Fußball | Bundesliga RB Leipzig kassiert in Unterzahl späten Ausgleich

30. Spieltag

RB Leipzig hat im vierten Heimspiel in Folge nicht gewonnen und kam gegen Paderborn nicht über ein Remis hinaus. 120 Sekunden fehlten zum Dreier gegen das Schlusslicht, das nicht unverdient den ersten Zähler überhaupt gegen RB holte.

Julian Nagelsmann 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sa 06.06.2020 18:47Uhr 01:54 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-416298.html

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Video

Nach der Niederlage von Borussia Mönchengladbach im Freitagsspiel gegen den SC Freiburg (0:1) hätte RB Leipzig fünf Spieltage vor Saisonende einen großen Schritt zur sicheren Champions-League-Qualifikation machen können. Doch gegen Schlusslicht SC Paderborn sprang zu Hause nur ein 1:1 raus, weil Innenverteidiger Dayot Upamecano in der ersten Halbzeit vom Platz flog und RB in der Nachspielzeit doch noch das Gegentor kassierte. Unverdient war der Punktgewinn für den Außenseiter nicht.

Schick trifft wieder gegen Paderborn

RB Leipzig - ohne Marcel Sabitzer (Muskelprobleme) und Konrad Laimer (angeschlagen) - dafür wieder mit Taktgeber Kevin Kampl und Tyler Adams in die Startelf - stresste den Gegner wie gewohnt. Das Ziel war schnell klar: Bloß nicht wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Timo Werner (abgefälschter Schuss/4.) und Christopher Nkunku (Schlenzer/19.) hatten zu Beginn gute Chancen. Danach stabilisierten sich die Gäste, in allen vier bisherigen Spielen gegen RB noch sieglos, und hielten sich fast eine halbe Stunde schadlos.

Dann kam Schick. Patrik Schick. Der Mann, der beim 3:2 im Hinspiel seinen ersten Treffer im Trikot von RB Leipzig erzielt hatte, vollendete den besten Angriff des Spiels zur Führung. Herrlich freigespielt von Turbo-Werner schob Schick den Ball aus vollem Lauf mit links flach ins rechte Eck. 1:0. Der Fast-Championsligist führte gegen den Fast-Zweitligisten. Alles lief aus RB-Sicht also nach Plan - bis Upamecano kurz vor der Pause mit Gelb-Rot (Foul plus Ball wegschlagen) vom Platz flog.

Ausgleich in der Nachspielzeit

Tor für Paderborn in der Nachspielzeit. Torschütze Christian Strohdiek (mi., 5, Paderborn) dreht jubelnd ab.
Tor für Paderborn in der Nachspielzeit. Torschütze Christian Strohdiek (5, Paderborn) dreht jubelnd ab. Bildrechte: Picture Point

Zehn Leipziger mussten die knappe Führung verteidigen - und fanden in der Offensive nur selten Lösungen. Paderborn ließ den Ball gut zirkulieren, hatte aber nicht die großen Torchancen. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hätte Werner sich für eine starke Leistung belohnen müssen. Er traf aber nur die Latte. Das 2:0 wäre die Vorentscheidung gewesen. So aber fing sich RB in der Nachspielzeit nach einer Ecke das 1:1 ein und blieb damit im vierten Heimspiel in Folge ohne Dreier. Paderborn hat trotz des Punktgewinns acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz (Fortuna Düsseldorf/16.).

Werner-Wechsel offen

Schlagzeilen machte unter der Woche der bevorstehende Wechsel von Werner zum FC Chelsea, der Leipzig zwar 50 Millionen Euro in die Kasse spülen würde, sportlich aber ein herber Verlust wäre. RB-Sportchef Oliver Mintzlaff wollte den Transfer am Samstag nicht bestätigen.

Fußball | Bundesliga Bildershow: RB Leipzig - SC Paderborn

Timo Werner (RB Leipzig)
Wie oft spielt Timo Werner (Mitte) noch in Leipzig? Sein Wechsel nach dieser Saison zum FC Chelsea soll perfekt sein... Bildrechte: Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool
Timo Werner (RB Leipzig)
Wie oft spielt Timo Werner (Mitte) noch in Leipzig? Sein Wechsel nach dieser Saison zum FC Chelsea soll perfekt sein... Bildrechte: Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool
Geschäfsführer Oliver Mintzlaff (RB Leipzig)
RB-Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff hielt sich bedeckt. "Bislang hat weder Timo Werner
bei uns die Klausel gezogen noch hat irgendein Verein uns einen Transfervertrag geschickt", sagte Mintzlaff bei Sky.
Bildrechte: Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool
Mannschaft von RB Leipzig
Für diese Startelf entschied sich Julian Nagelsmann und nahm im Vergleich zum 4:2- in Köln zwei Wechsel vor: Kampl und Adams spielten für Sabitzer (verletzt) und Laimer. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
Trainer Steffen Baumgart (SC Paderborn)
Steffen Baumgart wie je und eh: Mit Kaugummi und kurzem Shirt wild gestikulierend am Spielfeldrand. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
v.l. Timo Werner (RB Leipzig), Uwe Huenemeier (SC Paderborn)
Er sah die erste Chance im Spiel für Timo Werner, der sich hier gegen Uwe Hünemeier durchsetzt. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
Tor für Leipzig zum 1:0. Im : Torschütze Patrick Schick (2.v.l., 21, RB Leipzig) trifft gegen Torwart Leopold Zingerle (17, Paderborn)
Paderborn verteidigte lange gut, der Treffer von Patrik Schick zum 1:0 war nicht vermeidbar. Der Tscheche schob nach Werner-Vorarbeit zur verdienten Führung ein. Bildrechte: Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool/ Picture Point
v.l.: Tyler Adams (14, RB Leipzig) und Klaus Gjasula (8, Paderborn)
Einen Rekord brachte dieses Spiel auch mit sich: Tyler Adams im Duell mit Klaus Gjasula, der in der ersten Halbzeit seine 16. Gelbe Karte sah und damit neuer Rekordhalter ist. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
Tribünengast Ralf Rangnick
Ralf Rangnick sah kurz vor der Pause von der Tribüne aus den unnötigen Platzverweis gegen Dayot Upamecano. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
v.l.: Tyler Adams (14, RB Leipzig), Uwe Hünemeier (2, Paderborn), Torwart Peter Gulacsi (1, RB Leipzig) und Nordi Mukiele (22, RB Leipzig)
In Überzahl wurde Paderborn stärker, so richtig gefordert wurde Peter Gulacsi aber lange nicht... Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
Tor für Paderborn in der Nachspielzeit. Torschütze Christian Strohdiek (mi., 5, Paderborn) dreht jubelnd ab.
... doch in der Nachspielzeit gab es die kalte Dusche für RB: Christian Strohdiek staubte zum 1:1 ab. Bildrechte: Picture Point
Enttäuschte Leipziger nach Abpfiff. Im Bild v.l.: Angelino (3, RB Leipzig) und Timo Werner (11, RB Leipzig)
Enttäuschte Leipziger nach Abpfiff. Angelino und Timo Werner stiefeln vom Platz. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
rainer Steffen Baumgart (SC Paderborn) und Trainer Julian Nagelsmann (RB Leipzig) nach Abpfiff
Ein Bild spricht Bände: Während sich Steffen Baumgart über den Punktgewinn freut, steht Julian Nagelsmann die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Bildrechte: Kevin Voigt/JanHuebner/Pool
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Tor für Leipzig zum 1:0. Im : Torschütze Patrick Schick (2.v.l., 21, RB Leipzig) trifft gegen Torwart Leopold Zingerle (17, Paderborn)
Bildrechte: Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool/ Picture Point

Das sagten die Trainer

Steffen Baumgart (Paderborn): "Ich bin stolz, aber die ein oder andere Situation hätten wir besser ausspielen müssen. Wir hatten auch Glück, als Werner ein- oder zweimal durch war, da hätte es auch anders aussehen können. Unabhängig vom Ergebnis ein Kompliment an meine Jungs. Wenn ich in Dortmund ein 1:6 bekomme und heute so auftrete, mehr geht nicht, die Jungs haben alles rausgehauen. Heute sind sie an ganz große Grenzen gegangen. Acht Punkte Rückstand sind ein dickes Brett, gegen Bremen nächste Woche wird es ein Abenteuer. Wir haben viel Gutes gemacht zuletzt, sind aber nicht immer belohnt worden."

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Mit dem Spiel war ich bis zur Gelb-Roten Karte zufrieden. Wir hatten eine gute Kontrolle, waren im letzten Drittel aber nicht so sauber. Da hatten wir vier oder fünf Hundertprozentige liegengelassen. Der Ausgleich war vermeidbar. Die Gelb-Rote Karte war ein Schlüsselmoment, das darf nicht passieren. Wenn du in Unterzahl bist, bekommen die Chancen eine größere Bedeutung, da musst du so reingehen, als wäre es die letzte. Bei unserem Anspruch als Spitzenteam musst du solche auch mal machen. Der Punkt ist für uns zu wenig, wir waren mit einer guten Leidenschaft dabei, sind gut angelaufen, das Tor war sehr gut rausgespielt. Wir wussten, dass Paderborn unter Steffen weiter nach vorne spielt. Wir haben einen Punkt gewonnen auf Gladbach und Leverkusen, doch wir dürfen uns dafür nicht auf die Schultern klopfen."

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. Juni 2020 | 15:30 Uhr

32 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 16 Wochen

Fühlst Du Dich angesprochen?
Du bist dann leider nicht mehr der Nachbar. Dein Haus wird abmontiert und ins Neubaugebiet gesetzt und mittlerweile kriegst Du so wenig, dass Du nicht mehr die Reparaturen bezahlen kannst. Dies wäre dann 3. Liga. Da erinnert man sich neidig an den reichen Onkel des Nachbarn? Dann hat der blöde Nachbar das Geld ins Fundament investiert so dass man das Haus nicht so einfach abmontieren kann. Doppelneid dann. Verstanden?

RumBelballer vor 16 Wochen

Ich versuche es mal mit einem Bsp aus einem anderen Metier: wenn ich also ein Haus von 1937 habe, was ich abgezahlt habe und nun ab und zu ausbessern muss, soll ich neidisch auf den Nachbarn sein, der sich vor 10 Jahren mit 0€ Eigenkapital einen Prachtbunker mit Swimmingpool und Hubschrauberlandeplatz hat hinstellen lassen und nun, da die Kohle nicht reicht, einen Nachschlag holen muss, ansonsten ist der Kuckuck an der Türe????
Das musst Du mir jetzt mal erklären, damit bei mir etwas Neid entstehen kann. 🤔🤔🤔

RumBelballer vor 16 Wochen

Weißt Du, ich wünsche dem Getränkekombinat 3x da gleiche, was man uns wünscht. Nun liegt es an den sogenannten gaaaaanz anderen Fans dieses Projektes🤭🤭🤭
Gratulation zum Staffelsieg.