Fans von RB Leipzig zeigen Choreo
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Fußball | Bundesliga Choreo, Tapeten und ein Schrank

33. Spieltag

Die Erinnerungen an die bisherigen sechs Duelle zwischen Bayern München und RB Leipzig ließen durchaus ein neuerliches Spektakel versprechen. Doch diesmal gab es weder Platzverweise (davor insgesamt fünf) noch Strafstöße (davor vier) und noch nicht einmal ein klitzekleines Tor (bislang 20). Was war denn da los?

von Sven Kups

Fans von RB Leipzig zeigen Choreo
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Um es gleich vorwegzunehmen: Es war sehr viel los – auf dem Rasen und auf den selbstverständlich voll besetzten Rängen. Zum zehnten Geburtstag von RB Leipzig hatten die Fans ihren Lieblingen eine keineswegs alltägliche Stadionchoreographie spendiert. Die in diesem Bereich von Eintracht Frankfurt sehr hoch gelegte Messlatte war natürlich nicht in Gefahr, aber für gerade mal "Zehnjährige" konnte sich das rot-weiße Stadionrund durchaus sehen lassen. Der ebenfalls ausverkaufte Gästeblock machte derweil nur mit einer abgeschossenen Rakete und einem Bengalo auf sich aufmerksam.

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig) begrüsst Niko Kovac (Trainer Bayern München).
Die Cheftrainer unter sich - Leipzigs Ralf Rangnick und Niko Kovac vom FC Bayern. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Bayern etwas gefährlicher

Auf dem Rasen waren die Verhältnisse in Sachen Kraft und Kreativität wesentlich ausgeglichener. Da lieferten sich RB und die Bayern einen zeitweise atemberaubenden Zweikampf mit permanenter Balljagd. Bayern-Trainer Niko Kovac nannte es hinterher ein echtes "Topspiel", RB-Trainer Ralf Rangnick ein "spannendes und intensives Spiel", der neutrale Zuschauer ein 0:0 der ansehnlichen Sorte, in dem beide Teams starke Phasen hatten.

Dabei waren die Gäste jedoch – mit immerhin 65:35 Prozent Ballbesitz – einen Tick gefährlicher. Ausgangspunkt der FCB-Angriffe war oft Thiago, der die Zügel in der Hand hielt und das Tempo der gesamten Mannschaft bestimmte. Wie auf sein Kommando hin nach einigen ruhigen Querpässen in der Abwehr urplötzlich die Post abging, war vor allem aus der Totalen gut zu beobachten und beeindruckend.

Mats Hummels (FC Bayern), Kingsley Coman (FC Bayern), und Yussuf Poulsen
Yussuf Poulsen war größtenteils abgemeldet bei Mats Hummels und Co. Bildrechte: imago images / Bernd König

Gebrauchter Tag für Poulsen

Leipzigs große Stärke, das Umschaltspiel, kam diesmal nur leidlich zum Tragen. "Das haben wir schon besser gemacht", meinte Torhüter Peter Gulacsi hinterher. "Da hatten wir zu viele Ballverluste", ergänzte Stürmer Yussuf Poulsen, dem in diesem Prestige-Duell ungewohnt wenig gelang.

Die Bayern hätten sich gut vorbereitet, erklärte dann Ralf Rangnick das Problem, monierte aber auch einige falsche Entscheidungen seiner Schützlinge: "Zum Beispiel von Marcel Halstenberg in der ersten Halbzeit oder Marcel Sabitzer in der zweiten. Das waren Drei-gegen-Zwei-Situationen, wo kein taktisches Foul mehr möglich war. Da haben wir einfach den Ball zu früh gespielt, statt den Konter wirklich zu Ende zu spielen."

Robert Lewandowski (FC Bayern), und Ibrahima Konate (RB Leipzig), halten sich gegenseitig, hinten Willy Orban (RB Leipzig).
Ibrahima Konaté wusste nicht nur FCB-Starstürmer Robert Lewandowski zu beeindrucken. Bildrechte: imago images / Bernd König

Albtraum für Lewandowski

Leipzigs große Stärke lag gegen den Tabellenführer in der Defensive. Dabei stand immer wieder ein Spieler im Mittelpunkt: Ibrahima Konaté. Der gerade mal 19 Jahre alte Innenverteidiger war der Fels in der bayrischen Brandung. Ein Typ wie ein Eichenholz-Schrank, der gegnerische Stürmer an sich abprallen lässt, sie aber auch gern mal abläuft. Mit allen Tricks und Kniffen. Robert Lewandowski hat letzte Nacht sicherlich von dem Franzosen geträumt.

Nur einmal machte Konaté einen Fehler. Das war in der 51. Minute, als er einen Ball direkt vor die Füße von Goretzka köpfte und ihm einen schönen Volley-Schuss ermöglichte. Zur 1:0-Führung für die Bayern – wenn, ja, wenn Lewandowski zuvor nicht 1,5 cm im Abseits gestanden hätte. Für Konaté war es das berühmte "Glück des Tüchtigen".

Choreo der RBL-Fans - Sie halten ein Transparent ''Unser Zentralstadion ist nicht der Sachsenring''.
Der Marketingauftritt des MotoGP-Fahrers Marc Marquez stieß im RB-Fanblock auf wenig Gegenliebe. Bildrechte: imago images / opokupix

Schmähgesänge und Kritik

Und so erkämpfte sich RB letztlich einen etwas glücklichen, aber keineswegs unverdienten Punkt, mit dem auch die meisten Fans zufrieden waren. Zähneknirschen gab es bei ihnen nur wegen interner Querelen. Für reichlich Empörung sorgte der Capo, der ein ums andere Mal auch Schmähgesänge gegen die Gäste anstimmte und eine Tapete mit der Aufschrift "Unser Zentralstadion ist nicht der Sachsenring!"

Der Spruch richtete sich gegen den Auftritt von Marc Marquez. Der MotoGP-Weltmeister war mit seiner Maschine im Stadion zu Besuch. Die Kritik daran erscheint allerdings engstirnig. Schließlich ist Marquez keine Helene Fischer. Und mit seiner Reichweite von 2,45 Mio. Followern bei Twitter, 4 Mio. Freunden bei Facebook und 4 Mio. Abonnenten bei Instagram hat er eine Werbereichweite, die sich auch ein FC Bayern sicher nicht entgehen lassen würde. Außerdem warb der Weltmeister für die Motorrad-Rennen am 7. Juli auf dem Sachsenring. Auch da wird dann eine Menge los sein.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 12. Mai 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2019, 10:33 Uhr

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17 Kommentare

14.05.2019 10:05 Sr.Raul 17

@16 (jochen) wie oft denn noch? GAZPROM! Und der 19.5. ist wahrlich kein guter Tag, da denke ich nur mal an 2001 . Andererseits passt dieses Datum dann freilich auch irgendwie wieder. Geht eventuell irgendwann in die Historie als "Schwärzester Tag des dt. Fußballs" ein, wenn die Uhren mal wieder andersherum ticken. Wir werden es aber wohl nicht erleben. Leider!

14.05.2019 09:40 jochen 16

Ja liebe Sportfreunde ,lassen wir Zahlen sprechen
Im Stadion 42 000,bei Sky 460 000( bei Lev.vs Gasprom unter 20 000) und was die Choreo betrifft,die war schon SUPER,und wenn einzelnen das Banner von Bayerns Ultras Fans gefallen,was solls.Fakt ist RB Leipzig ist 3.der Meisterschaft,spielt um den Dt. Pokal ,hat in der Region die meisten Zuschauer und feiert am 19. Mai sein 10jähriges.Das alles gefällt natürlich den Hatern nicht,und deshalb kommt halt mal ein ein eigenartiger Kommentar -Richtung RB-was solls,mich stört es nicht,im Gegenteil manch einer ist sogar recht amüsant ,aber nur wenn er nicht persönlich beleidigt!!!
Eine schöne Woche
Am SA.zu den Bremern-Auswärtsblock ist ausverkauft
Auf Geht's Leipzig Überall

13.05.2019 22:49 FuWoMD 15

Na das Beste an der Choreo ist doch der Beitrag der Bayern-Fans rechts auf dem Foto („Fu....RB“) :-)
Sorry, aber ich finde das Finanzkonstrukt RB so unmöglich, dass mir hier sogar Bayern- Banner gefallen.

13.05.2019 16:57 tapete 14

ein viel schlechteres foto konntet ihr nicht finden? oder habt ihr keine adäquaten fotografen??

13.05.2019 16:56 FCBHEIJO 13

Das Spiel war ausverkauft, okay, aber bitte erklären, warum hunderte Sitzplätzeim gesamten Rund frei waren!? Das sah man Im Live Spiel deutlich.

13.05.2019 13:41 Bernd 12

@Quentin, wenn Bayern so spielt wie am Samstag sind sie klarer Favorit aber Poulson, Forsberg und Sabitzert spielen dann hoffentlich besser. Und Werner macht hoffentlich kein Lothar-Matthaeus-Erinnerungsspiel draus. Klar Bremen wird hart ich waere mit nem Unentschieden zufrieden. Gulacsi hat zwar die weisse Weste sicher - Glueckwunsch und wir werden weniger Spiele verlieren als 16/17 aber den Punkt dort haette ich gern. Das Bremen in die EL kommt glaube ich nich da dann Wolfsburg und Hoffenheim Punkte liegen lassen muessen. Zu Hoffenheim so wie man dort Nagelsmann verabschiedet hat so sollte es laufen. Dort hat man seine Leistung der letzten Jahre anerkannt.

13.05.2019 12:33 Quentin aus Mondragies 11

Realistisch betrachtet wird das Bayern im Pokalfinale gewinnen. Immer, wenn die Bayern unter Druck standen, haben die stark gespielt (Liverpool mal ausgenommen). Letztes Jahr hatten die Frankfurt unterschätzt. Das passiert denen nicht nochmal.
Bremen wird nächstes Wochenende hammerhart. Die wollen noch was erreichen.

13.05.2019 07:26 Sr.Raul 10

Naja, wen wundert es? Bei den Massen an "Folgern", "Freunden" und "Abonnenten", kann es sich hier doch nur um eine nach außen getragene Neiddiskussion unverbesserlicher Hater und ewig Gestriger handeln.

12.05.2019 22:12 RumBelballer 9

Ahhh, Twitter/Fratzebuch und Instagram !!!! Das ist natürlich wichtig, sollte ich mich dort mal anmelden?
Aber mal ehrlich , @ MDR -Redakteure , der Sachsenring braucht und brauchte nie die Werbebotschaft der ungesunden Dose, um die Motorrad -Verrückten zum GP zu holen, dafür sorgt schon der “Doktor” , aber der Richtige.

12.05.2019 18:40 RB / GP- Fan 8

Hallo Ihr RB Fans, ich bin auch einer, aber der Sachsenring und alle GP - Fahrer sind auch auch weltspitze, was sollen solche doofen Plakate !

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