Fußball | Regeln Nagelsmann gegen Gelbe Karten für Trainer

Julian Nagelsmann
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RB Leipzigs neuer Coach Julian Nagelsmann hat sich vehement gegen eine Einführung von Gelben Karten gegen Trainer in der Fußball-Bundesliga ausgesprochen. "Ich finde, dass man da an die Menschlichkeit appellieren muss und nicht alles mit Strafen reguliert. Es ist nicht im Sinne der Sache, dass ein Trainer jedes vierte Spiel auf der Tribüne sitzt, nur weil er Emotionen zeigt", sagte Nagelsmann am Montag am Rande des Internationalen Trainerkongresses in Kassel.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen Bundesliga-Trainer künftig nach drei Gelben Karten für ein Spiel gesperrt werden. Über die Einführung einer solchen Regel wolle die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf ihrer Generalversammlung am 21. August in Berlin beraten.

Nagelsmann sieht darin eine große Gefahr für die Trainergilde. "Ich glaube, dass ein Schiedsrichter viel schneller die Gelbe Karte zeigen wird als er dich früher auf die Tribüne geschickt hat", sagte der 32-Jährige und fügte hinzu: "Ich wünsche mir, dass man von der Idee abrückt. Warum soll ein Trainer schneller gesperrt werden als ein Spieler? Das macht doch keinen Sinn." Die Profis werden erst nach der fünften Verwarnung in einer Saison für ein Spiel gesperrt.

DFB-Lehrwart Wagner verteidigt Einführung

Lutz Wagner, Lehrwart des Deutschen Fußball-Bundes, hat indes die Einführung von Gelben Karten für Fehlverhalten von Trainern und Teamoffiziellen verteidigt. Dass sich der Umgang zwischen Schiedsrichtern und Trainern durch die neuen Regeln verändern werde, erwartet der 56-Jährige nicht. "Die Regeländerung bringt eine andere Darstellungsform mit sich, die für mehr Transparenz sorgt", sagte Wagner in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dfb.de.

DFB-Lehrwart Lutz Wagner
DFB-Lehrwart Lutz Wagner Bildrechte: imago/Jan Huebner

Es seien keine grundlegend anderen Richtlinien oder Regeln aufgestellt worden. Die Möglichkeit einer mündlichen Ermahnung, die deeskalierend wirkt, bleibe bestehen. "Wir setzen also weiterhin auf Kommunikation und auf ein gelebtes Miteinander auf und neben dem Platz. Wir erwarten dabei aber auch einen respektvollen und fairen Umgang", erklärte Wagner weiter.Auch die Gefahr einer Einschränkung der Trainerarbeit bestehe nicht. "Überhaupt nicht, das ist in keiner Weise Ziel der Regeländerung", betonte Wagner. "Die fachliche Arbeit und auch das 'Mitgehen' mit seinem Team in der Coachingzone sind davon überhaupt nicht betroffen." Emotionen und der Dialog unter den Beteiligten gehörten zum Fußball dazu. Wagner: "Es wird nur eingeschritten, wenn ein unsportliches Verhalten durch Teamoffizielle an den Tag gelegt wird."

red/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 29. Juli 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2019, 15:55 Uhr

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6 Kommentare

31.07.2019 09:40 Rennsteiger 6

Diese Regel ist überflüssig.

30.07.2019 18:23 R17 5

Sollte sich das durchsetzen, dann passt das ins Gesamtbild, alles und jeden Mundtot machen.

30.07.2019 09:48 erwin 4

bex, dein Kommentar ist von höchster fachlicher Kompetenz-weiter so ,Du wirst noch viel Spass haben!!!

30.07.2019 09:37 Bernd 3

Es ist doch so es gibt Schiedsrichter die oft gut benotet werden und eben welche wo sehr viel schief lief. So eben "keine Linie in der Zweikampfbewertung" was heisst der Kollege hat eine Mannschaft verpfiffen. Klar dass der Trainer das nicht lustig findet denn der Kollege macht die Arbeit zumindest der letzten Woche kaputt. Und da gibt es eben Trainer die das lethargisch hinnehmen aber auch welche die ihre Erregung zeigen. Muss man da wirklich mit Karten arbeiten? Zumal ein (warum auch immer) schwacher Schiri schnell dabei ist die Leute vom Spielfeldrand zu verbannen.

29.07.2019 17:43 Schappio5 2

An nummer 1....ha stimmt , dein Beitrag ist Schwachsinn! Klar müssen auch die Regeln für die Trainer gelten und auch eingehalten werden. Aber wann sich das durchsetzt ist der Fußball ja völlig emotional tot!

29.07.2019 16:36 bex 1

Nagelsmann kann doch aufhören. Problem gelöst!