Fußball | Bundesliga Nach Hwang und Henrichs – Personalplanungen bei RB Leipzig nehmen Fahrt auf

RB Leipzig hat mit den Verpflichtungen von Hee-chan Hwang und Benjamin Henrichs die ersten personellen Weichenstellungen für die kommende Saison vollzogen. Sie sollen aber nicht die letzten Verstärkungen gewesen sein, auch wenn größere Namen wohl ausbleiben werden.

Julian Nagelsmann und Markus Krösche
Sportdirektor Markus Krösche (re.) und Cheftrainer Julian Nagelsmann basteln an RB Leipzigs Kader für die neue Saison. Bildrechte: imago images / Contrast

95 Tore in 159 Pflichtspieleinsätzen. Ohne Zweifel hinterlässt Timo Werner nach seinem Wechsel zum FC Chelsea eine enorme Lücke im Team von Julian Nagelsmann. Auf der einen Seite schmerzt der sportliche Verlust. Auf der anderen Seite spülte der Transfer des Rekordtorschützen auch satte 53 Millionen Euro in die Klubkasse. Ein finanzieller Segen in Zeiten der Corona-Krise, selbst für einen gut betuchten Klub wie RB Leipzig.

Werner-Verlust soll auf mehreren Schultern verteilt werden

Ein Teil der Ablösesumme wurde bereits reinvestiert. Mit Hee-chan Hwang wechselt ein junger Stürmer in die Messestadt. 45 Tore und 29 Assists in 126 Pflichtspielen für Leipzigs österreichischen Schwesterklub Red Bull Salzburg zeugen von den vielversprechenden Qualitäten des Südkoreaners. Und auch wenn viele Hoffnungen auf dem 24-Jährigen liegen, soll der Abgang von Werner nicht allein durch ihn kompensiert werden. Die Personalie Milot Rashica geisterte nicht umsonst in den letzten Wochen immer wieder in den Medien herum.

Ein Transfer des polyvalenten Offensivspielers von Werder Bremen dürfte für die Sachsen aktuell jedoch schwer zu stemmen sein. Satte 35 Millionen Euro Ablöse wären in etwa für den 24-Jährigen fällig, was das Budget von RB wohl übersteigen würde. "Wir werden in diesem Sommer weit weniger ausgeben, als wir für Timo bekommen haben. Ich bin mir trotzdem sicher, dass wir die richtigen Spieler holen", betonte auch RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Montag (9. Juli) im "Kicker"-Interview.

Lukasz Piszczek (BVB Borussia Dortmund), Timo Werner (RB Leipzig), Roman Buerki (BVB Borussia Dortmund)
Rekordschütze Timo Werner hat RB Leipzig nach vier Jahren in Richtung FC Chelsea verlassen. Bildrechte: Kevin Voigt / Jan Huebner

RB will sparen – weitere Leihgeschäfte wahrscheinlich

Die richtigen Spieler müssten also deutlich kostengünstiger zum Champions-League-Viertelfinalisten gelockt werden. Leihgeschäfte erwiesen sich bereits in der Vergangenheit als erfolgsversprechendes Modell: Sowohl Linksverteidiger Angelino (Manchester City) als auch Stürmer Patrik Schick (AS Rom) schlugen sofort beim Bundesligisten ein und erwiesen sich als die erhofften kurzfristigen Lösungen. Bei Benjamin Henrichs ist RB nun den gleichen Weg gegangen, dessen Leihe vom AS Monaco am Mittwoch (8. Juli) in trockene Tücher gebracht wurde. Schon länger umgarnte man den 23-Jährigen, der als Wunschspieler Nagelsmanns für die rechte Abwehrseite gilt.

Bei den jüngsten Neuverpflichtungen soll es aber nicht bleiben. Hinlänglich bekannt ist, dass Leipzigs Übungsleiter weiterhin einen Abräumer im defensiven Mittelfeld sowie einen kopfballstarken Box-to-Box-Spieler sucht. Mehr als 25 Millionen Euro will RB laut "Kicker"-Informationen jedoch nicht in neue Spieler investieren. Aufgrund der ausbleibenden Zuschauereinnahmen rechnen die Leipziger mit einem Minus von 20 Millionen Euro in den Kassen, so Mintzlaff. Daher werde man auch "nichts Unvernünftiges machen."

Königsklasse bleibt das Ziel

Die ganz großen Kaliber á la Rashica dürften beim Tabellendritten der abgelaufenen Bundesligasaison also nicht erwartet werden. Ein Transfer im einstelligen Millionenbereich sowie das ein oder andere Leihgeschäft hingegen schon. Denn das Ziel der Sachsen, auch im dritten Jahr in Folge in der Königsklasse zu spielen, bleibt weiterhin gleich.

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jsc mit Material von dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 09. Juli 2020 | 16:40 Uhr

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