Die RB-Spieler bedanken sich nach dem Sieg bei den Fans.
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Fußball | Bundesliga RB Leipzig - Glückseligkeit und etwas Rauch

Die vergangenen acht Tage hatten es bei RB Leipzig in sich: RBL kassierte zwei Auswärtsniederlagen, handelte sich Ärger mit bzw. wegen der Fans ein und beendete diese kleine Talfahrt mit einem beeindruckenden Heimsieg.

von Sven Kups

Die RB-Spieler bedanken sich nach dem Sieg bei den Fans.
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Tempo, Chancen, Tore, und das in einem ausverkauften Stadion: Das Bundesliga-Duell RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach war nicht nur von der Tabellenkonstellation her (Vierter gegen Zweiter) ein Spitzenspiel. Mit hohem Schauwert und einem am Ende erstaunlich ungefährdeten RBL-Sieg. Dabei war mit dem 2:0 bzw. der Art und Weise, wie Leipzig es auf dem Rasen und bei strömendem Regen erarbeitete, nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Zu niederschmetternd waren zuvor die zwar knappen, aber nicht minder verdienten Auswärtsniederlagen in Wolfsburg und Salzburg.

Die Rückkehr des Erfolges kam nicht zuletzt mit der Rückkehr der so wichtigen Mittelfeld-Achse aus Kevin Kampl, Diego Demme und Marcel Sabitzer. Ohne das Trio sieht es bei RB derzeit schlecht aus - vor allem beim Pressing und beim schnellen Umschaltspiel, was das Spiel unter Ralf Rangnick ja größtenteils ausmacht. "Sabi, Diego und ich gehören zu den erfahreneren Spielern. Es ist schon wichtig, dass du von denen immer ein paar dabei hast", kommentierte Kevin Kampl hinterher seinen Anteil recht bescheiden. "Es tat es uns extrem gut, dass die Jungs wieder zur Verfügung standen", formulierte es Rangnick.

Kevin Kampl
Kevin Kampl Bildrechte: imago/Jan Huebner

Bollwerk hinten – Werner vorn

Der Erfolg gegen Mönchengladbach hatte natürlich – das mag eine Floskel sein, ist aber Fakt - viele Väter. Zwei von ihnen sind noch sehr jung und sprechen Französisch: Dayot Upamecano (20 Jahre) und Ibrahima Konaté (19). Was die beiden Innenverteidiger am Sonntag abfingen, abliefen oder weggrätschten war beeindruckend. "Sie haben gut harmoniert", lobte Rangnick etwas spärlich ihre starke Performance.

Jemanden bei der "tollen Mannschaftsleistung" hervorzuheben, mache nicht wirklich Sinn, betonte Rangnick - um das unmittelbar danach dann doch zu tun. Sein Extra-Kompliment ging an den Doppeltorschützen Timo Werner: "Er hat zwei Tore gemacht. Aber so, wie er gegen den Ball gespielt hat, wünsche ich ihn mir auch in den nächsten Wochen. Das war richtig gut und wichtig, gerade bei dem Gegner heute."

Cheftrainer Ralf Rangnick (RB Leipzig)
Nach zwei Niederlagen wollte Ralf Rangnick mit RB Leipzig wieder ein Erfolgserlebnis. Bildrechte: Picture Point
Cheftrainer Ralf Rangnick (RB Leipzig)
Nach zwei Niederlagen wollte Ralf Rangnick mit RB Leipzig wieder ein Erfolgserlebnis. Bildrechte: Picture Point
Trainer Dieter Hecking (Borussia)
Gladbach-Coach Dieter Hecking kam mit zuletzt drei Bundesliga-Siegen im Gepäck in die Messestadt. Bildrechte: Picture Point
Fans von RB Leipzig
Für die Zuschauer gab es eine sehr rasante erste Hälfte zu sehen. Bildrechte: Picture Point
Torwart Peter Gulacsi (1, RB Leipzig) fängt den Ball
RB-Torwart Peter Gulacsi hatte seinen Strafraum im Griff. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig. Das 2:0 durch Timo Werner (11, RB Leipzig)
Vorn war Timo Werner (li.) in der dritten Minute und kurz vor dem Pausenpfiff erfolgreich. Bildrechte: Picture Point
Tor für Leipzig zum 2:0. Torschütze Timo Werner (l., 11, RB Leipzig) und Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) klatschen ab
Dieser Doppelpack genügte am Ende auch für den 2:0-Heimsieg. Bildrechte: Picture Point
v.l.: Oscar Wendt (17, Borussia MG) und Bruma (17, RB Leipzig)
Den Gästen um Oscar Wendt (li.) fiel einfach zu wenig ein. Bildrechte: Picture Point
 Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) und Oscar Wendt (17, Borussia MG) im Zweikampf um den Ball
Marcel Sabitzer (li.) verpasste mehrfach das 3:0. Bildrechte: Picture Point
Die Zuschauerzahl an der Anzeigetafel
Doch am Ende mussten die Fans von RB Leipzig nicht zittern. Bildrechte: Picture Point
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v.l.: Oscar Wendt (17, Borussia MG) und Bruma (17, RB Leipzig)
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Ärger mit den Fans

Jubel, Trubel, Glückseligkeit: Der 2:0-Sieg und der Sprung auf Tabellenplatz drei machten nicht nur die vorherigen Niederlagen vergessen. Sie überdeckten vorerst auch den Ärger, den sich RB Leipzig mehr oder weniger abseits des Platzes eingehandelt hatte. Da waren zum einen Ralf Rangnicks umstrittene Worte nach der Pleite von Salzburg. "Mit Verlaub, die Priorität liegt auf der Bundesliga", hatte der Coach versucht, die Niederlage kleinzureden. "Bei uns beschäftigt sich gerade niemand mit der Euro League."

Ralf Rangnick gibt Anweisungen.
Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick (Archiv) Bildrechte: imago/Sven Simon

Das Statement kam etwas überraschend. Hatte RB doch seit Saisonbeginn gebetsmühlenartig bekräftigt, man wolle in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League so weit wie möglich kommen. In den sozialen Medien sorgte die Kehrtwende für Empörung. "Für mich ein Schlag ins Gesicht, vor allem für alle Auswärtsfahrer", schimpfte zum Beispiel auf Twitter @TBorche77: "Ich kenne Leute, die waren donnerstags in Häcken, Herr Rangnick! Verschenke meine Karte gegen Trondheim. Einfach melden!"

Wild und kontroverser diskutiert wurde allerdings das Thema Pyrotechnik. Während der Partie in Salzburg hatten RBL-Anhänger zum zweiten Mal in dieser Saison roten Nebel durchs Stadion wehen lassen. Bei den meisten Fußballvereinen der ersten bis vierten Liga mögen zwei Rauchbomben höchstens ein müdes Lächeln hervorrufen – RB Leipzig kündigte an, "mit der gebotenen Sorgfalt und Härte" dagegen vorgehen zu wollen. Die Täter, so RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, würden "bei RB Leipzig keine Spiele mehr sehen", bundesweites Stadionverbot und nach einer UEFA-Strafe die entsprechende Rechnung bekommen.

Die Diskussionen in den Sozialen Netzwerken zeigten, dass viele Fans Mintzlaffs harten Kurs unterstützen, die Zahl der Pyro-Befürworter jedoch deutlich gestiegen ist. Kritische Stimmen merkten außerdem süffisant an, dass RB Leipzig nach den homophoben Attacken gegen seinen schwul-lesbischen Fanklub "Rainbow Bulls" gar nicht und auf rechte Tendenzen im eigenen Fanblock nur sehr spät und halbgar reagiert habe. Am Sonntag jedenfalls spielte das keine Rolle. Da herrschte trotz vorabendlicher Dunkelheit eitel Sonnenschein. Dieses Thema jedoch, da muss man nicht hellsehen, wird bald wieder auf den Tisch kommen.

Aktuelle Berichte zur 1. Fußball-Bundesliga

Jerome Gondorf und Kevin Kampl
Bildrechte: imago/Pressefoto Baumann

RB Leipzig hat in der aktuellen Bundesliga-Saison noch kein Spiel nach Rückstand drehen können. Bei der 0:3-Pleite in Freiburg fehlten kreative Impulse - auch mit Kevin Kampl und Marcel Sabitzer.

MDR AKTUELL So 09.12.2018 14:19Uhr 01:27 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 02. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 08:38 Uhr

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9 Kommentare

04.12.2018 20:56 Klatschpappe 9

Geschenke find ich gut. Ich würde einen Schal, Handschuhe oder Mütze nehmen. Alles was man im Winter so braucht. Geht es nicht darum, dass die Marke weltweit verbreitet wird. Ich fahre demnächst ins Vogtland.

04.12.2018 18:55 SLKrotundweiß 8

@5,7
RB = lächerlich
Geschenke fürs kommen???
Oh man was für fans

04.12.2018 17:41 Voice 7

@6
Da bin ich aber froh, dass nicht Sie bestimmen, wer im Wettbewerb etwas zu suchen hat und wer nicht.

RB - alles richtig gemacht!!

Beste Grüße aus der Messestadt!!

04.12.2018 16:46 FastNeutraler 6

@5, Da schüttelt der mitteldeutsche Fan, welcher seit Jahrzehnten zu jedem Heimspiel und zu einigen Auswärtswärtsspielen im Stadion ist, nur den Kopf.
Wer solche "Marketingmaßnahmen" nötig hat, ist nur zu bedauern und hat in diesem Wettbewerb absolut nichts zu suchen.

03.12.2018 19:40 Quentin aus Mondragies 5

Zweischneidiges Schwert. Ich fahre nicht nach Glasgow und bezahle einen mittleren dreistelligen Betrag um dann die B-Elf zu sehen. Allerdings freue ich mich auch mal Mvogo & Co. zu sehen. Mintzlaff äußert sich zu der Thematik bedachter als Rangnick. Der Trainer und Sportdirektor sollte sich etwas bedachter zur EL äußern, sonst sind das nächste Mal wieder nur 50 Zuschauer mit beim Auswärtsspiel. Ich kann nur sagen, lasst Euch (RB Marketing) was einfallen, um gegen Trondheim noch eine vernüftige Zuschauerzahl zu erreichen. Wie wäre es mit einem Weihnachtsgeschenk (limitierter Fanschal/Trikot) zum Spiel. Da kommen sicherlich noch ein paar mehr.

03.12.2018 19:23 toni 4

Vor allem würde es die "Fans" gar nicht geben, wenn der "reiche Onkel" bzw. Gönner aus Österreich das alles in der Vergangenheit nicht bezahlt hätte und in Zukunft nicht bezahlen würde.

03.12.2018 18:36 Toni.g 3

Es ist schon traurig das es Rechts,bzw Links ausgerichtete Fanclubs gibt.Die Mitte bilden dann die Homosexuellen.Es stört mich auch das bei der Spielanalyse die Niederlagen in internationalen Spielen am fehlen einiger Spieler oder der schwachen Leistungen der eigenen Mannschaft aber nicht der guten Leistung der Gegner geschuldet ist.

03.12.2018 13:40 Voice 2

@1
Politische Einstellungen sind da völlig uninteressant. Schließlich wollen wir alle nur guten Fußball sehen.

Was allerdings gar nicht geht, ist der ganze Pyromist. Strengste Bestrafung erwarte ich dahingehend vom Verband. Und dann ist der Klub gefragt. Hartes Durchgreifen bei den I***ten. Volle Kostenumlage bei den Strafen plus lebenslanges Stadionverbot. Ende der Durchsage.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

03.12.2018 09:56 walther 1

Auch bei RB gibt es "rechte" und "linke" Fans, die meisten aber kommen aus der Mitte.
Aber der Vorteil bei RB ist das die einen die anderen tolerieren und man miteinander spricht trotz unterschiedlicher politischer Haltung.
Und was auch ein wesentliches und vor allem großartiges Merkmal aller RB-Fans ist :
Sie können über sich lachen,
verfügen über ein großes Maß an Selbstironie und
die große Kunst sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.