Fußball | Bundesliga RB Leipzig: Geschäftsführer Mintzlaff hofft auf Zuschauer - Dann "zahle ich gern drauf"

Auch bei RB Leipzig sehnt man ein Ende der Geisterspiele herbei. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sagte dem "kicker", man würde sogar die eigenen Finanzen hinten anstellen, um zukünftig wieder Zuschauer bei den Heimspiel zulassen zu können.

Oliver Mintzlaff
Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer von RB Leipzig. Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Ende Juni wurde eine denkwürdige Bundesliga-Saison 2019/20 beendet. Sportliche Entscheidungen wurden zwar getroffen, doch der organisatorische Rahmen hatte wenig mit dem gewohnten Fußball zu tun. Um in der kommenden Spielzeit wieder ein Stück zur Normalität zurückkehren zu können, laufen die Vorbereitungen für die schrittweise Zulassung von Zuschauern in die Stadien bereits auf Hochtouren. Auch RB Leipzig hat in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt ein Hygienekonzept angefertigt, um den sogenannten "Geisterspielen" ein Ende zu setzen. Dabei würde man sogar weitere finanzielle Einbußen billigen, wie RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im "Kicker" (Montagsausgabe vom 6. Juli) zu Protokoll gab.

"Geisterspiele sind etwas, was niemand wirklich will"

"Der Fußball lebt von der Stimmung der Fans. Diese fast emotionslosen Geisterspiele sind etwas, was niemand wirklich will", so der 44-Jährige. Zwar sei es "eine  Illusion zu glauben, dass wir in diesem Jahr noch in einem ausverkauften Stadion spielen dürfen", dennoch würde man die finanziellen "Berechnungen gern hinten anstellen", um wieder vor den eigenen Fans spielen zu können. "Wenn wir damit ein weiteres Stück zur Normalität zurückkehren, zahle ich gern drauf", sagte der RB Boss.

Fans von RB Leipzig
Die große Frage - ab wann und wie viele Fans dürfen wieder in die Stadien? Bildrechte: imago/Picture Point

Gehaltsverzicht soll weiter Bestand haben

Der Tabellendritte der abgelaufenen Bundesliga-Saison plant aktuell mit Einbußen von über 20 Millionen Euro für die kommende Spielzeit. Um den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten, soll auch der anteilige Gehaltsverzicht der Profis weiter Bestand haben. "Trainer, Sportdirektor, Management und Geschäftsführung verzichten bis zum Jahresende", unterstrich Mintzlaff: "Da klar ist, dass wir nicht vor ausverkauftem Haus in die neue Saison starten, gehe ich davon aus, dass auch die Mannschaft erneut ihren Beitrag leisten wird."

RB peilt mehr Leihgeschäfte an

Auch auf dem Transfermarkt will sich RB aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise zurückhalten. "Wir werden etwas vorsichtiger agieren, als wir es in der Vergangenheit getan haben", kündigte der Geschäftsführer an: "Es wird sicherlich mehr Leihgeschäfte geben." Eine Gehaltsobergrenze für Profis, wie sie hierzulande aktuell diskutiert wird, sieht er kritisch. Ein solcher würde nur dann Sinn machen, wenn er europaweit Umsetzung findet. Die Bundesliga stünde sonst vor dem Risiko, Top- Spieler, TV-Gelder sowie an internationaler Bedeutung zu verlieren.

Axel Hellmann (Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG)
Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt. Bildrechte: IMAGO

Mintzlaff wehrt sich gegen Hellmann-Kritik

Einen Seitenhieb auf Eintracht Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann konnte sich Mintzlaff nicht verkneifen. Dieser hatte mit Blick auf die Umwandlung von 100 Millionen Euro Fremd- in Eigenkapital ein "hochdefizitäres Geschäftsmodell" bei RB angeprangert. "Entgegen dieser tendenziösen Aussagen sind wir überhaupt nicht defizitär. Wir haben jedes Jahr einen Gewinn erwirtschaftet und hatten auch schon vorher ein positives Eigenkapital", konterte Mintzlaff: "Herr Hellmann kann die Sommerpause ja nutzen, um sich im Frankfurter Bankenviertel die Zusammenhänge erklären zu lassen und seine Expertise aufzufrischen."

---
jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 06. Juli 2020 | 14:40 Uhr

0 Kommentare