Fußball | Bundesliga RB-Leipzig-Torwart Péter Gulácsi gegen Aussetzung der Bundesliga

Seit 2008 ist Péter Gulácsi Fußball-Profi. Aber eine Zeit wie jetzt während der Corona-Pandemie hat der Torhüter von RB Leipzig noch nicht erlebt. Der Stammtorwart des Nagelsmann-Teams ist gegen eine Aussetzung der Liga.

Péter Gulácsi
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Gulácsi: "Wir vermissen die Atmosphäre"

Die belgische Fußball-Liga hat die Saison als erste Profiliga Europas vorzeitig abgebrochen. Gulácsi, der seit fast fünf Jahren in Leipzig ist, ist gegen ein solches Vorgehen in der Bundesliga. Er sagte am Donnerstag (09.04.2020) im "SpiO"-Talk: "Das wäre nicht fair für die Mannschaften, die gekämpft haben, im Mai Erster zu werden oder den Abstieg zu verhindern. Ich hoffe, dass wir die Saison beenden können." RB Leipzig hat als Tabellendritter fünf Punkte Rückstand auf Ligaprimus FC Bayern München. Der 29-Jährige prognostizierte: "Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir in dieser Saison noch mit Fans spielen werden. Wir Fußballer vermissen aber die Atmosphäre und die Fans."

Vor allem ein Abbruch der "Königsklasse" wäre für Gulácsi, der bei RB Leipzig einen Vertrag bis 2023 hat, hart: "Es wäre bitter, wenn wir die Champions League nicht zu Ende spielen könnten. Das war ein großartiges Erlebnis bisher, aber es geht nur dann, wenn alle sicher sind." Nach dem umstrittenen Heimspiel vor Zuschauern gegen Tottenham steht der Klub erstmals im Viertelfinale.

Péter Gulács, Torwart RB Leipzig, schaut in die Webcam. 14 min
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RB Leipzig trainiert in kleinen Gruppen

Die RB-Profis dürfen mit einer Sondergenehmigung in kleinen Gruppen trainieren. Gulácsi berichtete: "Taktisch kann man nicht viel machen. Es geht darum, im Rhythmus zu bleiben und zu warten, bis wir wieder zusammen trainieren können." Der ungarische Nationaltorwart, der ein Corona-Krankenhaus in seiner Heimat mit einer Geldspende unterstützt hatte, erklärte: "Ich habe mehrere Ärzte in meiner Familie. Ich finde es wichtig, dass man sich Gedanken macht, wo man helfen kann."

Leipzigs Torwart Péter Gulácsi jubelt nach dem Schlusspfiff.
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mkö

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 09. April 2020 | 17:45 Uhr

2 Kommentare

Cospudener vor 28 Wochen

Ich kann verstehen, dass Profifussballer so schnell wie möglich ihren Beruf nachgehen wollen. Aber Fussball ist nun mal nur die schönste Nebensache der Welt, mit Betonung auf "Nebensache". Daher gibt es Gründe, die gegen eine schnelle Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen sprechen. So z.B. die immer noch begrenzte Laborkapazitäten für Coronatests. Da kann es nicht sein, dass alle drei Tage die komplette 1. und 2. Bundesliga auf den Corona-Virus getestet wird. Da gibt es wichtigere und gefährdetere Pesonenkreise, die bevorzugter behandelt werden sollen als Profifussballer. Geisterspiele werden zudem zahlreiche Fans anlocken (siehe Gladbach-Köln), die das Kontaktverbot ignorieren. Da werden auch keine Appelle der Vereine helfen. Aus meiner Sicht, wäre es vernünftig die Saison entweder in den August zu verlegen oder ganz abzubrechen. Dies wird möglicherweise zu Insolvenzen von einigen Vereinen führen, aber insolvente Vereine können wiederkommen, Menschen die sterben dagegen nicht.

Thommi Tulpe vor 28 Wochen

Sicher will jeder (auch ein Fußballer) ganz schnell wieder seinen Beruf ausüben. Sicher will auch jedes Wirtschaftsunternehmen (welches ein Fußballverein eben aus ist) ganz schnell wieder möglichst Gewinn machen. Aber die ganze Diskutiererei nervt zumindest mich immer mehr. Um welchen Preis soll das Ganze geschehen? Heute wurde z. B. gemeldet, dass sich Unions Mittelfeldspieler Yunus Malli in häuslicher Quarantäne befindet. Solche Meldungen werden sich bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs häufen!? Wie ist es der Gesellschaft zu erklären, dass Fußball-Profis sehr oft auf Corona getestet werden (müssen), wenn für "Otto Normalverbraucher" nur überschaubare Testkapazitäten zur Verfügung stehen? Und wenn dieser Gulacsi sagt: Viele würden sich freuen, wenn sie wenigstens wieder Spiele im TV sehen könnten, dann sage ich: Dann sollen die sich so Freuenden vielleicht besser auch weiter im TV Spiele ansehen, wenn die geldgierige Bundesliga wieder unter normalen Bedingungen spielen kann!?