Rangelei im Spiel Konrad Laimer gegen Marco Reus.
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Fußball | 1. Bundesliga RB Leipzig gegen Dortmund - Fehler, Punkte und kein Videobeweis

War es ein gerechtes Remis? Müssen RasenBallsport Leipzig und Borussia Dortmund mit jeweils einem Punkt zufrieden sein? Und was ist mit diesem vermaledeiten Videobeweis? Das Topspiel des 25. Spieltages warf einige Fragen auf.

Rangelei im Spiel Konrad Laimer gegen Marco Reus.
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So ein 1:1 ist eine schwierige Sache. Soll man damit zufrieden sein? Oder wurden doch zwei Punkte verschenkt? Dass sich RB- und BVB-Spieler nur eine Sekunde nach dem Schlusspfiff abklatschten, ist kein Anzeichen dafür, dass hier ein lockeres Spielchen stattgefunden hat. Es war wohl auch weniger die Freude auf die warme Umkleidekabine. Viel mehr lässt die Szene vermuten, dass beide Seiten froh waren, nicht doch noch verloren zu haben - und dass sie mit dem einen Punkt gut leben können. Oder wie es RBL-Kapitän Willi Orban hinterher formulierte: "Den nehmen wir mit, und weiter geht's!"

Michy Batshuayi gegen Willi Orban
Michy Batshuayi (hinten) und Willi Orban. Bildrechte: IMAGO

Eine nachvollziehbare Sicht. Immerhin hatte Dortmund mehr und auch die besseren Chancen. Allerdings bauten die Borussen gegen Ende auch mächtig ab bzw. gingen kaum noch ein Risiko ein. RB dominierte die Schlussphase. Mehr als ein paar gefährliche Situationen sprangen dabei aber nicht heraus. "Es wäre sicher noch mehr drin gewesen", resümierte hinterher Außenverteidiger Konrad Laimer, "wenn wir es mal sauberer ausgespielt hätten, der letzte Pass genauer gewesen wäre oder wir mal früher geschossen hätten." Sein Trainer Ralph Hasenhüttl schätzte die letzten 20 Minuten ähnlich ein: "Da waren wir ein paar Mal aussichtsreich im Strafraum, haben da aber nicht die richtigen Entscheidungen getroffen."

Hinzu kamen über das gesamte Spiel verteilt zahlreiche Stockfehler, Stolperer und andere Patzer. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass die Partie ein echtes Pressing-Festival war und die Spieler oft kaum Zeit für Ballkontrolle hatten. "Es ging hin und her", erklärte Laimer: "Mal rennst du in die eine Richtung 40 Meter, danach sprintest du 40 Meter in die andere Richtung. Dann bekommst du den Ball, schaust schnell und machst einen leichten Fehlpass." Und zwar nicht nur einen, wie der Blick in die Statistik zeigt. So lag Leipzigs Fehlpassquote bei stattlichen 25 Prozent. In der gegnerischen Hälfte waren es sogar 34 Prozent. Dortmund stand dem in nichts nach.

Mehr Kommunikation – mehr Stabilität

Von einem müden und unansehnlichen Kick war die Partie am Samstagabend aber trotzdem weit entfernt. RB Leipzig und Dortmund zeigten vor allem in der ersten Halbzeit trotz einiger Patzer ihre außerordentliche Qualität. Der BVB beeindruckte vor allem mit der individuellen Klasse seiner Spieler, hohem Tempo und tollen Kombinationen in der Offensive. RB wiederum überzeugte mit aggressivem Pressing und einigen sehenswerten Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte, von denen eine durch Naby Keita zum 1:0 führte. In dieser Szene steckte all jene Leichtigkeit und Präzision, die die Zuschauer gern häufiger gesehen hätten.

Nichtsdestotrotz zeigte sich RB deutlich verbessert. Auf die drei Niederlagen zuletzt hatte Coach Hasenhüttl unter anderem mit verstärkter Kommunikation reagiert und damit ins Schwarze getroffen. Angesprochen wurde laut Orban, dass das Team in der Rückrunde sieben Mal geführt, aber drei Mal davon letztlich doch verloren hat. Tatsächlich stand RB deutlich stabiler als zuletzt. Auch das Zittern um wenigstens einen Punkt hielt sich in Grenzen, was auch den Kapitän zufrieden machte: "Diesmal haben wir die Balance zwischen Offensive und Defensive eingehalten - dass man da nicht kopflos agiert. Jetzt müssen wir nur noch gewinnen."

Videobeweis oder doch nicht?

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Schiedsrichter-Team mitspielt. Das übersah eine hauchdünne Abseitsstellung von 1:1-Torschütze Marco Reus. Für den Video-Assistenten (VAR) war es zumindest nicht zweifelsfrei zu erkennen, weshalb er nicht intervenierte. Ralph Hasenhüttl nahm das relativ ruhig zur Kenntnis, was aber eher auf Resignation als auf Verständnis basierte. Das zeigte sein Kommentar zur Einführung des Videobeweises bei der WM: "Dass das System nicht ausgereift ist, sehen wir Woche für Woche. Ich weiß nicht, ob dann auch in Köln entschieden wird. Ich hoffe nicht."

RB Leipzig gegen Borussia Dortmund in Bildern

Fans von RB Leipzig, Choreografie
Es darf gerätselt werden:; Die Choreo der RB-Kurve vor der Partie. Bildrechte: Picture Point
Peter Stöger und Ralph Hasenhüttl
Alte Bekannte: Die Trainer Peter Stöger (BVB/li.) und Ralph Hasenhüttl. Von 1989 bis 1994 kickten die Österreicher gemeinsam bei Austrian Wien und gewannen unter anderem drei Meistertitel. Bildrechte: Picture Point
Schiedsrichter Felix Brych und Michy Batshuayi
Schiedsrichter Felix Brych (München) hatte durchaus Arbeit. Vor allem mussten er und seine Assisten auf die Abseitsfallen beider Teams aufpassen. Die schnappte ständig zu. Bildrechte: Picture Point
Tor durch Marco Reus gegen Rettungsversuch von Lukas Klostermann
Rund zehn Minuten später glich Dortmund aus, Lukas Klostermann kann gegen Marco Reus nicht mehr retten. Bildrechte: Picture Point
Bruma und André Schürrle
Auch André Schürrle half hinten aus, hier gegen RB-Joker Bruma (re.). Bildrechte: Picture Point
Fans von RB Leipzig, Choreografie
Es darf gerätselt werden:; Die Choreo der RB-Kurve vor der Partie. Bildrechte: Picture Point
Torwart Peter Gulacsi pariert einen Schuss von Michy Batshuayi
RB-Keeper Peter Gulacis pariert Dortmunds erste Chance durch Michy Batshuayi. Bildrechte: Picture Point
Mario Götze und Willi Orban
RB-Kapitän Willi Orban stoppt Weltmeister Mario Götze. Bildrechte: Picture Point
Jean-Kevin Augustin
Nach einer halben Stunde ging RB durch Jean-Kevin Augustin (li.) in Führung. Bildrechte: Picture Point
Michy Batshuayi und Lukas Klostermann
Der von Chelsea ausgeliehene Michy Batshuayi gegen Lukas Klostermann (re.) Bildrechte: Picture Point
Marco Reus und Dayot Upamecano
In der zweiten Halbzeit hatten die Abwehrreihen das Geschehen meistens im Griff. Hier Leipzig Dayot Upamecano gegen Marco Reus. Bildrechte: Picture Point
Torwart Peter Gulacsi, Willi Orban und Konrad Laimer
So richtig zufrieden wirkten die Leipziger (v. li.) Peter Gulacsi, Willi Orban und Konrad Laimer nach dem Schlusspfiff nicht. Bildrechte: Picture Point
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Hasenhüttls Ärger ist verständlich, basiert aber auf einem Missverständnis. Denn der Videobeweis soll und kann die Spielführung des Schiedsrichters ja nicht fehlerfrei machen, sondern nur grobe Fehlentscheidungen verhindern. Unverständlich ist jedoch, dass dem Video-Assistenten immer noch keine kalibrierten Linien zur Verfügung stehen, um zweifelsfrei über Abseits entscheiden zu können. Offenbar sind nicht nur 1:1-Unentschieden eine schwierige Sache.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. März 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. März 2018, 09:34 Uhr

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18 Kommentare

05.03.2018 19:15 FastNeutraler 18

kleiner Tipp zur Choreo, wie wäre es mit ner Ausbildung bei UD in der Residenzstadt Sachsens.
Die freuen sich schon auf Euch.

05.03.2018 19:01 Reisender 17

@12 Armeefussballer, und was willst Du damit sagen? Dass der MDR nicht in der Lage ist, den zu kommentierenden Beitrag richtig anzuschauen? ;-))
Oder dass der Kommentator von Sky die Brausebrille auf hat? Denn die sehen das genau so wie wir.

05.03.2018 14:51 Michi 16

RBL-BVB 19:10 Fouls aber 0:4 Gelbe Karten.

05.03.2018 11:56 Brausebär 15

Keita foult ganz offensichtlich,wenn man hier auch die Lupe auf die Zeitlupe legt. Warum der MDR hier nur lokalpatriotisch vom abseits des Herrn Reus schreibt ist auch klar. Dortmund liegt nunmal nicht in Mitteldeutschland.soweit,so gut.der sportjournalistische Anspruch ist hier allerdings somit nicht erfüllt.schade lieber MDR.das nächste mal ein bisschen ausgewogener berichten.das wirkt sonst tendenziös in Richtung RB. Und das will ich auch als brausebär nicht...

05.03.2018 09:26 Wickenkamp 14

Ich drücke trotzdem meinem Verein RB Leipzig weiter die Daumen!

05.03.2018 09:00 grimmbaja 13

@ 10 Mateschlitzohr
...Wenn man ein Bisschen im Netz recherchiert, findet man sehr schnell das soziale Engagement und die Stiftungen von Herrn Matteschitz. Jedes Jahr fließen dort Millionen.

05.03.2018 06:46 FCV 12

Zu 8)
Zusammenfassung angeschaut....da sieht man halt alles und kann sich ein Urteil erlauben...
Mehr sage ich nicht dazu.

05.03.2018 06:21 Sr.Raul 11

Meinst den "Armen unter die Arme-Greifer" Welcher, lt. Medienberichten der letzten Jahre, in seinen eigenen "Buden" keine Betriebsräte zulässt etc.pp., @10 (Mateschlitzohr)? Zum Spiel: Muß ich @Bernd mal Recht geben, es war von SK Reuß Abseits. Zwar knapp aber unerkennbar nicht wirklich. Zumindest im "Kölner Keller" hätte man es sehen können. Vom Spielverlauf geht das Remis in Ordnung, wenn der Wunsch im Sinne der guten Sache auch ein Anderer war. Aber i.O. 04 Punkte vor dem Einen und 1 Punkt vor dem Anderen, genaue Kennzeichnungen spare ich mir mal. Kann gern so weiter gehen! Glück auf!

04.03.2018 21:45 Mateschlitzohr 10

Es ist wirklich amüsant, wie sich erwachsene Menschen so hier äußern. Es ist Fußball!!! Ich würde mich mehr darüber freuen, wenn Herr Matteschitz o.s.ä. eine sinnvolle Stiftung gründet, um den Armen unter die Arme zu greifen!

04.03.2018 14:18 grimmbaja 9

@2 Ich finde, es ist für diesen Artikel hier genug gehatet worden!
Ich weiß, dass es für Viele hier im Forum schlecht hinzunehmen ist, wenns bei RB läuft. Leipzig wird STÄNDIG oben vertreten sein, mal mehr mal weniger, ob Ihnen das nun passt oder nicht. Datan wird auch Ihr Hass nichts ändern!
Und ich wette, an Ihrer Arbeitsstelle geht es auch danach, was der Chef will, und nicht, was Sie wollen!

RB-Jungs - weiter gehts, es warten anspruchsvolle Aufgaben. Ich drücke alle verfügbaren Daumen!
Beste Grüße nach Mitteldeutschland!