Fußball | Historie Treffer für die Ewigkeit: Kammlott in der Auswahl zum "Tor des Jahrzehnts"

Traumtor der Marke Fritz Walter: Ex-RWE-Stürmer Carsten Kammlott heimste 2015 nach seinem herrlichen Hackentreffer in Dresden viel Beifall ein. Der 30-Jährige steht nun in der Sportschau-Auswahl zum "Tor des Jahrzehnts". Auch der gebürtige Wernigeroder Nils Petersen ist dabei.

Erfurts Carsten Kammlott (li.) erzielt das Tor (Tor des Jahres) zum 1:1 gegen Dresdens Torwart Janis Blaswich.
Drin ist die Kugel: Erfurts Carsten Kammlott erzielt das "Tor des Jahres 2015". (Archiv) Bildrechte: imago/Robert Michael

Mit Superlativen sollte man behutsam umgehen, auf den Treffer von Carsten Kammlott aus dem Jahre 2015 trifft es aber getrost zu: Weltklasse - Traumtor der Marke Fritz Walter. Jetzt sucht die ARD-Sportschau den Treffer des letzten Jahrzehnts. Einer der Kandidaten ist der heute 30-jährige Stürmer von Wacker Nordhausen, dem damals im Dress des FC Rot-Weiß Erfurt in der Drittliga-Partie bei Dynamo Dresden ein balltechnisches Zauberkunststück gelang.

Legendäre Hackentor von Fritz Walter

In einem Zug mit Fritz Walter genannt zu werden, ist nicht jedem beschieden. Dem "Erfinder von Kaiserslautern" gelang 1956 im Leipziger Zentralstadion vor 110.000 Zuschauern in der Partie zwischen Wismut Karl-Marx-Stadt (zuvor Wismut Aue) und den "Roten Teufeln" (3:4) das legendäre Hackentor, welches selbst von DDR-Sportreporter Wolfgang Hempel als "Tor des Jahrhunderts" bezeichnet wurde.

Kammlott im Vorwärtsflug in den Winkel

Am 13. August 2015 trat Carsten Kammlott im Dresdner Stadion in die Fußstapfen von Fritz Walter. Die Schwarz-Gelben gewannen die Partie gegen RWE zwar mit 3:1 (SGD-Tore:  Pascal Testroet (48.), Aias Aosman (87.), Justin Eilers (90.)), beim zwischenzeitlichen 1:1 (67.) riss es jedoch alle von den Sitzen. Im Vorwärtsflug buxierte Kammlott die Kugel mit der Hacke in den Winkel, sodass SGD-Keeper Janis Blaswich nur noch staunen konnte. Der Geniestreich bescherte Kammlott bei der ARD den Sieg beim "Tor des Jahres 2015" und jetzt die Nominierung zum "Tor des Jahrzehnts".

"Dass ich ihn so treffe, war natürlich enormes Glück"

"An so ein Tor kann man sich immer erinnern", sagte Carsten Kammlott dem MDR am Dienstag (5. Mai). "Von Luka Odak kam die Flanke, ich war schon vor dem Ball und wollte das Ding einfach nur aufs Tor bekommen. Dass ich ihn so treffe, war natürlich enormes Glück." Trotz des tollen Treffers gestand der damalige RWE-Stürmer, dass hinterher die Stimmung nicht die beste war, da die Rot-Weißen bei den Dynamos verloren hatten. "Ich hatte es gar nicht so richtig wahrgenommen. Erst durch die Anrufe und Nachrichten hinterher habe ich begriffen, was das für ein Tor war."

Ich hatte es gar nicht so richtig wahrgenommen. Erst durch die Anrufe und Nachrichten hinterher habe ich begriffen, was das für ein Tor war.

Carsten Kammlott im MDR-Gespräch über sein späteres "Tor des Jahres" 2015

Petersen mit 40-Meter-Kunstschuss

Borussia Dortmund - SC Freiburg 2:2 / 27.01.2018/ Freiburger Torjubel nach dem 1:2 in der Mitte Torschütze Nils Petersen (SCF)
Aus 40 Metern Maß genommen und getroffen: Nils Petersen wird von den Kollegen "gejagt". (Archiv) Bildrechte: imago/Horstmüller

Neben Kammlott steht unter anderen auch Top-Stürmer Nils Petersen zur Auswahl. Der gebürtige Wernigeroder erzielte am 27. Januar 2018 in der Bundesliga-Partie des SC Freiburg bei Borussia Dortmund (Endstand: 2:2) das zwischenzeitliche 2:1 (68.) für seine Farben. Petersen hatte bereits zum 1:1 (29.) getroffen, diesmal überlistete er mit einem Kunstschuss aus 40 Metern BVB-Schlussmann Roman Bürki. Damit war ihm das "Tor des Jahres 2018" nicht mehr zu nehmen.

Notiz am Rande: Klares Bekenntnis zu Nordhausen

Carsten Kammlott von Wacker Nordhausen.
Carsten Kammlott im Wacker-Dress. (Archiv) Bildrechte: imago images/opokupix

Während es für Bundesliga-Routinier Petersen mit dem SC Freiburg womöglich im Mai wieder losgeht, wird Carsten Kammlott seine Ballkünste wohl erstmal nicht mehr zur Schau stellen können. Seiner Ansicht nach wird in dieser Regionalliga-Saison nicht mehr weiter gespielt. Darüber hinaus ist "auch bei Wacker Nordhausen durch die Insolvenz alles offen. Ich will aber nicht weg, ich will bei Wacker bleiben. Von daher hoffe ich, dass es in Nordhausen weiter geht."  

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jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 17. Mai 2020 | 17:45 Uhr

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