Lukas Rupp und Naby Keita
Bildrechte: Picture Point

Fußball | 1. Bundesliga "Jeder hat mal einen rabenschwarzen Tag"

Autsch, das hat gesessen. Der Vizemeister hat die Generalprobe vor dem Champions-League-Spiel gegen Besiktas Istanbul ordentlich in den Sand gesetzt. Die beteiligten Akteure versuchten nach Abpfiff, die Niederlage nicht überzubewerten und richteten den Fokus bereits auf Mittwoch.

von Marcus Teichmann

Lukas Rupp und Naby Keita
Bildrechte: Picture Point

Kiel, Sandhausen und Hoffenheim

Das 0:4 ins Sinsheim ist nicht nur die höchste Auswärts-Niederlage der noch jungen Vereinsgeschichte, sondern reiht sich auch in eine Serie historischer Niederlagen ein, die allen RB-Fans einen kalten Schauer verursacht. Im Februar 2011, damals noch zu Regionalliga-Zeiten und mit Tomas Oral als Coach, verloren die Bullen ihr Heimspiel gegen Holstein Kiel mit 1:5. Im Mai 2015, in der 2. Bundesliga, setzte es ebenfalls vor heimischem Publikum eine deutliche 0:4-Pleite gegen den SV Sandhausen. Die damalige 10-Mann-Polonaise durch den gesamten Gäste-Block hat sich ins Gedächtnis der Leipziger Fans eingebrannt.

Unvergessen bleibt auch die 0:3-Niederlage in der 2. Runde des DFB-Pokals bei der SpVgg Unterhaching nach einer indiskutablen Vorstellung im Oktober 2015 – allerdings mit einer B-Elf. In der Bundesliga gab es in der letzten Saison gleich drei 0:3-Niederlagen: Auswärts beim FC Bayern München und Werder Bremen und daheim gegen den Hamburger SV (kein Witz!). Nun also das 0:4 in Hoffenheim, verursacht durch einen kraft- und ideenlosen Auftritt in der Kältekammer der Rhein-Neckar-Arena.

Fans von RB Leipzig
Fans von RB Leipzig in Sinsheim. Bildrechte: Picture Point

Wenn die Statistik trügt…

Die Statistik sah dabei gar nicht so schlecht aus: 7:0 Ecken, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, über 62 Prozent Ballbesitz und ein ausgeglichenes Torschussverhältnis von 11:11. Letztlich schoss aber die TSG Hoffenheim alle vier Tore und das letztlich nicht unverdient. Denn RB hatte zwar deutlich mehr vom Spiel, kam aber nicht gefährlich vor das gegnerische Tor. Über die Hälfte der elf Torschüsse setzte Emil Forsberg außerhalb des Strafraums ab, fast alle in die Mitte direkt in die Arme von Oliver Baumann.  Der hohe Ballbesitz resultierte aus brotloser Kunst und zu wenig Tempo, wie auch Kevin Kampl nach dem Spiel zugab: "Wir hatten zwar viel Ballbesitz, da waren aber auch viele Quer- und Rückpässe dabei, so dass Gegner Zeit zum Formieren hatte. Damit war es für die TSG nicht schwer, kompakt zu stehen und auf Konter zu lauern."

Auch die Umstellung auf eine Dreier-Abwehrkette und ein Fünfer-Mittelfeld nach der Halbzeitpause, um das Spiel von hinten besser aufzubauen, verlief im Sande. Statt dem angestrebten Ausgleich setzte es die Gegentore 2,3 und 4. Mit 114 zu 120 Kilometern sind die Leipziger auch sechs Kilometer weniger gelaufen als der Gegner, eine ungewöhnlich hohe Diskrepanz für die Hasenhüttl-Elf. Mittelfeldspieler Diego Demme übte zwar Selbstkritik, wollte die Niederlage aber auch nicht überbewerten: "Wir haben es von Anfang nicht geschafft, uns Torchancen zu erarbeiten. Wir haben nur hin- und her gespielt. Heute haben die Lösungen gefehlt. Aber es ist ja nicht so, dass wir eine schlechte Saison spielen. Wir haben heute einen Scheiß Tag gehabt, aber den werden wir abhaken und Mittwoch unsere Leistung bringen."

Niedergeschlagene Leipziger nach dem vierten Gegentreffer
Niedergeschlagene Leipziger nach dem vierten Gegentreffer. Bildrechte: Picture Point

Auswirkungen auf die Champions-League?

Mittwoch steht das entscheidende Spiel in der Champions-League gegen Bestiktas Istanbul an, das Hinspiel verloren die Bullen noch 0:2. Wird die Klatsche in Hoffenheim Nachwirkungen haben? Noch einmal Kevin Kampl: "Die Niederlage kann passieren, jeder hat mal einen rabenschwarzen Tag. Aber wir legen jetzt schon den Fokus auf Istanbul und werden da anders auftreten". Der wiedergenese Stefan Ilsanker pflichtete ihm bei: "Die Niederlage sagt gar nichts über das Champions-League-Spiel aus. Mittwoch ist ein neuer Gegner und wir spielen zu Hause, da haben wir diese Saison sehr gute Leistungen gezeigt." Es bleibt zu hoffen, dass sie bis dahin ihre gestutzten Flügel wieder gerichtet bekommen und zu gewohnten Höchstleistungen aufsteigen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. Dezember 2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2017, 16:37 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

04.12.2017 13:43 jochen 1

Schnee von gestern!
Jetzt nach vorne sehen!
Der Fokus liegt auf Istanbul!
Auf geht's Leipziger Jungs !
Eine ganze Region steht hinter Euch!
Forza RBL-Leipzig überall!