Fußball | Bundesliga Ralf Rangnick wechselt von RB Leipzig zu Red Bull - Krösche Nachfolger

Zäsur bei RB Leipzig: Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick beendet seine Tätigkeit als Sportdirektor. Sein Nachfolger kommt aus Paderborn. Rangnick widmet sich künftig anderen Aufgaben bei Red Bull. Ganz weg aus Leipzig ist er aber nicht.

Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick
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Der bisherige Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig, Ralf Rangnick, wird eine neue übergreifende Rolle als Fußballchef einnehmen. Der 60 Jahre alte Stratege wechselt im Netzwerk des von Red Bull alimentierten Bundesliga-Clubs als "Head of Sport and Development Soccer" zu Red Bull. Er wird in dieser Position in beratender Funktion für die Fußballstandorte in New York, Brasilien, aber auch noch in Leipzig tätig sein. Das gaben Rangnick und Oliver Mintzlaff, der Geschäftsführer von RB Leipzig, auf einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag bekannt. Mintzlaff sprach von einem "weinenden Auge", aber auch einer "einzigartigen Chance" für Leipzig. Rangnick nannte seinen neuen Job "eine reizvolle Aufgabe", die "enorme Synergieeffekte" mit sich bringe. Nun könne man Leipzig in den nächsten Jahren schneller weiter entwickeln. Seinen Wohnort in Leipzig werde er behalten. "Der Arbeitgeber wird Red Bull sein und nicht mehr RB Leipzig", so Rangnick. Sein Vertrag wird erneuert, die alte Laufzeit bis 2021 bleibt aber bestehen.

Rangnick künftig auch für New York und Brasilien zuständig

Die Ableger-Vereine New York Red Bulls und CA Bragantino sollen für die Ausbildung und Rekrutierung talentierter Nachwuchsspieler noch mehr genutzt werden. Im Winter war Mittelfeldakteur Tyler Adams von New York nach Leipzig gekommen. Ex-New-York-Trainer Jesse Marsch ging vergangene Saison als Assistent nach Leipzig - und wird in der folgenden Saison bei Red Bull Salzburg Nachfolger des gebürtigen Leipzigers Marco Rose. Salzburg, der vierte Red-Bull-Fußballstandort und einst auch der erste, spielte bei der PK keine große Rolle. Rangnick sagte nur: "Salzburg fällt nicht unter meinen Aufgabengebiet", man sei entflochten. Er sei nur mal mal dort, weil sein jüngerer Sohn in der Mozart-Stadt studiere.

Tyler Adams und Co-Trainer Jesse Marsch (RB Leipzig).
Tyler Adams (li.) und Jesse Marsch (Mi.) waren schon in der vergangenen Saison NY-Importe. Bildrechte: imago/GEPA pictures
Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick auf PK 3 min
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Di 04.06.2019 11:58Uhr 02:54 min

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Oliver Minzlaff bei einer Pressekonferenz 1 min
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Di 04.06.2019 11:45Uhr 01:11 min

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Ingo Hahne 1 min
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Red Bull und der Fußball

Der Energygetränke-Hersteller Red Bull war lange vor allem in Trendsportarten, Eishockey und der Formel 1 aktiv. 2005 übernahm er mit Austria Salzburg den ersten Fußballklub, 2006 folgten die New York/New Jersey MetroStars. Der in Harrison/New Jersey beheimatete Klub heißt nun New York Red Bulls. Das ebenfalls 2006 initiierte Red Bull Ghana ist mittlerweile wieder geschlossen. 2009 kam Rasenballsport Leipzig dazu.

Die Lizenzspielerabteilung ist in eine GmbH ausgegliedert, deren Gesellschafter zu 99 Prozent die Red Bull GmbH und zu einem Prozent der Verein sind. 2012 übernahm Red Bull den USK Anif und benannte den Klub den FC Liefering. Der Verein aus dem Salzburger Stadtteil ist das Salzburger Farmteam. Als Leipzig 2017 erstmals in den Europacup kam, hatte die UEFA zunächst Einwände. Salzburg heißt im internationalen Wettbewerb ohnehin FC Salzburg und hat ein eigenes Logo. Damit beide gleichzeitig starten konnten, durfte Red Bull in Salzburg offiziell nur noch Hauptsponsor sein. Im Vorstand sitzt seit 2017 nun Franz Rauch, Seniorchef von Rauch Fruchtsäfe – und Getränkeabfüller der Red-Bull-Getränke. 2019 wurde dann das 2007 gegründete Red Bull Brasil in CAA Bragantino integriert. Bragantino liegt 70 km nördlich von Sao Paulo. Ab 2020 heißt der Zweitligist dann Red Bull Bragantino.

Krösche folgt als Sportdirektor auf Rangnick - Kooperation mit dem SC Paderborn

Neuer RB-Sportdirektor wird der vorherige Paderborner Markus Krösche. Der 38-Jährige bekommt bei den Sachsen einen Vertrag bis 2022. Für Krösche, der als Sport-Geschäftsführer den Kader von Bundesliga-Sensationsaufsteiger SC Paderborn zusammenstellte, muss RB laut Medienberichten eine Ablöse zahlen. Er war 13 Jahre Profi in Paderborn, fungierte 20 Monate als Co-Trainer von Pressing-Papst Roger Schmidt (den Rangnick einst nach Leverkusen geholt hatte) bei Bayer Leverkusen und stieg mit dem SCP von der 3. in die 1. Liga auf. Er gilt als großes Manager-Talent. Rangnick bezeichnete ihn auch als seinen "Wunschkandidaten", der ihn schon nach 20 Minuten im Gespräch überzeugt hätte. Überraschend gab Rasenballsport im Zuge des Krösche-Transfers auch eine langfristige Kooperation mit dem SC Paderborn im sportlichen Bereich bekannt. Eine Kooperation zwischen zwei Bundesligisten ist ungewöhnlich.

Markus Krösche
Markus Krösche schlug nach Medienberichten Anfragen von Schalke 04 sowie den Bundesliga-Absteigern Nürnberg und Hannover aus. Bildrechte: imago images/Revierfoto
Rangnick bei einer Pressekonferenz, sich die Nase kratzend. 1 min
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Di 04.06.2019 11:48Uhr 01:18 min

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v.l.: Oliver Mintzlaff (Vorstandsvorsitzender RB Leipzig) und Ralf Rangnick, Cheftrainer und Sportdirektor von RB Leipzig. 2 min
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Di 04.06.2019 12:05Uhr 01:46 min

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Rangnick schrieb bei RB Leipzig ab 2012 eine Erfolgsgeschichte

Eine übergreifende Rolle als "Head of Global Soccer" hatte Mintzlaff bereits von 2014 bis 2017 inne. Allerdings musste der 43-Jährige entsprechend der Vorgaben der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im Rahmen der Entflechtung der beiden RB-Vereine Salzburg und Leipzig seinen damaligen Posten als globaler Fußballchef von Red Bull 2017 aufgeben. Diese Stelle ist seitdem vakant, wobei Ex-Liverpool-Coach Gerard Houllier als "Global Sports Director" bei Red Bull fungiert. Rangnick war 2012 nach Leipzig gekommen, hatte den Klub von der 4. Liga in die Champions League und in das DFB-Pokalfinale geführt.

Jubel nach dem Abpfiff. Cheftrainer Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) und Sportdirektor Ralf Rangnick (RB Leipzig).
Ralf Rangnick (re.) mit dem damaligen Trainer Ralph Hasenhüttl nach der ersten Quali an der Champions League 2017 Bildrechte: imago/Matthias Koch

Moritz Volz wird Assistent

Erwartungsgemäß zweiter Assistent von Julian Nagelsmann wird Moritz Volz. Der ehemalige Profi des FC St. Pauli und des FC Fulham (125 Einsätze in der Premier League) unterschrieb einen Vertrag bis 2022. Die künftige Rolle von Chefscout Paul Mitchell wird noch geklärt.

dpa/cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 04. Juni 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 08:45 Uhr

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62 Kommentare

07.06.2019 02:55 wicky 67 62

Achso, hätte ich beinahe um ein Haar vergessen! ;-)
Genauso wie meine dynamischen Freunde hier im Forum, aber auch den vielen anderen fairen und sachlichen Fans (auch an einige Leipziger), sowie den MDR-Familienmenschen, wünsche ich ein gesegnetes Pfingstfest!!! ;-) ;-)

Dynamische und Rot-Weisse Fangrüssel aus der Blumenstadt Erfurt!!! ;-D ;-)

07.06.2019 02:32 wicky 67 61

Merkwürdig? Wurde in Anbetracht der Spielberechtigung für RB Leipzig für die erste CL-Teilnahme 2017 nicht ein riesiges Tamm-Tamm darum gemacht, ob RB Leipzig als namentlich selbsternannter Fußball-Verein, "RasenBallsport Leipzig", von der UEFA nun gesetzlich auch von Red Bull Salzburg als wirtschaftlich selbstständiges Projekt getrennt werden würde dürfen?! Nur darum ging's doch oder nicht?! Letztlich wurde dieser Deppenwitz von der UEFA so durchgewunken, daß sich RB Salzburg aufeinmal international in FC Salzburg umtaufen mußte! Dieses Zerrbild für alle getäuschten Fußballfans beweißt doch um so mehr, daß beide Projekte zu 99% nur ein & dem selben Brause-Kaiser aus Österreich gehören!! Das die hoffnungsvollsten Talente aus SB stets zu LE delegiert wurden, lag immer nur an den besseren Vermarktungs-Chancen dieser ekligen Brause in der Bu-Li! Demzufolge hat Herr RR auch nicht zu Red Bull gewechselt, sondern besetzt jetzt maximal eine neue Funktion bei Red Bull.

05.06.2019 14:45 Bayernfan 60

@59 Solange die Stadien voll sind ( egal wo ), wird man versuchen den Fußball bis ins letzte Detail zu vermarkten.

Hut ab vor Matischitz, in Puncto Internationalisierung und Vermarktungsideen ist Red Bull den Bayern Nasenlängen voraus.

05.06.2019 12:50 FußballfreundMD 59

Tja, liebe Fußballfreunde, die Entwicklung werden wir nicht mehr aufhalten. Das Produkt Fußball findet genügend Unterhaltungskonsumenten, die berieselt werden wollen ohne nachzudenken. Das ist das gleiche Publikum, die immer pünktlich zu EM oder WM als die Mega-Fußballfans auftreten und ihr Auto mit Deutschlandfahnen schmücken. Mein Fußball ist das nicht, aber es gibt genug wenig störische Konsumenten, die das Auslaufmodell Fußballfan nach und nach ersetzen. Darauf kein Red Bull.

05.06.2019 12:28 Chemieschwein 58

nun fällt dem SC Paderborn diese Kooperation mit diesem RB Konstrukt auf die Füße . Die als mittlerweile Filiale und Farmteam verschmähten Paderborner Fans gehen massiv mit Aufrufen ,Transparenten auf die Barrikaden und drohen dem Verein , allen Spielen fern zu bleiben , solange es diese Kooperation gibt .

05.06.2019 11:17 Nordsachse 57

@9 Scotty: Na dem interessiert das.

05.06.2019 11:09 Regierungsbezirk Chemnitz 56

Wir, aus dem Regierungsbezirk Chemnitz, freuen uns über Artikel der Auer, Chemnitzer und Zwickauer.
Also MDR: was gibt es neues aus Aue, Chemnitz und Zwickau?
Und wir freuen uns darüber, dass der unsportliche Rangnick geht. Bei der Siegerehrung im Pokalfinale hat er seinen wahren Charakter gezeigt!!!

05.06.2019 11:04 ERZ 55

Das waren bestimmt zähe Ablöseverhandlungen, kann ich mir vorstellen:-).

Und es ist bestimmt auch noch eine Ablösesumme geflossen...herrlich...

Glück Auf!

05.06.2019 10:34 Heinz 54

RB verkündet Personalentscheidungen. Wohl Grund genug für alle möglichen Heckenschützen wieder aus den Büschen zu kriechen. Und der MDR Sport lässt sich in den Kommentaren von eben diesen Selbstgerechten ewig Gestrigen auf s e i n e r eigenen Website bepöbeln. Das muss man nicht verstehen, so schafft man sich ab. Schade MDR.

05.06.2019 09:30 Reisender 53

@ Voice , bin gerade am Überlegen, ob ich nicht mal meine Beziehungen spielen lassen soll und hole General Dynamics oder Lockheed ins Boot. Gewinn ist immer vorhanden und qualitätstechnisch kann man sich dann auch messen. Geht auch alles nebeneinander. Und ich behaupte mal, die sind weltweit noch besser vernetzt als der Brausekonzern. Außerdem passen die ganz gut bevorzugten Aussendarstellung durch die Medien.
Ich werde mich mal ans Werk machen. Man muss ja schließlich mit der Zeit gehen, immer an alten Traditionen hängen ist doch Mist.
@ heRBert, die Erde ist eine Scheibe,Mensch, oben die USA und unten Florida, dass weis ja nun jedes kleine Kind.
Dynamische Grüße in die globale Runde

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