Fans des FC Hansa Rostock zünden Pyrotechnik und Bengalische Feuer zu Spielbeginn und werfen diese aufs Spielfeld
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Fußball | DFB DFB erlässt neuen Strafenkatalog

Pyrotechnik und beleidigende Banner können künftig noch teurer werden - denn der DFB hat einen neuen Katalog mit zum Teil heftigen Strafen erlassen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, diese wieder zu reduzieren. Die Fanorganisation "Pro Fans" kritisiert die ihrer Meinung nach "Scheintransparenz".

Fans des FC Hansa Rostock zünden Pyrotechnik und Bengalische Feuer zu Spielbeginn und werfen diese aufs Spielfeld
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Der Deutsche Fußball-Bund hat einen Strafenkatalog bei Fan-Vergehen von der 1. bis zur 3. Liga aufgestellt. Einen entsprechenden Bericht der "Sport Bild" bestätigte der DFB in Frankfurt/Main. Demnach sind im Oberhaus künftig für das Abbrennen von Pyrotechnik 1.000 Euro Geldstrafe pro Gegenstand für den Verein fällig, für das Werfen der gefährlichen Fackeln 3.000 Euro.

Schmähplakate können bis zu 8.000 Euro kosten

Größere Schmähplakate, wie es sie zum Beispiel in den Stadien öfter gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp gibt, werden mit 8.000 Euro geahndet. An diesen Summen soll sich von der neuen Saison an der DFB-Kontrollausschuss bei seinen Anträgen orientieren. Für die 2. und 3. Liga sind die Strafen jeweils geringer. So kostet das Werfen von Pyrotechnik etwa im Unterhaus 1.500 Euro per Gegenstand (3. Liga: 750 Euro), die größeren Schmähbanner 4.000 Euro (3. Liga: 2.000 Euro).

Die Grafik zeigt Strafen des Deutschen Fußball-Bundes bei Fanvergehen in der 1. bis 3. Liga
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Die Strafen des Sportgerichts reduzieren sich nachträglich, wenn die Vereine die entsprechenden Randalierer identifizieren. Sie können allerdings auch erhöht werden, wenn es zu einer Spielunterbrechung kommt. Die Vorgaben hat der DFB mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) als Dachorganisation des Profifußballs abgestimmt.

ProFans: "Das ist nur Scheintransparenz"

Die Fanorganisation "ProFans" konnte sich nach einer kurzen Konferenz zu keinem Statement durchringen. "Dieser Katalog kommentiert sich doch von selbst. Der DFB wurde immer wieder dafür kritisiert, dass seine Sportgerichtsurteile nicht transparent sind. Doch dieser Katalog, das ist eine Scheintransparenz. Da werden keine Beweggründe offengelegt“, sagte Pressesprecher Sig Zelt dem MDR. Mit Blick auf unsportliche Transparente gab Zelt zu bedenken: "Die Frage ist auch, was wirklich unsportlich ist. Wer legt das fest?“

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76% 236 Stimmen   Die Vereine werden zu hart bestraft.
16% 50 Stimmen   Vor allem Pyrotechnik ist gefährlich und sollte deswegen noch stärker geahndet werden.

Stand: 06.08.2018 09:51:04 Uhr 309 Stimmen Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

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Kaum noch Kollektivstrafen

Der DFB hatte bereits vergangene Saison die Reform seiner Strafgerichtsbarkeit auf den Weg gebracht, auch um sie stärker an die ordentliche Gerichtsbarkeit anzunähern. Seither wendet das Sportgericht auch die sogenannten Kollektivstrafen kaum noch an, weil davon Fans betroffen sind, die kein Fehlverhalten gezeigt hatten.

Wie sich die Strafen für die Ligen unterhalb der Dritten gestalten, ist derweil noch unklar. Vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) gab es am Donnerstag keinen Kommentar dazu, Geschäftsführer Holger Fuchs befindet sich derzeit im Urlaub.

dpa/cdi/rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. August 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2018, 16:51 Uhr

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23 Kommentare

04.08.2018 11:23 Aha 23

Der Strafenkatalog sieht gar keinen Punkt "Bullenköpfe" vor. Das ist wohl jetzt erlaubt? :-)

03.08.2018 22:13 lisa 22

Die strafe sind zu hart und damit verdient sich der DFB eine goldene Nase. Aber ein eine richtige Lösung ist damit nicht gefunden. Erst einmal Gesetze beschließen und mal sehen was geschieht. Genau die falsche Lösung des DFB-Vorstandes . Meiner Meinung nach brauch der DFB noch mehr Geld um seine Leute da oben noch besser Bezahlen zu können. Entscheidungen kann der DFB so wieso nicht einschätzen, da haben die kein Plan davon. Die haben nur ein Plan wie kann ich noch mehr verdienen. Danke, aber wer seiner DFB-ELF so viel Geld gibt bei keiner Leistung, den sollte man bestrafen und nicht die kleinen Fußballmannschaften. Ich den den Spielern/Trainer der DFB-Auswahl kein Gehalt gezahlt.

03.08.2018 11:36 Horst Walter 21

Der DFB bewegt sich weiterhin in einem Unrechtskorridor.Wem keine Schuld trifft der darf auch nicht mit Strafen belegt werden.Wenn eine Einzelperson oder eine kleine Gruppe nicht so tickt wie es die Herren gern hätten,wieso wird dafür ein Verein herangezogen.Nur weil sich die Nichtticker zu diesem Verein bekennen. Wenn ein Arzt Sch.... baut wird auch nicht die Ärztekammer zur Verantwortung gezogen. Macht nur weiter so ,das Ende ist nah.

03.08.2018 10:36 Klaus Hase 20

Mal wieder absolut lächerlich. Anstatt Hintergründe offen zu legen, Gespräche mit Ultras und Fans zu suchen oder Kompromisse einzugehen, soll nun gezeigt werden, dass "Pyro teuer wird". Und wieder ein Jahr in dem der DFB nichts gelernt hat.

03.08.2018 10:00 Muzzi 19

Das ist wieder mal typisch DFB. Die Geldstrafen werden immer höher und für so manchen Verein irgendwann nicht mehr zu stemmen sein. Anstatt die Bussen jedes Jahr zu erhöhen, sollten Mal Lösungen zu den Problemen vom DFB kommen, denn so mancher Verein ist an den Grenzen seiner Möglichkeiten in Sachen Fanarbeit. Vor allem bei Vereinen mit einer hohen Fanbase sind die Möglichkeiten ausgeschöpft, aber genau das passt dem DFB ja, um das Loch in der Kasse zu füllen, welches "Die Mannschaft" mit der miserablen WM gerissen hat. Sinnvoller Austausch und Hilfe für die Vereine sieht anders aus!
Und ja, auch wir in Dresden haben dementsprechende Probleme in diesem Bereich, welche die Fanbeauftragten und der Verein nicht so einfach alleine lösen können. Die Hemmschwelle der Gesellschaft singt seit Jahren, dass merkt man sehr gut in den Stadien, nicht nur bei uns in DD.
Und für einen Flitzer 2000?? Sorry, aber das ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten!

03.08.2018 09:48 Gabi 18

Der korrupte DFB als Richter - das ist sowieso ein Witz.

03.08.2018 09:43 Doppeldenk 17

Wer legt hier fest was eine strafwürdige Beleidigung ist und was nicht? Mit Meinungsfreiheit haben es die "hohen Herren" vom DFB wohl nicht so. 99% aller Sprüche von Plakaten sind Meinungsbekundungen und gehören zum Fußball dazu. Für strafrechtlich relevantes gibt es die Ermittlungsbehörden.

03.08.2018 09:34 Rino 16

Der DFB sollte intensiv mit den Vereinen, den Fans (Ultras), den Cops und der Gerichtsbarkeit ein Konzept erarbeiten, um die Gemengelage neu zu sortieren. Es ist viel sinnvoller den Ultras das sichere Benutzen von Pyro zu erlauben und im Gegenzug sie in die Verantwortung zu nehmen, dafür zu sorgen, dass keine Gegenstände auf das Spielfeld geworfen werden. Zudem sollte mit den Cops eine Verhaltensstrategie erarbeitet werden, die für alle Bundesländer gleichermaßen gültig ist. Präsenz ohne zu provozieren, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Vereine müssen selbstverständlich ihren Beitrag leisten, doch sind ihnen klare Grenzen auferlegt und dies gilt es zu berücksichtigen, Solange sich Täter hinter dem Verein, in der Gruppe verstecken können, wird sich nichts ändern. Bei einem solchen Strafenkatalog geht es allein um Einnahmen. Der DFB ist ein träges Geklüngel ohne Visionen.

03.08.2018 09:15 Sachsen-Anhalter 15

@12

Was sie schreiben ist Müll!
Ein Foto mit einem Diktator ist und bleibt einfach falsch!
Das hat nichts mit rechts sein zu tun....
Und ja ein Herr Müller ist Ur Deutsch und spielt für Deutschland!
Seine Leistung mal dahingestellt!
Aber wenn das jetzt auch schon hinter fragt werden soll ,dass ein Ur Deutscher für sein Land spielt....fragt man sich echt was man als Ur Deutscher überhaupt noch darf in diesem Land!

Und zum Thema....richtig so !!!!!

03.08.2018 09:13 Zwickauer 14

@12
Selten so einen Stuß gelesen.
Bitte tragen Sie bei dieser Witterung eine Kopfbedeckung.
9 Pyro sieht gut aus. Aber wenn man einmal direkt daneben gestanden hat.
Naja.
Bin da geteilter Meinung.
Und ich fühle mich auch im Stadion sicherer als gegen 21.30 Uhr auf dem Zwickauer Neumarkt.
Aber wohlgemerkt, alles nur Einzelfälle.