Fußball | Bundesliga RBL-Geschäftsführer Mintzlaff: "Wollen uns gar nicht von Red Bull lösen"

Die aktuellen Fragen um Ralf Rangnick, das Pokalfinale, die Rolle von Red Bull und einen Fehler in Augsburg - darüber sprach Oliver Mintzlaff, der Geschäftsführer von Rasenballsport Leipzig, im exklusiven MDR-Interview.

RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff will die Abhängigkeit von Investor und Hauptgesellschafter Red Bull zwar verringern, eine Zukunft ohne Red Bull kann er sich aber nicht vorstellen. Der 43-Jährige sagte im exklusiven MDR-Interview: "Es wird immer wieder kolportiert: 'Wann wollen sie sich denn von Red Bull lösen?' Im Gegenteil, wir wollen uns gar nicht von Red Bull lösen, wir sind froh, dass wir sie haben und sie auch so stark bei uns verankert sind. Red Bull ist für uns ein ganz, ganz wichtiger Partner. Natürlich gehört auch dazu, dass wir die Erlöse maximieren und andere Partner zu uns holen. Das ist eine Verpflichtung, die wir auf der wirtschaftlichen Seite haben. Das hat aber gar nichts damit zu tun, dass wir uns von Red Bull abnabeln wollen."

Oliver Mintzlaff 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tribüne. Mittlere Reihe  v.l.:  DFB Bundestrainer Joachim Löw / Loew, Oliver Mintzlaff (RB Leipzig Vorstandsvorsitzender), Dietrich Mateschitz (Red Bull Chef) und Partnerin Marion Feichtner
Mintzlaff neben Bundestrainer Joachim Löw (li.) und Dietrich Mateschitz (re.) beim Spiel am Samstag gegen Bayern München (0:0) Bildrechte: Picture Point

Mit Red Bull finde ein permanenter Austausch statt. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, der einst das "Go" für den Standort Leipzig gab, sei sehr zufrieden. Er achte nicht nur auf die Profimannschaft, sondern auch auf den Nachwuchs. Wichtig sei dem 74-Jährigen eine "klare Philosophie".

Mintzlaff: Keine Trennung von Rangnick

Auf die nach einer "Kicker"-Meldung aufkommende Diskussion über die Zukunft von Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick wollte Mintzlaff nur bedingt einsteigen. Der "Kicker" hatte berichtet, es gebe über die künftige Rolle von Rangnick Differenzen mit dem Geschäftsführer. Rangnick wolle sich künftig auch um die Standorte in New York und Brasilien kümmern, Mintzlaff möchte ihn dagegen weiterhin eng am Team in Leipzig haben. Eine Trennung stehe nicht im Raum, so Mintzlaff: "Nein, überhaupt nicht. Die Medien müssen natürlich täglich berichten. Dass da dann auch einmal eine Geschichte dabei ist, die in die falsche Richtung geht, das nehmen wir keinem übel. Ralf hat hier noch Vertrag, ich gehe davon aus, dass er auch bei uns bleibt. Zwischen Ralf und mir ist alles in Ordnung.“

Trainer Ralf Rangnick (RB Leipzig)
Um die Zukunft von Ralf Rangnick gibt es Fragezeichen. Bildrechte: Picture Point

Leipzig kooperiert künftig mit New York und Brasilien

Er bestätigte, dass es künftig Kooperationen zwischen Leipzig und den Klubs in den USA und der Nähe von Sao Paulo geben soll. Ob Rangnick in der Zukunft mehr Verantwortung übernehmen wolle? "Ralf hat hier viel Verantwortung. Genauso wie jeder andere Mitarbeiter oder jede andere Mitarbeiterin. Da haben wir kein Kompetenz- oder Verantwortungsgerangel", sagt Mintzlaff. Grundsätzlich werde man nach der Saison aber über die Strukturen nachdenken.

Im Bild v.l.: Tyler Adams (Neuzugang von Red Bull New York), Fans
Tyler Adams kam von den New York Red Bulls. Bildrechte: Picture Point

"Ralf muss sich klar werden, was er möchte"

Auch die Arbeit von Jochen Schneider, dem ehemaligen Leiter Sport, der in der Rückrunde zu Schalke 04 wechselte, müsse neu aufgeteilt werden: "Es gilt, die Lücke von Jochen Schneider zu schließen. Das hieß viel mehr Arbeit für Ralf und mich. Jetzt gilt es, sich für die Zukunft aufzustellen. Ralf muss für sich dann klar werden, was er denn möchte. Wichtig ist für mich, dass er bei uns bleibt."

Jochen Schneider (RB Leipzig Direktor und Internationalisierung) und Oliver Mintzlaff (Vorstandsvorsitzender RB Leipzig).
V. li.: Jochen Schneider und Oliver Mintzlaff Bildrechte: IMAGO

DFB-Pokalfinale: Public Viewing auf der Festwiese

Für das Endspiel im DFB-Pokal am 25. Mai in Berlin gegen Bayern München kündigte RBL-Chef Mintzlaff an: "Wir freuen uns auf die Fanmeile, die wir sehr attraktiv gestalten, für die wir sehr viel investieren. Wir planen ein Public Viewing auf der Festwiese, wollen uns am Sonntag vor den Fans für die tolle Saison verabschieden."

RB Leipzig Fanfest auf der Festwiese nach dem Bundesligaspiel
RB plant zum Pokalfinale ein Public Viewing Bildrechte: imago/Picture Point LE

Lernen aus Augsburg

Nachgedacht hat der 43-Jährige über die Szenen nach Schlusspfiff des DFB-Pokal-Halbfinals beim FC Augsburg (2:1 n.V.). Dort hatte er über den Augsburger Co-Trainer Jens Lehmann das Verhalten der FCA-Bank kritisiert - und war dafür von deren Manager Stefan Reuter im TV heftig attackiert worden: ""Im Nachgang wird man dann immer schlauer: Vielleicht hätte ich dann erst 20 Minuten später mit Jens Lehmann sprechen können und dann hätten wir uns das ersparen können. Dementsprechend ist das für mich dann auch ein kleines Learning."

Hitzige Diskussion auf Fußballfeld
Nach dem Abpfiff in Augsburg war es hoch hergegangen. Bildrechte: Das Erste

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 14. Mai 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 10:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

22 Kommentare

17.05.2019 10:10 RumBelballer 22

@18 Mario, warum um Himmelswillen kommt Ihr immer mit “Ausland“? Was interessiert mich Ajax( Waschmittel? :-) ) oder warum hofft Ihr dann immer, dass die 50+1 Regelung fällt? Weil keine Argumente da sind und man sich nicht mit dem geliebten „ geflüüügelten“ Verein genauso auseinandersetzen will, wie es sein würde, wenn es meinetwegen Rotes Banner Trinwillershagen getroffen hätte. Und die hätten sich nicht mal umbenennen müssen.
Dazu noch die Aussage: mir ist doch egal, woher das Geld kommt, Hauptsache ich( armer benachteiligter Ossi, huää) sehe endlich wieder 1.BL. Hertha gehört zwar zum NOFV, aber die akzeptiere ich nicht , die sind ja aus dem Westen. Die Mauer ist zwar gefallen, aber bei mir im Kopf noch nicht.!!
Merkst Du was?
Für mich hat das weder was mit Neid noch Hass zu tun, es erinnert mich nur an die Bilder zur Wende, als Schokolade und Bananen in die ausgestreckten Hände der „Brüder und Schwestern“ geworfen wurde und man sich nicht erblödete, sie auch aufzufangen.

16.05.2019 18:12 Klatschpappe 21

Das ist schon alles schräg. Wenn ich ins Kino gehen, ist mir doch Mumpe, wer wie viele Millionen da reingesteckt hat. Bei Fußball soll man sich dann über sowas Gedanken machen und sich dann sagen lassen, dass dieser gut-aussehender Fußball von keinem richtigen Verein gespielt wird. Auch dies ist mir wieder Mumpe. Na gut, wenn dann nur noch Cyborgs spielen, habe ich dann auch ein Problem.

16.05.2019 16:06 Bernd 20

@Reisender der Hofmann schlaeft zwar mal auf Parkbaenken ist aber gern Chef so auch von der Hofmann Investoren GmbH diese haelt 99 % am FC Augsburg. Gut sein eigener finanzieller Anteil ist 32 %. Da aber Hofmann aber auch Praesident des FCA e.V. und mit Reuter der Beteiligungs GmbH ist, sehe ich hier den Einfluss gebuendelt.

16.05.2019 12:59 Reisender 19

@13 Bernd, Du sprachst von Partner und jetzt noch von Sponsor, ist Red Bull aber nicht, sondern der Eigentümer zu 99%.
Und das mit Augsburg stimmt nicht ganz, es sind nur knapp 32%, die 99% sind die GmbH insgesamt.

16.05.2019 12:33 Mario 18

@ RumBelballer Ach da fallen mir ganz viele Vereine ein , manche haben den Sponsor sogar im Namen . Im Ausland kennst du sicher auch ganz viele . Denke auch das die 50 plus 1 Regel irgendwann fällt , dann dürften solche Debatten der Vergangenheit angehören . Mir ist es wichtig , das der Osten wieder eine gute und vor allem gut geführte Bundesligamannschaft hat . Ich gebe vielen hier Recht , dass man die Sache der Mitglieder anders regeln müsste . Für mich der einzige Kritikpunkt.

16.05.2019 11:29 Bernd 17

@10 das ist jetzt interessant also sie entscheiden ob ein deutsches Amtsgericht recht hat oder nicht. Sind sie etwa der Adoptivsohn der Kanzlerin, oder gar von Gott auf die Erde geschicht also ein zweiter Jesus? Es gibt den RB Leipzig e.V. und dieses wurde durch ein Gericht festgestellt. Sicher manche denken sich etwas und vermuten (was aber falsch ist) das ihr ausgedachtes dann gleich zum Gesetz wird. Falsch Dazu gibt es die Legislative. Und im Vereinsagesetz steht etwas dass es 7 Mitglieder braucht fuer einen Verein. Und der Verein legt fest wer Mitglied werden darf. Und da die Frau des Anwaltes nun nicht ihrer Putzfrau im Goldclub begegnen moechte wird sich da auch nichts aendern.

16.05.2019 11:21 Bernd 16

@12 FC Augsburg 99% Hofmann Investoren GmbH, Bayer Leverkusen ok da hat die Bayer AG 100%, VfL Wolfsburg, Hannover 96 dass ihr das nicht selbst findet?
Ja der FC Bayern die haben ein festgeschriebenes Stammkapital von 27.5 Mio und Audi hat daran 8.3 % dafuer aber Aktion von 90 Millionen erworben. Klingt schon sehr nach veralbern

16.05.2019 09:19 Sr.Raul 15

Das freut mich persönlich für Dich, @7 (Rennsteiger).
@8 (toni), mit O.M. und R.R. haben sich da zwei Charaktere getroffen wo es mich wundert, dass der ganze Laden noch nicht explodiert ist. Bin mal gespannt wie es mit den Expansionsabsichten von Herrn R.R. bzgl. des neuen brasilianischen Menschen"material"zulieferers weiter geht. Das kommt mir aus hoffenheimer Zeiten doch bekannt vor, wo er sich ja wohl auch mit Hopp überworfen hat.

16.05.2019 08:48 Bernd 14

@8 gut ihre Tiraden lassen schon erkennen dass Hass gegen anderes schon wesaentlich ihr Leben bestimmt. Aber hier kommt noch hinzu dass sie dass entsprechende Interview nicht geschaut und falls doch es nicht begriffen haben. HNur so ist ihre oeffentliche Unterstellung zu verstehen. Wollen wir fuer sie hoffen dass Herr Mintzlaff tolerant ist? Obwohl eventuell erklaert ihnen jemand von der Staatsanwaltschaft wie Leben funktioniert.

16.05.2019 08:06 Bernd 13

@5 und jetzt enttaeuschst Du mich. Die Frage geht in die Richtung kann Rasenballsport den Spielbetrieb finanzieren und dass ohne RedBull als Haptsponsor zu haben. Die Antwort, aktuell steht die Frage nicht weil man keinen Anlass sieht und die Verbindung zu RedBull gar nicht in Frage stellt. A b e r man stellt sich eben so auf, dass man es im Fall des Falles (Matteschitz ist nicht mehr Chef und der Nachfolger interessiert sich fuer Synchronschwimmen), es dann koennte. Und genau das ist die Eigenstaendigkeit die Mintzlaff wohl hat. Uebruigens beim FC Augsburg haelt auch ein Investor 99% nur der ist gleioch auch noch Praesident des Vereins und der Beteiligungs GmbH, stoert keinen.