ab. Bildrechte: Picture Point

Die Situation wäre dabei gar nicht so angespannt, hätte das Team zuvor nicht fahrlässig wichtige Punkte liegen lassen. Rückblickend sind die Niederlagen gegen Köln, Freiburg und das Remis doppelt schmerzhaft. Bei heimstarken Freiburgern führten sie 20 Minuten vor Spielende mit 1:0 und hätten das Ergebnis nur über die Zeit bringen müssen. Stattdessen fingen sie sich zwei Standardgegen-Tore und standen am Ende mit leeren Händen da. Auch das glanzlose Remis gegen den Hamburger Sportverein tut weh. Der HSV war spielerisch so limitiert, dass eine Mannschaft mit internationalen Ansprüchen den Gegner souverän hätte bezwingen müssen. Der FC Bayern hat es kürzlich vorgemacht.

Die 1:2 Heimniederlage gegen den Tabellenletzten aus Köln war ebenfalls unnötig und nicht eingeplant. Bereits zur Pause hätten die "Roten Bullen" 3:0 führen müssen. So steht aber gerade mal ein mageres Pünktchen aus diesen drei Spielen auf der Habenseite – statt mindestens fünf Punkten. Mit vier Punkten mehr würde Leipzig auf Rang vier stehen und hätte lediglich zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten FC Schalke 04. Das Remis gegen den Konkurrenten aus Dortmund und heimstarke Stuttgarter wäre dann völlig in Ordnung gewesen. Aber so?

Die Horrorbilanz

Aus den letzten 13 Ligaspielen konnte die Hasenhüttl-Elf lediglich drei (!) Partien gewinnen, auswärts gab es sogar nur einen Sieg aus den letzten acht Spielen. Dazu gab es nur zwei statt der möglichen zwölf Punkte aus den letzten vier Begegnungen. Das ist die Bilanz eines Mittelfeld-Teams und nicht eines Champions-League-Aspiranten. Während die Spieler davon sprechen, dass der „letzte Punch“ fehlt (O-Ton Willi Orban) oder offensiv „keine Lösungen“ gefunden werden (O-Ton Diego Demme), mahnt Hasenhüttl zur Ruhe:  „Die Reise bis zum Saisonende ist noch weit, der Abstand auf die Champions-League-Ränge gering. Wir werden deshalb auch die Europa-League nicht vernachlässigen. Vor der Saison hätte ich den aktuellen Tabellenplatz sofort unterschrieben.“

Die Gelassenheit des Coaches überrascht. Denn auch Ralf Rangnick dürfte nicht entgangen sein, dass die Mannschaft spielerisch stagniert und ohne das Umschaltspiel (was zuletzt auch immer seltener funktionierte) erhebliche Schwierigkeiten hat, sich Torchancen zu erarbeiten. Vor allem gegen die vermeintlich „kleineren“ Teams tut sich der noch amtierende Vizemeister schwer. Zuletzt kapitulierte das Trainerteam vor der Aufgabe, die Gegner mit Ballbesitz zu bespielen und entschied sich, wieder etwas defensiver zu agieren, um der gegnerischen Mannschaft den Ball zu überlassen und wieder vermehrt ins Gegenpressing zu kommen. Doch selbst diese Taktik führte zu überschaubarem Erfolg, von der Erfolgsmannschaft aus der vergangenen Saison ist kaum etwas übrig geblieben.

Etwas Licht im Dunkeln

Trainer Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig)
Trotz der zuletzt mageren Punkteausbeute strahlte RBL-Coach Ralph Hasenhüttl auch nach dem Stuttgart-Spiel Zuversicht aus und hält die Qualifikation für die Champions-League-Plätze weiterhin als realistisch. Bildrechte: Picture Point

Vier Punkte Rückstand auf den Tabellenvierten Leverkusen, sechs auf den Zweiten Schalke und von hinten drückt Hoffenheim. Am nächsten Wochenende kommen die Bayern. Gibt es da überhaupt noch Hoffnung? Ja. Zumindest teilweise. Die letzten drei Spiele (inkl. Europa-League) wurden nicht verloren. Das 1:1 gegen Dortmund war in Ordnung, der Sieg gegen St. Petersburg hochverdient und gegen den VfB blieb die Abwehr zumindest das erste Mal seit vier Spielen wieder ohne Gegentor. Die Saison ist mit noch acht zu absolvierenden Partien lang, mit Leverkusen und Hoffenheim müssen auch noch zwei Konkurrenten in Leipzig spielen.

Gelingt am Donnerstag gegen Zenit der Einzug ins Viertelfinale und gegen Bayern ein Punktgewinn, wäre das ein Befreiuungsschlag, der alle Kritiker verstummen lassen würde. Doch wie es im Fußball so ist, kann es auch ganz schnell in die andere Richtung kippen. Und dann ist die Frage, wie kurz die Zündschnur von Ralf Rangnick ist, wenn die ambitionierten Pläne für die kommende Saison in ernsthafter Gefahr sind. Alexander Zorniger musste diese Erfahrung bereits schmerzlich machen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 12. März 2018 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2018, 08:00 Uhr

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33 Kommentare

14.03.2018 07:33 Sr.Raul 33

Knirscht doch schon, @31 (Polarstern). Sind aus dem Rennen um den Titel "Schlechtester Vizemeister aller Zeiten" schon längst raus, die Luschen. Satire aus! Gab übrigens schon einige Serien wo es auch bei den Bajuffen knirschig lief, geklappt es zumeist trotzdem. Weil: Bajuffen-Jäger wie der glor- und ruhmreiche S04 leider meist nicht konstant genug agieren. Selbst der Skandal zu HH am 19.5.2001 wäre für die Katz gewesen, hätte man sich 7 d zuvor nicht in S und Minute 90 noch das 1:1 einschenken lassen. Paradebeispiel meiner These, Merk hin, Merk her.

13.03.2018 21:49 Quentin aus Mondragies 32

Am Sonntag ist es bewölkt und vom Stern des Südens wird nichts zu sehen sein. Das Einzige was mir Sorgen macht, ist das Ribery, Robben und Co. um Vertragsverlängerung kämpfen und nochmal alles aus sich rausholen.

13.03.2018 18:32 Polarstern 31

@19 Stern des Südens: Bin auf den großen Umbruch gespannt. Ribery, Robben, Lewandowsky sind Kandidaten, die zu ersetzen sind. Vielleicht auch Alaba. Nach Jupp legt dann noch der Tuchel Hand an und macht die Mannschaft soviel "besser", wie er das schon in Dortmund gemacht hat. Die Liga wird ihre Chance wittern. Das wird eine Freude für alle nicht Fans des Sterns im Süden, wenn´s im Bayern Getriebe knirrscht.

13.03.2018 15:36 Nordsachse 30

@19 Stern des Südens: Wie die Geschichte uns lehrt, hat nichts ewig Bestand. Das römische Reich, die Herrschaft Napoleons, die Berliner Mauer usw. Alles verschwunden. Und so werden auch die Bayern einmal in den Geschichtsbüchern landen, als ein ehemals erfolgreicher Fussballverein.

13.03.2018 15:29 Bernd 29

@24, jetzt mehrfach diesen Artikel gelesen, das von Willi Orban hier nicht gefunden. Ach ja Udo ist Hasser und muss eben Beleidigungen loswerden sonst fühlt er sich schlecht. Wenn das Tradition ist braucht das niemand!!!

13.03.2018 14:13 Rennsteiger 28

Natürlich, Zwigger, bleibt es spannend. Manchmal auch mehr als einem lieb ist. Trotzdem, gerade wegen der Spannung mag ich ja Fußball

13.03.2018 12:31 zwigger 27

Jetzt mal ohne Kaffeesatz Leserei
Wenn ihr gegen die Bajuwaren verliert, kann es passieren das ihr ganz aus den Internat. Rängen verschwindet. Dann wird es ganz spannend ob die Zuschauerzahl noch weiter nach unten geht und wie lang sich Euer großer Gönner das noch antut. EL hat er in Salzburg schon genug
Es bleibt spannend

13.03.2018 10:25 Dynamo-Fanarmy 26

Einfach mal die große SGD fragen , wie man Zenit rauswirft

13.03.2018 06:54 BSG 25

zu2. Stimmt schon.....
Mateschitz hatte die Vision, nach Rennsport, wo er merkt, dass Redbull Racing auf Dauer niemals an Mercedes vorbei kommt ( Formel1), DAS grosse zweite Feld , nämlich Fussball mit seinem Marketing zu besetzen.
Dafür suchte er sich eine Stadt aus, wo sportlich rundrum nichts hochklassiges läuft.
Wenn im Weltsport Formel1 der Olymp schon nicht erreicht wird, dann eben beim Fussball.In England und Spanien ist dies unmöglich, ManCity hat die Scheichs, Spanien Real. Diese zu stürzen, unmöglich, jetzt Deutschland. Nur, der Mercedes hier ist der FcBayern. Und auch hier wird er sich die Zähne ausbeißen. Er hat den grandiosen Fehler begangen, dies zu glauben. So wird Redbull ewig ein Hoffenheim,Wolfsburg oder Leverkusen bleiben- Ein guter Sportverein- Ohne Gesicht.

13.03.2018 03:36 Udo841 24

Der Tweet von Orban gefällt mir. So wenig Hirn muss man erst mal haben. Zu wenig in viel Aufwand investiert ?