Fußball | Bundesliga RB-Leipzig-Torwart Gulacsi fordert Gleichberechtigung in Ungarn

Deutliches und starkes Statement von Leipzig-Keeper Peter Gulacsi: Bei Facebook setzte sich der Ungar für die Rechte sexueller Minderheiten in seiner Heimat ein.

Torwart Peter Gulacsi
Bildrechte: Patrick Schreiber/Jan Huebner / Pool/ Picture Point

RB Leipzigs ungarischer Torhüter Peter Gulacsi hat sich in einem Facebook-Post und der Botschaft "Ich stehe für Regenbogenfamilien!" gegen die Politik in seiner Heimat ausgesprochen. Der ungarische Nationalspieler kritisierte mit seinem Statement die Einschränkung von Rechten sexueller Minderheiten. Konkret sprach er sich gegen eine Verfassungsnovelle vom 16. Dezember 2020 aus, nach der homosexuellen Paare die Adoption von Kindern verboten ist.

"Recht auf Gleichberechtigung"

"Jeder Mensch hat das Recht auf Gleichberechtigung. So hat auch jedes Kind das Recht, in einer glücklichen Familie aufzuwachsen - ganz egal, aus wie vielen Menschen sie besteht, welche Hautfarbe man hat, wen man liebt oder an was man glaubt", schrieb Gulacsi am Dienstag (23.02.2021). Dazu stellte der 30-Jährige ein Foto von sich und seiner Frau Diana.

Viele Likes und viele negative Kommentare

In den ersten drei Stunden gab es bereits mehrere tausende Reaktionen auf den Eintrag. Mehr als 12.000 Facebook-User klickten auf "Gefällt mir" oder das Herzchen-Symbol. Knapp 1.300 Reaktionen fielen mit dem "Wütend"-Smiley negativ aus. Zudem finden sich unter dem Post knapp 4.000 Kommentare, die meisten davon in ungarisch. Nach Angaben von Gulacsis PR-Agentur seien darunter sehr viele negative Kommentare.

Gulacsi: Zweimal Fußballer des Jahres in Ungarn

Gulacsis Stimme hat in Ungarn durchaus Gewicht. Der zweimalige Fußballer des Jahres des Landes engagiert sich seit längerer Zeit karitativ, hilft mit seiner Frau medizinischen Einrichtungen und setzt sich für den Tierschutz ein.

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23 Kommentare

Saihtam vor 1 Wochen

Zitat: "Konkret sprach er sich gegen eine Verfassungsnovelle vom 16. Dezember 2020 aus, nach der homosexuellen Paare die Adoption von Kindern verboten ist." Bei uns war das auch erst möglich, nachdem es die Ehe für alle gab.

Allgaeuer vor 1 Wochen

@saitham Es geht hier doch nicht um die Ehe für alle. Es geht hier darum, dass in Ungarn Menschen, die nicht der "Norm" entsprechen, systematisch diskriminiert werden.

Saihtam vor 1 Wochen

Es ist eben "en vogue" sich wie Gulasci zu äußern. Übrigens, selbst das Bundesverfassungsgericht hat in Deutschland die Ehe für alle nur knapp und nicht einstimmig als verfassungsgemäß eingestuft - mit gegenteiligem (!) Sondervotum des Präsidenten und mit der Aussage, dass "die Verschiedenheit der Geschlechter Bestandteil der Ehe ist. Insofern befinden sich an der Seite der so genannten Homophoben einige Bundesverfassungsrichter. Also sollten die Homoverfechter auch abweichende Meinungen akzeptieren, so lange diese nicht in reine Hetze ausufern.