Ralf Rangnick - Corona-Auswirkungen auf Fußball "müssen nicht negativ sein"

Interessante These vom früheren RBL-Trainer Rangnick: Im Sport-im-Osten-Talk sagte er, die Corona-Pandemie könnte sich auch positiv auf den Profi-Fußball auswirken. Zudem äußerte er sich zu Gerüchten, er würde nach Mailand wechseln und zu einem Solidarpakt für die 3. Liga.

Der frühere RB-Leipzig-Trainer und Manager Ralf Rangnick ist davon überzeugt, dass die Corona-Pandemie weitreichende Folgen für den Profi-Fußball haben wird. "So wie in der Wirtschaft generell sind auch die Auswirkungen in der Sportwelt zu spüren", sagte Rangnick im "Sport-im-Osten-Talk" am Freitag (10.04.2020) im MDR.

"Der Transfermarkt wird ein anderer sein"

Allerdings, so sagte der 61-Jährige, "das muss nicht negativ sein. Die jetzige Situation wird sich auf die Höhe der Ablösesummen, die Beraterhonorare und die neu zu verhandelnden Gehälter auswirken. Der Transfermarkt wird nach der Krise ein anderer sein", erklärte der jetzige "Head of Sport and Development" bei der Red Bull GmbH. "Die Vereine müssen sich überlegen, ob sie Geld ausgeben wollen und können. Es wird in Zukunft mehr mit Augenmaß und Zurückhaltung zugehen", führte Rangnick aus.

Wunschzenario: "Mannschaft bleibt zusammen"

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Ralf Rangnick 2 min
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Als "Wunschszenario" für seinen Verein beschrieb Rangnick so wenig wie möglich Abgänge bei den Leipzigern zur neuen Saison. "Am liebsten wäre mir, wenn die Mannschaft zum größten Teil zusammenbleibt." RB Leipzig sei für dieses Szenario aber auch in einer guten Verhandlungsposition. "Ich glaube, die Spieler sind schlau genug, gerade in einer Situation wie wir sie jetzt haben. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Spieler genau überlegen, ob sie jetzt wechseln wollen oder sollen. Sie wissen, was sie am Verein, an der Stadt und an der Region haben. Das hat auch viel mit Nachhaltigkeit zu tun."

Solidarpakt für die 3. Liga?

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Ralf Rangnick im Interview mit SpiO-Reporter Markus Herwig 1 min
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Wie kann die 3. Liga während der Corona-Krise überleben. Ralf Rangnick äußert sich dazu im Sport im Osten-Talk.

Fr 10.04.2020 13:13Uhr 01:08 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-399522.html

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Rangnick sprach zudem davon, dass er sich durchaus vorstellen könne, dass die Bundesliga ab 9. Mai den Spielbetrieb mit Geisterpielen wieder aufnehmen wird und die Saison dann bis Ende Juni halbwegs regulär zu Ende gebracht werden könne. "Das wird nicht losgelöst vom restlichen Leben gehen können", sagte er. "Entscheidend wird sein, ob es in vier Wochen vertretbar ist, wieder zu spielen."

Sollte die 1. und 2. Liga wieder laufen, sollten auch in der 3. Liga und in tieferen Ligen der Spielbetrieb ohne Zuschauer wieder aufgenommen werden. Selbstverständich ebenfalls ohne Zuschauer. "Wenn zu Ende gespielt wird, wird es wohl nur ohne Zuschauer gehen. Dann muss man über einen Solidarpakt reden, damit diese Vereine den Corona-Virus überstehen können."

Rangnick neuer Trainer bei AC Mailand? "Da ist nichts dran"

Zudem wies der frühere Bundesliga-Trainer u.a. bei RB Leipzig, Schalke 04 oder der TSG Hoffenheim Gerüchte zurück, wonach er in der kommenden Saison beim AC Milan auf der Trainerbank sitzen werde. "Da ist nichts dran. Es gab einmal lose Anfragen. Aber solch eine Aussage hat nichts mit der Realität zu tun." Am Donnerstag (9.4.2020) hatte der italienische Trainer Gianni di Marzio in italienischen Medien verkündet, Rangnick würde als künftiger Milan-Trainer bereits feststehen.

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten-Talk | 10. April 2020 | 12:00 Uhr

4 Kommentare

Thoralf vor 28 Wochen

Das die Corona Pandemie etwas gutes im Profi-Fussball auslösen wird, ist eine These, welche einige Fans und Vereinsverantwortliche in letzter Zeit äussern. Leider fehlt mir auch der Glaube daran!
Ich teile deine Antipathie gegenüber dem Brauseclub, aber deiner Meinung zu RR kann ich nicht zustimmen. Für mich ist RR ein absoluter Fussballfachmann, auch ist sein wirtschaftliches Know how zweifelsohne zu schätzen! Ich würde mich freuen, wenn RR im deutschen Profi-Fussball (DFL/3. Liga) Verantwortung übernehmen würde.

Gerald vor 28 Wochen

Herr Rangnick bei Ihrer ersten These "Der Transfermarkt wird ein anderer sein" scheint schon wieder hinfällig zu sein!? Ein Herr Neuer und sein Berater soll nach Medienberichten 20 Millionen Euro pro Jahr für einen neuen Vertrag fordern!? Und wenn dies stimmen sollte, wird sich also nichts ändern bei den überhöhten Summen! Herr Rangnick, daß scheint also nur ein Wunschdenken zu sein?! Es wird sich nichts ändern! Weil der heutige Fußball nicht dazulernt! Es geht nur um Kohle! Traurig aber Wahr!

FootballFan vor 28 Wochen

Verstehendes Lesen ist nur was für normale Menschen!
„Der Transfermarkt wird ein anderer sein!
Das muss nicht negativ sein...“
Wie gesagt, für normale Menschen....