Fußball | Bundesliga "Benvenuto Diego!" – SSC Neapel bestätigt Demme-Transfer

Was sich vergangenen Mittwoch überraschend anbahnte, ist nun perfekt: RB Leipzigs Vizekapitän Diego Demme wechselt mit sofortiger Wirkung zum SSC Neapel in die Serie A. Das bestätigte der italienische Traditionsklub sowie dessen Präsident Aurelio De Laurentiis am Samstagnachmittag (11. Januar) auf Twitter. Demmes neues Team wird von seinem Idol Gennaro Gattuso trainiert.

Lorenzo Insigne (24, Neapel), Diego Demme (31, RB Leipzig) und M‡rio Rui (6, Neapel)
Im Februar 2018 spielte Diego Demme noch gegen den SSC Neapel - nun wechselt der Mittelfeldspieler an den Vesuv. Bildrechte: imago/Picture Point LE

Für Diego Demme ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Der 28-Jährige wird sich von nun an das Trikot des SSC Neapel überstreifen. Der legendäre Klub aus der Stadt am Fuße des Vesuvs überweist Medienberichten zufolge gut 12 Millionen Euro Ablöse für den defensiven Mittelfeldspieler an dessen bisherigen Arbeitgeber RB Leipzig.

Demme: "Zwei lachende Augen"

Er habe "zwei lachende Augen", ließ der Neu-Neapolitaner dann am späten Samstagnachmittag über RBL mitteilen, "das eine blickt auf eine tolle Zeit zurück, das andere freut sich wahnsinnig auf das, was jetzt kommt."

Demme trägt seinen Vornamen keineswegs zufällig. Vater Enzo stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien und ist seit jeher glühender Napoli-Anhänger. Vor gut 30 Jahren führte Argentiniens Weltstar Diego Armando Maradona den insbesondere von den Anhängern der wohlhabenden norditalienischen Klubs lange belächelten SSC unter anderem zu den bis heute einzigen beiden Meistertiteln (1987 und 1990) sowie dem Triumph im UEFA-Cup (1989).

Der mittlerweile 28-jährige Diego Demme bezeichnete seinen neuen Trainer Gennaro Gattuso in früheren Interviews als Idol. Nach dem Abgang von Carlo Ancelotti im Dezember übernahm der über 70-fache italienische Nationalspieler und Weltmeister von 2006 in Neapel.

Die Mannschaft hinkt den eigenen Ansprüchen in der Serie A aktuell weit hinterher - der Vizemeister steht mit lediglich 24 Punkten aus 18 Partien auf Rang acht und hat bereits 21 Zähler Rückstand auf das Spitzenduo Inter Mailand und Juventus Turin. Im Champions-League-Achtelfinale stehen die beiden Duelle gegen den FC Barcelona an.

Über 210 Pflichtspiele für RB Leipzig

Demme war im Januar 2014 für 350.000 Euro vom SC Paderborn zum damaligen Drittligisten RB Leipzig gewechselt. Insgesamt bestritt der gebürtige Herforder mehr als 210 Pflichtspiele für Rasenballsport. In der laufenden Saison musste Demme unter dem neuen Cheftrainer Julian Nagelsmann nur in einem Pflichtspiel durchweg auf der Bank Platz nehmen - während der Champions-League-Vorrundenpartie daheim gegen Olympique Lyon.

In den anderen 24 Spielen der Bundesliga, Champions League und des DFB-Pokals stand er auf dem Rasen. Seit der Verletzung von Willi Orban führte der zentrale Defensivakteur das Team jeweils als Kapitän auf das Feld. Mit der jüngsten Rückkehr des lange verletzten Tyler Adams sowie dem alsbald folgenden Kevin Kampl (Reha nach Sprunggelenks-OP) hätte sich der Konkurrenzkampf in der Rückrunde erheblich verschärft.

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. Januar 2020 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2020, 19:08 Uhr

3 Kommentare

Leonard vor 10 Wochen

Es ist doch schön, wenn Spieler von RB begehrt sind. Das heißt, es wurde gute Arbeit geleistet. Das ist das Geschäft. Aber einige Vereine müssen immer noch hetzen.

Dynamo vor 10 Wochen

Demme: "Auch mal das Leben genießen". Und was war bei RB Leipzig, kein schönes Leben ? Nur weil es ein paar mehr Euro's gibt ? Wenn ein anderer Club, vielleicht ein Spitzenclub aus England angefragt hätte, auch mit einem Spitzengehalt, wäre es dorthin gegangen. Heute mit der einen Hand auf's Emblem schlagen, morgen auf das Emblem des nächsten Vereins. Für mich sind das nur Söldner.

SitBull vor 10 Wochen

Viel Glück Diego Demme. Man sieht sich hoffentlich in der Champions League. Du bist immer herzlich willkommen. Vielen Dank für Alles. So muss das. Von der 3. Liga zum großen SSC Neapel. Das Konstrukt breitet sich aus und keiner kann es verhindern :-)

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