Fußball | Super League RB Leipzig lehnt die Super League ab

Eine Super League für die Superreichen: Verlockend für zwölf Vereine aus Spanien, Italien und England. Aus Deutschland hagelt es Ablehnung und Kritik. Auch von RB Leipzig. So etwa stehe überhaupt nicht zur Debatte.

RBL-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff
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Die Verlockung ist groß: 100 Millionen Euro Startgeld, insgesamt sollen 3,4 Milliarden Euro an die 20 teilnehmenden Vereine der Super League ausgeschüttet werden. Die deutschen Topclubs haben die Teilnahme an der Super League abgelehnt, auch RB Leipzig.

"Steht für uns nicht zur Debatte"

"Wir sind Verfechter des sportlichen Wettbewerbs. Und der sportliche Wettbewerb im Profifußballsieht vor, dass man in der nationalen Liga darum kämpft, einen Tabellenplatz zu erzielen, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt. Für uns steht es überhaupt nicht zur Debatte, hieran etwas zu ändern. Die Pläne zur Super League lehnen wir ab", erklärte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

Lob von der UEFA

Ablehnung kam auch von den beiden anderen deutschen Topvereinen aus Dortmund und München. Dafür gab es ausdrücklich Lob von der Europäischen Fußball-Union: "Wir danken den Klubs in anderen Ländern, insbesondere den französischen und deutschen Klubs, die sich geweigert haben, sich dem anzuschließen", ließ die UEFA wissen: "Wir fordern alle Fußballliebhaber, Anhänger und Politiker auf, gemeinsam mit uns gegen ein solches Projekt zu kämpfen."

Sechs Clubs aus England und je drei aus Spanien und Italien, darunter der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht so konkret wie nie ihre Pläne für eine eigene Liga veröffentlicht.

ProFans: "Fußball gräbt sich das Wasser ab"

Das Fan- und Ultra-Bündnis ProFans zeigte sich von der Nachricht der Gründung der Super League nicht sonderlich überrascht. "Man möchte es vielleicht nicht ernstnehmen, weil es eine Horrorvision ist. Wem soll das gefallen? Es geht nur um die Sicherung des eingesetzten Kapitals", sagte Sig Zelt, Sprecher von ProFans. Die Tendenz sei: Wo das große Geld ist, fällt immer mehr Geld hin. "Was soll eine Liga in einem geschlossenen Kreis ohne Auf- und Abstieg? Das ist nicht spannend! Der Fußball lebt von Spannung. Er lebt davon, dass auch mal ein Aufsteiger Meister werden kann. Der Fußball gräbt sich das eigene Wasser ab."

red

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. April 2021 | 19:30 Uhr

23 Kommentare

jochen vor 3 Wochen

Schlacke hat 217 Millionen. Schulden(Quelle sid) koennten sich bewerben, aber willst du Schlacke oben sehn🐸 musste die Tabelle drehn😆😃 daher nicht Wettbewerb tauglich

Thommi Tulpe vor 3 Wochen

Es ist relativ "einfach", diese Super League abzulehnen, wenn bisher kein Vertreter dieses "tot geborenen Kindes" Interesse an der Teilnahme RB Leipzigs signalisiert hat. Leute! Die "Katze" ist doch aus dem "Sack": Real Madrids Präsident F. Perez verteidigte diese Liga als "Rettung des europäischen Fußballs". Seht Euch mal die "Gründer"-Vereine an: Viele sind hoch verschuldet. Genannter Herr Perez zur Reform der Champions League: Die Reform greift erst 2024. "2024 aber werden ... Klubs tot sein." (Quelle: ARD-Text vom 20.4.) FIFA, UEFA, auch der DFB werden nicht zulassen, dass es etwas gibt, was denen massiv Werbe-Einnahmen nimmt. Und auch dass man eine Liga zulässt, die einzig der finanziellen Rettung bankrotter Fußballvereine dient, bezweifle ich.

Thommi Tulpe vor 3 Wochen

So sich Vereine kaufen lassen! Einem Interesse des Red-Bull-Konzerns widersetzten sich seinerzeit Ost-Vereine wie Union, Carl Zeiss Jena, Dynamo Dresden oder z. B. "mein" FCM. Ob Hessen Kassel, Kaiserslautern oder Uerdingen einem solchen Interesse entzogen hätten - fraglich!