Fußball | Bundesliga RB Leipzig trennt sich von Cheftrainer Domenico Tedesco

Am Ende ging es ganz schnell: Nach RB Leipzigs misslungenem Saisonstart mitsamt den beiden jüngsten Pleiten gegen Frankfurt und Donezk ist Cheftrainer Domenico Tedesco am Mittwoch von seinen Aufgaben entbunden worden.

SpiO-Talk mit MDR-Reporter Thomas Kunze nach der Tedesco-Entlassung 20 min
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Nach kaum neun Monaten Amtszeit hat sich RB Leipzig "mit sofortiger Wirkung" von seinem Cheftrainer Domenico Tedesco und dessen Assistenten Andreas Hinkel und Max Urwantschky getrennt. Das gab der Klub am Mittwochvormittag (7. September) nach der 1:4-Heimschlappe zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase gegen Shaktar Donezk bekannt.

Mintzlaff: "Fehlt die Überzeugung, den Turnaround zu schaffen"

Dem vorausgegangen waren die mehrheitlich verpatzten ersten Wochen der ambitionierten Mannschaft in der Bundesliga mit lediglich fünf Punkten aus fünf Spielen – darunter das jüngst ernüchternde 0:4 auswärts bei Eintracht Frankfurt. Ein Nachfolger des 36 Jahre alten Fußballlehrers steht noch nicht fest, RB werde laut Klubmitteilung darüber "zeitnah informieren". Ein potenzieller Kandidat soll der vorherige Dortmunder Trainer und gebürtige Leipziger Marco Rose sein. In der Schwebe ist zudem weiterhin eine Einigung mit Borussia Mönchengladbach, wo Max Eberl – Mintzlaffs Wunschkandidat für den verwaisten Sportchef-Posten – weiterhin einen zwar ruhenden, aber gültigen Vertrag besitzt.

"Die Entscheidung, Domenico Tedesco freizustellen, ist uns sehr schwergefallen", meinte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und ergänzte: "Uns fehlte jedoch nach dem mäßigen Start [...] vor allem nach den jüngsten Spielen bei Eintracht Frankfurt und zuhause gegen Schachtar Donezk die Überzeugung, dass in der derzeitigen Konstellation ein sofortiger Turnaround erfolgen kann. Wir haben eine Gesamtverantwortung für RB Leipzig und wollen unsere Ziele erreichen. Daher sind wir in der Gesamtabwägung zu dem Schluss gekommen, dass wir einen neuen Impuls benötigen." 

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco feiert mit der Trophäe.
21. Mai: Domenico Tedesco führt RB Leipzig im Berliner Olympiastadion zum DFB-Pokalsieg. Bildrechte: dpa

Tedesco führte RB zum DFB-Pokalsieg

Tedesco hatte den Job Anfang Dezember 2021 vom glücklosen US-Amerikaner Jesse Marsch übernommen und das zu diesem Zeitpunkt auf Bundesliga-Rang elf abgerutschte Team in der Folge noch in die Champions League geführt. Als Krönung des Ganzen gewann das beste Rückrundenteam der Liga am 21. Mai den DFB-Pokal dank des Finalsieges im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg – RB Leipzigs erster großer Titelgewinn überhaupt.


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red

Xaver Schlager (RB Leipzig) 3 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. September 2022 | 17:45 Uhr

75 Kommentare

Voice vor 21 Wochen

Kann ich mir vorstellen. Was man von Tuchel so hört, möchte ich persönlich mit dem auch nicht arbeiten müssen. Muss ich ja zum Glück auch nicht.
Welcher Trainer ist denn noch so schwierig?

wicky_67_return vor 21 Wochen

Wenn es natürlich der Rest im Blute der Mannschaft vom Vorabend gewesen sein sollte, kann es RB Lustig natürlich beim nächsten mal auf allen Vieren mit dem Kicken probieren... Vielleicht klappt's dann ja besser mit dem Ergebnis... 😅 Und offizielle Regeln gibt's ja laut FIFA und DFB-Statuten auch nicht, welche dagegen sprechen dürften... Die Rasenkrappler bräuchten dann nur statt 2 Fußballschuhen, berechnet nach Adam Riese demzufolge an jenem Tage natürlich gleich mal 4 stollenbeschlagene Unterlegsohlen... 🤣🤣🤣

fossizweifor1903 vor 21 Wochen

Vielleicht sind die Leipziger aber auch froh ihn von der Gehaltsliste zu haben ? Wenn er natürlich mehr Geld fürs Nichtstun bekommt, wird er den Vertrag aussitzen.

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