Fußball | Bundesliga RB Leipzig startet Kooperation mit indischem Club FC Goa

Der FC Goa aus der Indian Super League wird Kooperationspartner von Bundesligist RB Leipzig. Die Partnerschaft ist zunächst bis zum 30. Juni 2023 vereinbart. Das gaben die Clubs am Donnerstag (12.11.2020) bei einer virtuellen Medienrunde bekannt. Der Bundesligist erhofft sich weitere Benefits durch den Eintritt in den indischen Markt, der FC Goa will den indischen Fußball entwickeln.

Oliver Mintzlaff
Oliver Mintzlaff Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Damit wird RB Leipzig "im Rahmen strategischer Internationalisierungsmaßnahmen" erstmals auf einem anderen Kontinent aktiv. Gespräche führen beide Clubs schon seit 2018. RBL konnte dabei auf Erfahrungen der globalen Abteilung von Red Bull zurückgreifen, der operative Prozess werde aber bei RBL umgesetzt.

Eckpfeiler: "Trainerausbildung" und "Entwicklung Nachwuchs"

Ein Schwerpunkt der Partnerschaft werde die Ausbildung und Entwicklung von Nachwuchsspielern im indischen Fußballmarkt bilden. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation werde die Umsetzung zunächst in Form von Online-Fußballcamps erfolgen, ehe diese dann auch On-Site stattfinden werden. Zudem werde RB Leipzig "in der Anleitung der Trainerausbildung vor Ort" sowie die "Weiterentwicklung der Strukturen vor allem im Nachwuchsbereich" unterstützen. Ein Ziel sei auch, Spieler nach Deutschland zu bringen. Das könne man jedoch nicht planen, betonte Oliver Mintzlaff, Vorsitzender der RBL-Geschäftsführung.

Akshay Tandon: "Den indischen Fußball nach oben bringen"

Akshay Tandon, Miteigentümer und Präsident des FC Goa, sagte: "Das Ziel ist es, den indischen Fußball weiterzuentwickeln. Wir wollen einen neuen Pfad für junge Fußballer, die davon träumen, ein globaler Superstar zu werden." RB arbeite professionell und habe das Wissen, um den indischen Fußball nach oben zu bringen. Historische Vereine würden hingegen viel Gepäck mitbringen.

Oliver Mintzlaff: "Umfassende Internationalisierungsstrategie bilden"

Mintzlaff erklärte: "Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit dem FC Goa, denn dieser Club passt mit seiner jungen, modernen und innovativen Herangehensweise perfekt zu uns." RB Leipzig wolle neue Wege beschreiten und auch international erste Schritte gehen. Die Kooperation mit dem FC Goa solle dabei den Startschuss für eine "umfassende Internationalisierungsstrategie bilden". RBL werde "die Kooperation leben", aber kein Branding des FC Goa am Cottaweg anbringen.

Oliver Mintzlaff
Oliver Mintzlaff Bildrechte: imago images/photoarena/Eisenhuth

Mintzlaff: "Die Bundesliga in Indien bestmöglich präsentieren"

Der "aufstrebende und rasant wachsende indische Markt" sei für eine Kooperation "absolut geeignet", so Mintzlaff. Die Gespräche mit den Verantwortlichen des FC Goa seien "überzeugend und zielführend" gewesen. Zudem biete eine solche Partnerschaft die Möglichkeit, "die Bundesliga in Indien bestmöglich zu präsentieren" und "als Botschafter zu agieren".

Wie Bayern und Dortmund wolle das auch RBL in Asien schaffen. Davon würde die Bundesliga profitieren, sagte Mintzlaff. Bei den Vorbereitungen wurde RBL auch von der Internationalisierungsabteilung der DFL unterstützt, wie sie es mit allen Vereinen mache, die diesen Weg gehen. Das Ziel sei nun, schrittweise etwas aufzubauen: "Bei unserem Treffen am Mittwoch haben wir auch vorgeführt, dass die internationalen TV-Einnahmen rückläufig sind. Wir müssen das Produkt Bundesliga auch international transportieren", erklärte Mintzlaff.

Über den FC Goa

  • Professioneller Fußballverein in der höchsten indischen Liga (Indian Super League)
  • gegründet 26. August 2014
  • Eigentümer: Jaydev Mody, Chairman Delta Corp Limited; Akshay Tandon, Präsident und Miteigentümer und Virat Kohli, Kapitän der indischen Cricket-Nationalmannschaft
  • Cheftrainer: Juan Ferrando (Spanien)
  • Anzahl Mannschaften: Zwei Teams (Profis und Development team)
  • Größte Erfolge (Profiteam): Sieger Indian Super League (ISL) regular season 19/20, Indischer Superpokalsieger 2019
  • Anzahl Nachwuchsteams: Drei Teams (U18, U16, U14)
  • Scouting u.a. via sogenanntem "Grassroot Program": Mehrere Trainings-Center im Staat, in denen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren trainieren und sich entwickeln können
  • Nachwuchs-Ausbildung gehört zur besten in ganz Indien
  • Ausgewählte Erfolge Nachwuchs: Sieger Landesmeisterschaft Goas U18 und U20 plus U18 Halbfinalist der Nationalen Indischen Meisterschaften

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fth

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

Julian Nagelsmann
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Eines bleibt RB Leipzig beim Auswärtsspiel in Frankfurt diesmal erspart - die gewaltige Unterstützung der Eintracht-Fans. Julian Nagelsmann beschreibt die "außergewöhnliche" Atmosphäre aus Gäste-Sicht.

Do 19.11.2020 15:16Uhr 01:40 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-julian-nagelsmann-in-frankfurt-sind-die-fans-einfach-sehr-laut-und-emotional-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 12. November 2020 | 19:30 Uhr

15 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 1 Wochen

Ja, wenn man vollkommen Wertungsneutral an die Sache geht, gehört Fußball eigentlich nicht zu den schönsten Ballsportarten. Da ist Handball und Basketball schöner (oder Cricket). Da ist wahrscheinlich auch deutlich mehr Fachkompetenz im Forum. Dieses Gequatsche von Finanzierungsmodellen und Vereinskultur nervt nur noch. Muss da immer an meinen Kleingartenverein denken und die betriebswirtschaftlichen Laien, die manchen Quasivereinen vorstehen. Hoffe auf Konsolidierung während Corona. Meinen Verein ist das alles Wurscht, weil da das Ehrenamt regiert. Ist dann auch egal, wenn irgendwelche Einnahmen nicht kommen.

Okonjima vor 1 Wochen

Noch ist es 50:50, aber Du hast schon
recht, das Pendel schlägt eher in die andere Richtung aus. Meine Abneigung gegen RB wird bleiben,
aber die Tage wo mir das auch egal ist werden mehr. Da nervt eher der
mantrahafte Traditionsschnulli.
Reicht doch wenn man selbst weiß,
wann sein Lieblingsverein gegründet wurde.
Motorische Grüße aus dem Muldental
COYW

Okonjima vor 1 Wochen

So seltsam ist das nicht. Mitte des 19.Jahrhunderts zu Englands Kolonialzeit in Indien war Cricket der Sport im Königreich, während Fussball gerade erst "erfunden" wurde. Den konnten sie also da noch nicht mit rüberbringen. Außerdem denken die
Deutschen immer die Engländer hätten
nur Fussball im Kopf. Das stimmt so eben nicht, Cricket u. vor allem Rugby
sind mindestens ebensolche Strassenfeger. Also wenn man ins Stadion darf...