Fußball | Bundesliga RBL-Coach Nagelsmann: "Vielleicht wird die Branche gesünder"

Die Fußball-Bundesliga ruht wegen der Corona-Krise vorerst bis 30. April. Im exklusiven "SpiO"-Interview spricht Julian Nagelsmann, Chefcoach von RB Leipzig, über die derzeitige Situation und mögliche Nebeneffekte der Zwangspause.

Julian Nagelsmann
Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Endlich wieder das Runde ins Eckige befördern, das wünscht sich auch Julian Nagelsmann, Chefcoach von RB Leipzig. Bis zum 30. April ruht jedoch der Ball – eine Verlängerung der Pause scheint nach derzeitigem Stand nicht ausgeschlossen zu sein. Dennoch hofft Nagelsmannn auf eine baldige Fortsetzung des Spielbetriebs, denn auch finanzielle Gesichtspunkte spielen im Profisport eine entscheidende Rolle.

Spiele im Juli oder August?

"Der Fußball ist ebenso ein Wirtschaftszweig, der nur funktioniert, wenn der Geschäftsbetrieb auch läuft. Und der Geschäftsbetrieb bei einer Fußballunternehmung ist eben Fußballspielen", so Nagelsmann. Er geht davon aus, dass die Bundesliga und auch die Champions League beendet wird. Allerdings besteht die Schwierigkeit, die Ansprüche der nationalen und europäischen Ligen unter einen Hut zu bringen.

Aufstellung der Mannschaften
In der Champions League hat RB Leipzig erstmals den Einzug ins Viertelfinale gepackt. Wann es jedoch weitergeht, ist noch ungewiss. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

"Das Problem ist, dass es keine Synchronität gibt. Die nationalen Ligen haben den Vorrang und dann werden wir wahrscheinlich alles zu Ende spielen - aber in einer ganz anderen Konstellation und zu einem ganz anderen Zeitpunkt, als wir es geplant und gewöhnt sind. Was die Champions League angeht: Vielleicht gibt es dann die Spiele im Juli oder August, aber das werden wir sehen, was die Zukunft bringt", sagt Nagelsmann.

Wirtschaften mit Augenmaß

Als positiven Nebeneffekt der Corona-Krise wünscht sich Nagelsmann, dass die finanziellen Auswüchse im Profifußball auf ein normales Maß reduziert werden: "Wir versuchen immer auf einer guten Basis arbeitsfähig zu bleiben, andererseits vernünftige finanzielle Entscheidungen zu treffen, die nicht über unsere Verhältnisse sind. Das sollte jeder Verein versuchen. Solange aber die Nachfrage da ist, wird auch das Angebot so sein, wie es ist. Vielleicht gibt es mal ein Regulativ, vielleicht wird die Branche gesünder. Aktuell kann ich mir das noch nicht hundertprozentig vorstellen, da bin ich ehrlich, aber irgendwann vielleicht, je nachdem wie lange das alles noch so anhält. Vielleicht gibt es dann gar keinen anderen Weg, als gewisse Dinge anders zu machen und gesünder zu wirtschaften."

Wenn die Emotionen fehlen ...

Nagelsmann vermisst in dieser nervigen Zwangspause nicht nur die emotionalen Momente eines stinknormalen Bundesligaspiels. "Wenn man ein Tor schießt oder ein Spiel gewinnt, dass fehlt einem schon. Aber auch außerhalb des Fußballs - das normale Leben, auch das fehlt einem. Aber mir und meiner Familie geht es gut. Ich will mich nicht zu arg beklagen, denn es gibt Menschen, die es deutlich härter trifft, ob gesundheitlich oder finanziell. Dabei sollten wir alle versuchen, bestmöglich zu unterstützen und für die Gemeinschaft etwas zu tun."

Julian Nagelsmann
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red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. April 2020 | 19:30 Uhr

5 Kommentare

Loko 66 vor 34 Wochen

Ich sag es doch immer wieder , rb ist nicht glaubwürdig und wird es niemals werden. Ein Trainer der nicht mehr weiss was er da für ein Mist erzählt, spricht schon Bände

RumBelballer vor 34 Wochen

Sagt Einer , der von SAP-Hoffenheim zu Rote Brause Leipzig gewechselt ist. 🤣
Da frag ich mich jetzt aber, was er unter “Branche gesünder “ versteht 🤔

Karlheinz vor 34 Wochen

Er hätte ja auch mal ein Wort über die grobfahrlässige Missachtung der Gesundheit von Zuschauern und Spielern, auch von Seiten von RB, beim Tottenham Spiel verlieren können.
Stattdessen nur "Pseudophilosophische Aussagen"...
Einfach nur peinlich diese Truppe.
Nur

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