Ankündigung des Spiels RB Leipzig gegen den 1. FC Union Berlin
Bildrechte: imago/Matthias Koch

Fußball | Bundesliga RB Leipzig zum Start gegen Union und ein "Schweigegelübde"

1. Spieltag

Der Saisonauftakt von RB Leipzig hat es gleich in sich: Am Sonntag (18:00 Uhr) geht es zu Bundesliga-Neuling 1. FC Union Berlin. Laut werden die ersten Bundesliga-Minuten von RB Leipzig in dieser Saison wohl eher nicht werden. Die Fans von Gegner Union Berlin wollen aus Protest gegen RB erst einmal schweigen.

von Christian Kerber

Ankündigung des Spiels RB Leipzig gegen den 1. FC Union Berlin
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Die Köpenicker hatten wenig bis gar kein Interesse, bei ihrem langerwarteten Erstliga-Debüt ausgerechnet auf einen ungeliebten Gegner zu treffen, das hatten sie vorab auch kund getan. Aber eben nur via Presse und nicht auf offiziellem DFL-Weg. Und siehe da: Bei der Spielplan-Veröffentlichung bekamen die "Eisernen" zwar ein Heimspiel, aber das ausgerechnet gegen RB Leipzig, den vermeintlichen Kommerz-Verein.

Mehrzahl der Union-Fanclubs befürwortet Schweigen

Die Freude hielt sich in Grenzen. Wie schon bei den beiden Zweitliga-Heimpartien gegen die Rasenballer soll es erneut einen Protest geben. Die Ultra-Gruppe "Wuhlesyndikat" schrieb: "Ein Spiel gegen Leipzig ist nicht wie jedes andere. Es schmerzt, das erste Bundesligaspiel unseres Vereins in einem solchen Rahmen begehen zu müssen. Und doch liegt hier die große Chance, zu beweisen, dass wir genau deshalb ein Gewinn für die Bundesliga sind - weil wir bereit sind, für unsere Werte und unsere Art der Vereinskultur zu kämpfen und Opfer zu bringen. Jubeln und feiern wir alle Kritiken und Proteste der Vergangenheit weg, jetzt wo wir 'oben' und Teil des Ganzen sind?" Die Mehrzahl der 63 Fanklubs stünde hinter dieser Entscheidung, schreibt der "Tagesspiegel".

Union-Fans protestieren gegen RB Leipzig
Protest der Union-Fans beim letzten RB-Gastspiel 2015. Bildrechte: imago/Matthias Koch

Union-Keeper Gikiewicz: "Ein Boykott ist nicht gut"

Das Team ist gespalten: Torwart Rafa Gikiewicz zeigte sich via Instagram wenig angetan: "Euer geplanter Boykott in den ersten 15 Minuten ist nicht gut für uns Spieler. Ihr könnt gerne eine Choreo oder sonst etwas machen. Wir Spieler, zusammen mit euch Fans, müssen unserem Gegner zeigen, dass das unser Platz ist, unser Haus." Neuzugang Neven Subotic meinte dagegen: „Es gibt viel zu wenig solcher Proteste. Unsere Fans beziehen eine klare Position. Ich stelle mich hinter unsere Fans.“

Union-Präsident Zingler: "Fans haben Verein auf ihrer Seite"

Schließlich sah sich Präsident Dirk Zingler genötigt ein kleines Machtwort zu sprechen: "Wir haben gegen Leipzig klar Position bezogen in der zweiten Liga, und ich halte es für sehr ehrlich, das auch in der ersten zu tun", sagte Zingler auf "Radio Eins". Die Fans hätten "den Verein auf ihrer Seite". Wie der Protest gestaltet wird? 15 Minuten lang sollen keine Schals gezeigt werden und soll nicht gesungen werden. Am Ende soll auch der DFB noch bedacht werden.

RB-Sportdirektor Krösche: "Für uns ändert sich nichts"

Wie geht RB damit um? Mit ein bisschen Kritik und viel diplomatischem Dienst. Schon unmittelbar nach der Bekanntgabe der Partie lobte Neu-Trainer Julian Nagelsmann die Stimmung im Union-Stadion. Ähnlich machte es jüngst Leipzigs neuer Sportdirektor Markus Krösche, der Atmosphäre ähnlich wie beim DFB-Pokalspiel in Osnabrück. Richtig versteht versteht er den Boykott aber naturgemäß nicht, wie er im MDR sagte: "Es ist das erste Bundesliga-Spiel von Union im eigenen Stadion in der Vereinsgeschichte. Ein Stimmungsboykott macht wenig Sinn. Aber das ist nicht mein Thema, das müssen die Verantwortlichen und die Fans entscheiden. Für uns ändert sich nichts."

Markus Krösche, Sportdirektor RB-Leipzig, im Interview 14 min
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RB mit Fragezeichen in der Aufstellung

RB peilt an der Wuhlheide einen Sieg an. In der 2. Liga gab es ein Remis und eine Niederlage. Am Sonntag treffen die beiden besten Defensivreihen der vergangenen Saison aufeinander. RB kassierte nur 29 Gegentore, Union in der Liga zwei 33. Während die Abwehr bei Leipzig weiter eine Bank sein soll, arbeitet Trainer Nagelsmann an mehr Varianten in der Offensive. Ballbesitz soll mehr Erfolg bringen. Verzichten muss er in Berlin vermutlich auf Verteidiger Dayot Upamecano (Knieprobleme) und Angreifer Jean Kevin Augustin (muskuläre Probleme). "Für beide wird es für Sonntag knapp", sagte Nagelsmann Freitag bei der Pressekonferenz. Zudem ist der Einsatz von Mittelfeldspieler Diego Demme sowie die Abwehrspieler Ibrahima Konaté fraglich. Stratege Kevin Kampl könnte ins Team zurückkehren, er hat seine Probleme am Sprunggelenk auskuriert, auch Tyler Adams ist für das Mittelfeld wieder eine Option. Zudem scharrt der Schwede Emil Forsberg nach seinem Bankplatz von Osnabrück mit den Hufen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. August 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2019, 12:03 Uhr

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51 Kommentare

18.08.2019 11:50 Konsequenz 51

Die Fans von Union Berlin wussten, dass mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga Pflichtspiele gegen RB Leipzig verbunden sind. Eine knallharte Konsequenz, um die Antipathie gegen RB Leipzig zu zeigen, wäre eine Ablehnung des Aufstiegs gewesen.
Es wäre sinnlos, eine Medizin gegen die Dummheit zu erfinden. Die Dummen lassen sich ihre Karriere nicht verpatzen!

18.08.2019 11:21 Steffen 50

Ich finde diese Reaktion nicht schön. Fußball ist doch schon lange Kommerz. Nur durch Reed Bull konnte ein Verein aus dem Osten in der Bundesliga oben mitspielen. Auch Union wird noch merken, dass hier nur Geld entscheidet ob du oben bleibst oder nicht, alles andere ist Träumerei.
Denkt doch einfach mal nach!
Oder meint ihr Hoffenheim spielt in der Bundesliga weil dort so nette Leute wohnen ?

18.08.2019 11:21 jochen 49

Berlin,Berlin wir sind schon in Berlin!
Auf Geht's Ihr Roten Bullen,das wird ein intensives und lautstarkes Spiel- nichts mit Schweigegelübde,die paar Ultrahansel werden auf jeden Fall von der großen Masse der echten Fans übertönt
Das sportliche wird siegen!
Auf ein schönes Spiel für ALLE!!!
Die Hasskommentare sind einzustellen
Gruß aus Köpenick an alle friedliebende FANS

18.08.2019 11:10 Andy Krisst 48

Glückwunsch an die "Eisernen"!
Beim Debüt in der 1. Bundesliga so viel Haltung zu zeigen..dafür allergrößten Respekt!
Daumen drücken für den zur Zeit einzig wahren Ost - Club in der !. Bundesliga!

18.08.2019 10:57 Die kurze Seite der Sonnenallee 47

Ist das hier noch Fußball oder kann das weg? Sportlich sieht für mich anders aus. Ich habe mich wirklich über den Aufstieg gefreut, doch jetzt schon im ersten Spiel unsportlich zu sein, zieht die Stimmung massiv herunter. Geld allein schießt auch keine Tore, das bekamen auch andere Bundesligisten bereits zur Genüge zu spüren.

18.08.2019 10:09 R17 46

Wie kann man sich so reinsteigern, hier haben wirklich einige ihre Diagnose noch nicht bekommen!
Fakt ist, ohne Geld geht es weder hier noch dort.
Und in einer neuen Zeit gibt es auch neue Geldgeber!

18.08.2019 10:01 Martinskl 45

Um nur drauf hinzuweisen: 50:1 Ist dermassen schräg. Transfers Salzburg Leipzig ein No Go. Werden Kinderteams eingeladen ins Stadion zum PunkSpiel, müssen sie vorher Kleidung mit eigenem Vereinslogo ausziehen oder umkrempeln. Alle Gegner haben recht.

18.08.2019 08:28 Aufpasser der Richtige 44

Genau @42 einer muss ja nun Mal der erste sein, egal wie und mit welchen Mitteln das ist so und gerade im Sport. Müsste ein "Chef" eigentlich wissen.

18.08.2019 07:09 zwigger 43

Was ist ein Brsuse? Ansonsten Red Bull Salzburg spielt einen Super Fussball3

17.08.2019 21:39 Chef 42

Wer hier nicht für Union ist sollte sich gern mal RB Salzburg anschauen. Nach 4 Spielen in Österreich 4 Siege mit 17:3 Toren. Noch Fragen??? Das kapitalistische Gutsherrenmodell eines Brsusekonzerns ist reines Marketing- kein Herz und keine Seele!!!