Mit letzter Kraft und letztem Aufgebot RB Leipzig wahrt Chance auf Champions League

Mit einem leistungsgerechten 1:1 bei Werder Bremen hat RB Leipzig die letzte englische Woche der Saison abgeschlossen. Nach intensiven Monaten mit ständiger Doppelbelastung pfeift die Mannschaft physisch wie psychisch aus letztem Loch und hofft jetzt auf ausreichend Regenerationszeit, um in den verbleibenden vier Spielen mit neuer Kraft doch noch die Champions-League-Plätze zu erreichen.

von Marcus Teichmann

Tor für RB Leipzig.  Ademola Lookman (18, RB Leipzig) erzielt den Treffer zum 1:1 und jubelt mit Ibrahima Konate (6, RB Leipzig).
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Passive 1. Halbzeit - alles nur Taktik

33:43 - so lautete die Anzahl der absolvierten Saisonspiele beider Teams vor der Partie. Während Bremen bereits letzten Freitag in der Bundesliga spielte und somit neun Tage Vorbereitungszeit auf die Begegnung hatte, absolvierten die Leipziger gleich drei Spiele innerhalb der letzten sechs Tage. Erst am Freitag kam die Mannschaft aus Marseille wieder, bereits am Samstag flog sie weiter nach Bremen. Vor diesem Hintergrund entschied sich RB-Coach Ralph Hasenhüttl bewusst, seine Männer in den ersten 45 Minuten defensiver und passiver spielen zu lassen - wohlwissend, dass seine Jungs ein offenes Spiel über 90 Minuten nicht durchgehalten hätten.

Trainer Ralph Hasenhüttl, RB Leipzig.
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl in Bremen. Bildrechte: Picture Point

Kevin Kampl erklärte nach der Partie: "Es ist sehr anstrengend, auf diesem hohen Niveau aller drei Tage zu spielen, das ist alles nicht so einfach. Man kann nicht über 90 Minuten marschieren, dass muss man sich das einteilen." Nach zuletzt neun Gegentoren in den letzten zwei Spielen hatte die defensive Stabilität Vorrang, auch wenn das mit dem 0:1 zur Pause eher suboptimal gelang. Dennoch: Die passive, abwartende Spielweise in der 1. Halbzeit ermöglichte es der Mannschaft, nach dem Pausentee neu anzugreifen und mit letzter Kraft ein Remis zu erkämpfen.  

Hoffnungsträger Lookman?

Einen wesentlichen Anteil am Ergebnis hatte die englische Leihgabe Ademola Lookman, der nach seinem Treffer in Gladbach in Bremen sein zweites Saisontor erzielte. Mit seiner jugendlichen Unbekümmertheit und seinen technischen Fähigkeiten belebte er das so träge Offensivspiel immens. "Er kam raus und war sinnbildlich für unsere Leistung nach der Pause. Er hatte einen guten Zug zum Tor und hat viel probiert, zudem das wichtige 1:1 gemacht", lobte ihn Kapitän Willi Orban nach Spielende. Der 20-jährige Offensivspieler kam trotz Doppelbelastung in den letzten Monaten selten zum Einsatz, da er in der Europa-League nicht spielberechtigt war und in der Liga nicht an Forsberg, Bruma und Sabitzer vorbeikam. Doch durch die Verletzung und das Saisonaus von Sabitzer könnte seine Chance auf mehr Spielzeit gekommen sein.

Tor für RB Leipzig.  Ademola Lookman (18, RB Leipzig) erzielt den Treffer zum 1:1.
Ademola Lookman erzielte das 1:1 gegen Bremen. Bildrechte: Picture Point

Sportdirektor Ralf Rangnick war jedenfalls begeistert von seinem Winter-Transfer: "Seine Leistung hat mir richtig gut gefallen. Er hat gezeigt, dass es alles andere als eine Last-Minute-Notlösung war." Und wie stehen die Chancen auf einen Verbleib von Lookman? "Wenn es nur nach uns ginge, wüsste ich die Antwort schon. Aber das geht es nicht. Wir haben keine Klausel im Vertrag und die Frage nach der Weiterbeschäftigung stellt sich erst am Saisonende, wenn klar ist, was in Everton passiert. Vielleicht gibts dort bald einen neuen Sportdirektor und einen anderen Trainer. Aktuell lässt sich die Frage nach der Zukunft von Lookman nicht seriös beantworten", so Rangnick weiter. Lookman selbst wich der Frage nach seiner Zukunft übrigens aus und meinte lediglich, dass er sich aktuell nicht damit beschäftigen würde sondern den Fokus auf die nächsten Spiele legt." 

Vier Endspiele für die Champions-League

Apropos nächste Spiele. Wenn das bittere Ausscheiden in der Europa-League etwas Gutes hatte, dann das, dass sich RB Leipzig ab sofort eine ganze Woche auf das jeweils nächste Spiel vorbereiten kann. Mit Hoffenheim kommt am Wochenende ein direkter Konkurrent nach Leipzig, danach geht es zu den abstiegsbedrohten Mainzern bevor mit Wolfsburg das letzte Heimspiel wartet. Am 34. Spieltag steigt das Saisonfinale in Berlin. Willi Orban freut sich auf die Pause: "Wir können uns jetzt normal eine Woche auf die Partie vorbereiten, das tut uns sehr gut. Es ist Fakt, dass man mental und körperlich frischer ist".

Sportdirektor Ralf Rangnick im Stadion
RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Ralf Rangnick hofft derweil auf eine kleine Serie zum Saisonendspurt: "Der heutige Auftritt in der 2. Halbzeit sollte uns für die nächsten vier Spiele optimistisch stimmen. In den ersten 13 Spielen haben wir 26 Punkte geholt und auch letzte Saison hatten wir durchgängig einen 2-Punkte-Schnitt - ohne Doppelbelastung. Wir müssen aber vermutlich alle vier Spiele gewinnen". Das Schlüsselspiel Hoffenheim wird bereits die Vorentscheidung bringen, ob es in den restlichen Spielen "nur" um die Europa-League oder doch noch um die Qualifikation für die Königsklasse geht. 

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 10:05 Uhr

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31 Kommentare

18.04.2018 09:16 zwigger 31

Du schafft das schon Rennsteiger
Einfach mal GOOGEL fragen und beim lesen die verklebte Brausebrille abnehmen , dann klappst auch mit dem verstehen

17.04.2018 18:12 Rennsteiger 30

@29 Zwigger Siehste, da sind wir uns doch einig. ich halte die Diskussion um das " Konstrukt" sehr oft für müßig bis sinnlos. Den Ich gehöre zu denen, welche den Unterschied zwischen Besitzer und Sponsor nicht begreifen wollen.

17.04.2018 16:20 zwigger 29

Das wird wieder eine Endlosschleife
Jeder hat seine eigene Meinung ,da wird überall rumgekramt um das Projekt zu rechtfertigen
Fakt ist , es gibt im deutschen Fussball nicht vergleichbares und bevor manche den Unterschied zwischen Sponsor und Besitzer nicht begreifen oder begreifen wollen ist so eine Diskussion sinnlos

17.04.2018 13:54 RBLer 28

Danke Bernd, schön mal die Details zu hören, wie andere mit ihren Modellen 50+1 aushebeln und die Fans an der Nase herumführen.
Wo ist eigentlich Toni? OK, wenn´s um Fakten statt Parolen geht, da klingt er sich aus.

17.04.2018 12:41 Bernd 27

@Raul im weitesten Sinn heist man muss krampfhaft etwas finden warum es etwas anderes wäre. A) Ist es das nicht und B0 hat z.B. Dortmund Türen ge6ffnet durch die RB durch ist. Und das Beispiel von Bayern ja lustig. Die 3 Konzerne mussten jeweils 100 Mio Euro auf den Tisch legen um dann Anteile von 2,8 Mio Euro zu bekommen. Klingt nach sehr dummen Geschaeften fuer die Anleger.

17.04.2018 12:21 Sr.Raul 26

Die Eingangsfrage verstehe ich jetzt nicht wirklich, @25 (Bernd) und zur Grundsatzdebatte meinerseits keine Endlosdebatten mehr, da hat jeder seine Meinung und gut ist. Abschließend: Für mich ist bei einer Anteilsaufsplittung von 75% e.V. und 3 x rd. 8,3% (B.München), 2 x Komplementäre als 100%ige e.V.-Töchter (z.B. FCA und der Ruhrpottvizemeister 2018), die ganze Angelegenheit letztlich im weitesten Sinn mitgliedermitbestimmt. Die "Konzernmütter" sind immer noch die e.V. und selbst die Ausgliederungen konnten irgendwann nur durch Mitgliederbeschlüsse überhaupt auf den Weg gebracht werden.

17.04.2018 10:45 Bernd 25

#Raul, kannst Du auch deutsche Texte? Aber mit 50+1 ja haben viele dafuer gestimmt. Ist aber lustig. Es gibt 33 Fussball Kapitalgesellschaften und bei 11 (darunter RB Leipzig) den Auseinanderfall von Stimmen- und Kapitalmehrheit. Und bei 10 wird die Stimmenmehrheit des Vereins über eine Verwaltungs- oder Beteiligungsgesellschaft wahrgenommen. Damit hat der Verein nur begrenzt Einfluss. Aber bei Abstimmungen heben diese immer kraeftig die Hand so der Kollege von der Parkbank, der 99 % des Kapitals am FC Augsburg haelt, dann Praesident ist und der Einfluss des Vereins ueber eine Beteiligungs GmbH geht. Da ist 50+1 dazu verkommen andere auszugrenzen oder die Fans fuer dumm zu verkaufen. Aber echte Mitbestimmung?

17.04.2018 10:43 RBLer 24

@14 Toni: Schau dir mal die Eigentumsverhältnisse z.B. vom FC Augsburg GmbH & Co. KGaA an und dann weißt du, wo sie spielen würden, wenn sie nicht dem Klaus Hofmann Konsortium zu 99% gehören würden. Mitbestimmung hin oder her! Das ist dort nur Mitgliederfolklore. Die sind zu 100% abhängig vom Geldgeber. Du betreibst doch hier absolute Augenwischerrei.

17.04.2018 10:30 Lieselotte Müller 23

den lieben Gott seidank das unser Heimatverein RBL
nimmer im Europakup spüilt! Diese permanennte Doppel und Dreifachbelastung( mit DFB-Pokkal) geht doch sehr an die Supstanz!
Mein Männe nimmt sich jetze auch ne Auszeit vonner Arbeit, damit er später wieder zupacken kann.
auf gehts Heimatverein ollee!

Furzza RBL und ein Gebeet für Nabby!

17.04.2018 10:13 Sr.Raul 22

Geht mir auch so, @20 (Klatschpappe), vor allem seit letzten Sonntag so um 17:20 Uhr. Das Ganze noch mit einem Blick auf die Tabelle kombiniert, einfach göttlich!