Corona-Krise im Sport Neuer Corona-Lockdown: Keine Unterbrechung für Profisport

Anders als beim ersten harten Corona-Lockdown im Frühjahr kann der Profisport seine Wettbewerbe diesmal zunächst fortsetzen. Dies geht aus dem Beschluss der Bund-Länder-Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag (13.12.2020) hervor, in dem der Profisport bei den weitergehenden Einschränkungen nicht explizit erwähnt wird.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt ihre Gesichtsmaske vor ihrer Pressekonferenz ab.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bildrechte: dpa

Während das öffentliche Leben samt Einzelhandel und Schulen ab Mittwoch und bis zum 10. Januar drastisch heruntergefahren werden soll, darf demnach in den nationalen Sport-Ligen rund um den Jahreswechsel weiter ohne Zuschauer gespielt werden. Lockerungen im Sport sind ebenso bis nach Start des neuen Jahres vom Tisch. Bis mindestens 10. Januar sind demnach weiter beispielsweise keine Zuschauer bei Profisport in den Stadien und Arenen erlaubt.

Seifert: "Verlust von etwa 650 Millionen Euro"

"Die anhaltende Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf das öffentliche und wirtschaftliche Leben, dazu zählt selbstverständlich auch der Profisport", hatte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, am Montag bei der Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs gesagt. Die Vereine der Fußball-Bundesliga verlieren zwar mit den Geisterspielen einen Millionenbetrag, sind wegen der TV-Gelder aber darauf angewiesen, zumindest vor leeren Rängen spielen zu dürfen. Den Verlust an Zuschauergeldern bezifferte Seifert auf insgesamt "etwa 650 Millionen Euro" in dieser Spielzeit.

Christian Seifert (DFL-Geschäftsführer)
Christian Seifert Bildrechte: imago images / Contrast

Bobic fürchtete Folgen bei Fußball-Stopp

Eine erneute Lockdown-Unterbrechung hätte den Profifußball aus Sicht von Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hart getroffen. "Da geht es um die wirtschaftliche Kompensation in Bezug auf den TV-Vertrag und auch um den Rahmenterminkalender, der ohnehin schon voll ist", sagte Bobic in einem gemeinsamen Interview mit Gladbachs Sportdirektor Max Eberl der "Welt am Sonntag". Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation durch die Pandemie betonte Bobic, jeder habe begriffen, worum es gehe. "Wir müssen uns freimachen vom öffentlichen Druck und dürfen uns in Bezug auf den sportlichen Erfolg nicht treiben lassen, so wie es einige Clubs getan haben", so der 49-Jährige.

Eberl: "Geisterspiele so akzeptieren"

Eberl plädierte dafür, "dass wir uns alle zusammenreißen und die Geisterspiele, die einen Spielbetrieb ermöglichen, so akzeptieren, um dann zum Zeitpunkt X wettbewerbsfähig zu sein". Eine Entfremdung werde es nicht geben. "Aber vielleicht ändern sich bei den Clubs auch ein paar Themen, vielleicht definiert sich der eine oder andere nicht mehr nur über Erfolg, sondern auch über Themen wie Nachhaltigkeit oder Klimaschutz", sagte der 47-Jährige. Weitergespielt wird ja nun zunächst.

Andere Sportarten brachen Spielzeit ab

Im Frühjahr war die Bundesliga von Mitte März für mehr als zwei Monate unterbrochen worden, bevor es ab Mai in leeren Arenen weiterging. Andere Sportarten wie Eishockey oder Handball brachen ihre Saison komplett ab und pausierten wesentlich länger. Seit dem Teil-Lockdown Anfang November sind in Deutschland nicht nur Zuschauer beim Profisport, sondern auch der gesamte Amateur- und Juniorensport untersagt.

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fth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 13. Dezember 2020 | 15:25 Uhr

27 Kommentare

Berlinertxp vor 39 Wochen

So, Herr Bobic meint also, dass ein Aussetzen des Profifußballs negative Auswirkungen hat? Hat der sich mal Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen der Lockdown auf. die Gastronomie, die Reisebranche, die Künstler von Theater und Konzerten hat? Es ist für mich VÖLLIG unverständlich, warum der Ptofisport NICHT vom Lockfown betroffen ist. Ich darf nicht mehr in mein Sportstudio, das alle Auflagen erfüllt hat, aber die Ballschubbser dürfen sich weiterhin abhetzen und sich gemeinsam aufx den Bodrn wälzen und sich umarmen? Das ist nicht erklärbar. Und schon gar nicht mit dem Argument, dass die ja mehrmals getestet werden. Überall hört man inzwischen, dass Tests knapp werden und in Alters- und Pflegeheimen nicht ausreichend getestet werden kann. Und dann werden für dieses zweifelhafte Vergnügen Testkapazizäten verschwendet? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Und dass/ob die Vereine die Tests selber bezahlen, ist gar kein Argument. Viele Geld - viel Test? No Sir....das kann nicht sein.

Zwickauer1 vor 39 Wochen

Fußball gehört den Fans.
Wir Fans werden vor Ort nicht benötigt.
Meine Zuneigung zu diesem Sport hat gelitten.
Zu sehr stehen die riesigen finanziellen Interessen im Vordergrund.
Hauptsache die Kasse stimmt in den Vereinen und Verbänden.
Der Fan hat schön blöd zu blechen und zu Hause zu bleiben.
Fußball gehört den Fans.

skydiver-sr vor 39 Wochen

Ganz toll....so soll es sein.Hauptsache die Liga läuft.
Den ganzen Sommer hat diese Regierung verpennt...die FFP2 Maske die ausgegeben werden sind der letzte Schrott,bei FFP 3 genau das selbe.
Fakt ist-es hätte einen harten Lockdown gebraucht,wenn es wirklich DER Killervirus ist.
Aber leider all das ist nicht passiert.
Ich gehöre nicht zu Querdenker und Co,sondern halte mich an alle Anordnungen.
Jedoch findet das Impfen ohne mich statt