Eintracht Frankfurt emspor, v.l. RB Leipzig Fans - Spruchband - Banner - Text: Kurzer Draht zur Presse ... Aber Lange Leitung zu den Fans!
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Fußball | Bundesliga RB Leipzig ohne Glück und Geschick

Bei RB Leipzig ist derzeit viel in Bewegung. Auf dem Rasen und auch hinter den Kulissen bzw. auf den Rängen, wo zumindest ein Teil der Anhängerschaft aufbegehrt. Wertvolle Chancen wurden auf beiden Schlachtfeldern liegengelassen. Aber es ist noch nichts verloren.

von Sven Kups

Eintracht Frankfurt emspor, v.l. RB Leipzig Fans - Spruchband - Banner - Text: Kurzer Draht zur Presse ... Aber Lange Leitung zu den Fans!
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Ein Unentschieden, vor allem ein solches, wie zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt, ist eine schwierige Sache. Keine Frage, das Bundesliga-Duell war trotz fehlender Tore spannend, dramatisch und sehr unterhaltsam. Aber ist so ein dabei herausspringendes Pünktchen nun Grund zur Freude oder zum Ärgern?

Auf der einen Seite sind da die - wieder mal - vielen vergebenen guten Chancen, ein Pfostentreffer und die damit verpasste Gelegenheit, dem jetzigen Tabellendritten Mönchengladbach noch näher auf die Pelle zu rücken. Andererseits war da am Samstag niemand geringeres als die gefürchtete Frankfurter "Büffelherde" in Leipzig zu Gast. Der Konkurrent im Kampf um einen Platz in der Champions League. Der Tabellennachbar, der in der 88. Minute das Spiel beinahe auf den Kopf gedreht hätte.

Hinten dicht, vorn half kein Gott

Freuen oder ärgern? Da ist auch Leipzigs Teamkapitän hin- und hergerissen: "Im Moment ist es ärgerlich, denn der Sieg wäre definitiv drin gewesen", sagte Willi Orban hinterher. Langfristig gesehen müsse man aber zufrieden sein, denn die Leistung sei gut gewesen: "Es hat nicht sollen sein, uns fehlte das Quäntchen Glück."

Vergebene Leipziger Torchance. Im Bild v.l.: Torwart Kevin Trapp (hi., Frankfurt), Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) und Evan NDicka (2, Frankfurt).
Vergebene Leipziger Torchance. Im Bild v.l.: Torwart Kevin Trapp, Yussuf Poulsen und Evan Ndicka. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Ähnlich sah es auch sein Trainer Ralf Rangnick. Der wollte seinen Spielern keine Vorwürfe machen, schließlich sei man auch nicht fahrlässig mit den Chancen umgegangen. Rangnick lobte dann auch lieber die durch Verletzung (Upamecano) und Gelbsperre (Konaté) neu zusammengestellte Abwehr mit Stefan Ilsanker und Nordi Mukiele: "Wenn man nur 1,5 Torchancen gegen so einen offensivstarken Gegner zulässt, ist über das, was wir hinten gespielt haben, alles gesagt."

Sichtbare Proteste

Bei weitem nicht alles gesagt ist dagegen im aktuellen Streit zwischen Teilen der Fans und dem Verein. Das war beim Frankfurt-Spiel nicht zu übersehen: Viele Fanclubs verzichteten diesmal auf Banner und Fahnen. Stattdessen stand in der Fankurve in großen Lettern "Wer viel verspricht, vergisst auch viel … Wir müssen reden – Dialog jetzt!"

Leipziger Fanprotest schon eine Stunde vor dem Anpfiff.
Leipziger Fanprotest schon eine Stunde vor dem Anpfiff. Bildrechte: PICTURE POINT/Sven Sonntag

Damit nicht genug: Nach dem Abpfiff und Verabschieden des Teams verließen 300 bis 400 Mitglieder der aktiven Fanszene nicht das Stadion, riefen "Wir sind die Fans, die Ihr nicht wollt", "Mintzlaff in den Block" und "Ihr müsst uns raustragen". Als eine Handvoll Protestierer einen Zaun überstieg, drohte kurzzeitig sogar eine Eskalation.

Eine Lunte brennt

Eine diffuse Unzufriedenheit herrscht schon länger in der Anhängerschaft. Lange waren das kleine Gruppen, die sich selbst vielleicht auch etwas zu wichtig nahmen, und deshalb gern als "Kindergarten" abgekanzelt wurden. Aber überzogene Strafen nach einem relativ harmlosen Pyrotechnik-Einsatz bei einem Frauen-Ligaspiel und kürzlich die Kündigung eines nach nur fünf  Monaten offenbar schon frustrierten Fanbetreuers machten aus scheinbar vielen Problemchen ein zumindest für RB-Verhältnisse großes Pulverfass.

RBL-Cheftrainer Ralf Rangnick während des Heimspiels gegen Frankfurt.
RBL-Cheftrainer Ralf Rangnick während des Heimspiels gegen Frankfurt. Bildrechte: Picture Point

RB Leipzigs Versuche, die brennende Lunte zu löschen, wirken ungeschickt und überschaubar. So wurde z.B. nach der Pyro-Geschichte die mit Fans besetzte Stadionverbotskommission außen vor gelassen, weil ja schließlich nur "Hausverbote" erteilt worden waren. Und zu den jetzt nach Spielende erstaunlich lange ausharrenden Protestierern schaffte es kein Vereinsvertreter, um zu beschwichtigen. Schließlich hatte man ja einige Stunden vorher bereits zu einem kurzfristig angesetzten Dialog-Treffen am Montag geladen.

Kann Mintzlaff die Gemüter beruhigen?

Nichtsdestotrotz setzen viele Fans große Hoffnungen in das Treffen. "Bitte bringen Sie alle Themen und aus Ihrer Sicht relevanten Punkte zu diesem Termin mit", hatte Oliver Mintzlaff die Fanclubs aufgefordert. Ob der RB-Geschäftsführer eine Neuausrichtung in der Fanbetreuung präsentieren kann oder andere Zugeständnisse macht, ist offen. Mintzlaff dürfte inzwischen aber realisiert haben, dass nicht nur torlose Unentschieden, sondern auch Fans mit eigenem Kopf eine schwierige Sache sind.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 10. Februar 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 17:31 Uhr

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27 Kommentare

12.02.2019 14:41 MikeZ 27

Nr. 21 - danke für deine netten Hinweise , aber ab der 1. Klasse lernt man lesen und Texte verstehen, scheint bei dir nicht der Fall zu sein.
Nochmal zum Verständnis , meinetwegen kann jeder sein Ultrasein ausleben ( was das auch immer per Definition ist ), solange wie er friedlich bleibt und seinen Verein nicht schadet.
Aber schwarze gekleidete Horden , (die sich durchaus selbst als Ultras bezeichnen ) die durch die Städte und Stadien pöbeln , Fans beleidigen und provozieren, ihren Pyroscheiss abfackeln und sich mit Ordnern und Polizei rumprügeln wollen wir in unserem Stadion nicht haben und gleich gar nicht das die im Block das sagen haben.

12.02.2019 08:54 hercule 26

@ Radebeuler
falsch geraten kannst es gern nochmal Versuchern
und stimmt es steht bei Bayern nicht Telekom davor korrekt aber als Hauptsponsor ist es die Telekom wo ist jetzt der Unterschied zu Red Bull ?
Und Bayer ist mal genau war mal heut zu Tage ist das genau das gleiche wie RB .
Aber meine Frage ist nicht beantwortet was ist nun eigentlich das Problem mit RB ?
Lies mal Kommentar 9 das beantwortet deine Frage nach dem besseren Fan

11.02.2019 19:13 Quentin aus Mondragies 25

Jawohl, Disput vom Feinsten. Ich muss aber mal hier was für die ULTRA´s schreiben. Ultra´s sind Fans, die bei jedem Auswärtsspiel dabei sind und alles aus dem Fanshop haben. Solche Leute braucht jede Mannschaft. Die sind auf keinen Fall mit Hooligans zu verwechseln. Man kann vielleicht einen Ultra daran erkennen, wie viel er vom Verdienst anteilmäßig für Fußball ausgibt. Ob die nun schwarz tragen, ist ja nun egal. Macht halt schlanker.

11.02.2019 19:01 Radebeuler 24

@20 Hercule, lass mich raten, Du bist doch nicht etwa EHC ( Red Bull) München -Fan? Dann kann ich Deine Unwissenheit verstehen, denn ansonsten kannst Du Dir Deine Frage selber beantworten, oder heißt der Club aus Bayern Telekom München? Leverkusen wurde als Betriebssportgemeinschaft gegründet , merkste den Unterschied? Und wer hat behauptet , er wäre der bessere Fan?

11.02.2019 18:16 neidloser 23

Mein volle Zustimmung zu deinem Kommentar
@Tom
"Was ihr euch alle aufregt, in jedem Verein geht es hauptsächlich uns Geld. Ob bei Schalke, dem HSV, den Nunus oder bei RB. Glaubt echt einer von euch, ihr hättet irgendwas mitzureden in der Profi(t)abteilung Fußball?"
Dazu kommt ja auch, dass die sogenannten Traditionsvereine nur auf das Geld von den Mitgliederbeiträgen scharf sind.

11.02.2019 17:36 Alter Leipziger 22

Es ist schon erstaunlich, wie sich Woche für Woche die großen traditionsbewußten Fußballversteher über das Konstrukt RB Leipzig aufgeilen. Wenn dies so eine unrühmliche konstruierte Sache ist, warum dann diese Aufregung?
Übrigigens, wo sind denn die Internet - Foren von LOK und CHEMIE? Man findet keine, weil diese Volkssporttruppen keine Sau mehr interessiert.
Noch eine schöne Woche an alle Fußballbegeisterten

11.02.2019 15:36 s.c. 21

Sehr geehrter Herr MikeZ @19, wer Ultras und einen schwarzen Block in einen Topf wirft sollte sich grundsätzlich erst mal mit der Definition "Ultra" beschäftigen! Wenn du mal nicht mit Rasenball beschäftigt sein solltest, dann setz dich doch mal aufs Sofa, öffne gemütlich ein Döschen Brabbelwasser oder Himbeersaft und googel doch mal den Begriff. Im Netz hast du sogar freie Auswahl diesbezüglicher Seiten, ob einfache Beschreibung in Stichpunkten oder eben tiefergreifend in ganzen Sätzen/Texten. Letzteres empfiehlt sich des besseren Verstehens wegen! Sport frei

11.02.2019 14:55 Hercule 20

Mal ne Frage an " die Fußballfans" was ist das Problem mit RB ? In Leverkusen steht Bayer( meines Wissen ein Unternehmen ) davor da habt ihr kein Problem damit in München ist es die Telekom wo ist da jetzt genau der Unterschied ?
Was macht euch zu "besseren Fans" jeder Club wurde irgendwann mal gegründet und jetzt bitte kein schwachsinnige Tradition gelabber. und wer hier mit Verein kommt, welcher Verein ist noch wirklich ein Verein sind doch eh alles Unternehmen geworden . Also last doch RB einfach in ruhe ich glaub eure eigenen Clubs haben selber Probleme !

P.S. Ich bin kein Fußball Fan ;) Ich geh lieber zum Hockey
Also dann Feuer frei

11.02.2019 11:36 MikeZ 19

Nr. 4 - Wie viele hunderte von
beleidigenten Kommentaren hast du in den letzten Jahren zu RB abgegeben , mich bestärkt das insofern das ich hoffe bei RB nicht mit solchen Typen im Block stehen zu müssen.
Die Vereinsleitung und die Fanclubs sollten vernüftig miteinander reden. Aber für mich ist eins klar , wir brauchen eine bunte,fröhliche und laute Kurve die immer bedingungslos hinter der Mannschaft steht . Was wir nicht brauchen ist ein schwarzen Block mit sogenannten Ultras hinter dem Tor. Das wäre nach meiner Meinung das Ende der Fankultur von RB , die sich bis jetzt noch wohltuend von vielen Traditionsvereinen unterscheidet.

11.02.2019 11:16 Schnibbler 18

@16 DEL
richtig der aufschrei über den serienmeister rbm mit einer zusammengekauften truppe ist nicht ganz so laut, gibt es in den kennerkreisen allerdings durchaus und liegt in erster linie daran das eishockey nicht angekommen ist in der gesellschaft. mal ehrlich mit dem ehc münchen hat das ja gar nix mehr zu tun, auch nachwuchs gibts da nix. die akademie die gegründet haben ist doch für den arsch. wo spielen die? zweite liga österreich glaub ich.
wo sind denn die nachwuchsmeisterschaften wie bei den adlern monnem? wobei die von sap natürlich auch gut "gepampert" werden. tradition findet man da aber noch, wie auch in köln, düsseldorf oder bei dynamo berlin.
hat aber nix mit dem thema hier zu tun...

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