Reinhard Rauball, Präsident der DFL, erhält am Rande der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Frankfurter Flughafen eine Erklärung der Fans für den Erhalt der 50+1-Regel überreicht.
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Fußball Positive Reaktionen auf Erhalt der 50+1-Regelung

Auch in Zukunft sollen die deutschen Erst- und Zweitligisten vor dem Zugriff von Oligarchen geschützt werden. Die Reaktionen auf diese Entscheidung der Vereine sind überwiegend sehr positiv.

Reinhard Rauball, Präsident der DFL, erhält am Rande der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Frankfurter Flughafen eine Erklärung der Fans für den Erhalt der 50+1-Regel überreicht.
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Das Ergebnis hat überrascht: Milliardenschweren Scheichs und Oligarchen bleiben die Tore im deutschen Profifußball verschlossen. Das entschieden die Vertreter von 36 Erst- und Zweitligisten mehrheitlich.

Dynamo über Abstimmung erfreut

Dynamo Dresden gehörte zu den 18 Vereinen, die sich für den Erhalt der 50+1-Regelung ausgesprochen haben. Aus grundsätzlichen Gründen, wie der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born in einer Pressemitteilung erklärte: "Die 50+1-Regel gehört zum Wesenskern des deutschen Fußballs. Sie stellt sicher, dass die Identität des Profi-Fußballs und eines fairen Wettbewerbs zumindest in Teilen gewahrt bleibt und in Zukunft sich nicht ausschließlich Investoren einen Wettbewerb um die deutsche Meisterschaft und um Auf- oder Abstieg liefern."

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Die umstrittene 50+1-Regel bleibt im deutschen Profi-Fußball bestehen. Die Mitgliederversammlung der DFL nahm überraschend einen Antrag des FC St. Pauli an.

MDR aktuell 17:45 Uhr Do 22.03.2018 17:45Uhr 00:53 min

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Negativ-Beispiel England

Michael Born
Dynamo-Geschäftsführer Michael Born Bildrechte: dpa

Die 50+1-Regel, die es nur im deutschen Fußball gibt, sichert den Stammvereinen eine Stimmenmehrheit in den Kapitalgesellschaften. Eine Ausnahmegenehmigung besitzen nur Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim und der VfL Wolfsburg, wo Geldgeber seit mehr als 20 Jahre ununterbrochen und erheblich gefördert haben. "Wer sich für seinen Herzensverein engagieren will, kann dies als Sponsor immer und überall tun. Es gibt inzwischen genügend abschreckende Beispiele in Europa, wenn Vereine zum Spielball ihrer Investoren werden", erklärte Born. In anderen europäischen Topligen gilt diese Regel nicht. Mit gravierenden Folgen: So sind sämtliche Premier-League-Klubs in England fremdbestimmt, gehören russischen Oligarchen, US-Investoren oder arabischen Scheichs. Die Fans haben keinerlei Mitspracherecht.

Faninitiative über gibt Petition

FC Carl Zeiss Jena - VfB Stuttgart 0:2, Fans aus Jena zeigen ihre Schals
Fans der Südkurve in Jena Bildrechte: IMAGO

Das nunmehr erzielte Ergebnis darf auch als Erfolg der Faninitiative „50+1 bleibt“ gewertet werden. Dort haben mittlerweile knapp 3.100  Fanclubs, Fangruppierungen und Fanverbände unterzeichnet. Vor der Abstimmung übergaben die Initiatoren eine Petition an Liga-Boss Reinhard Rauball. Auch Florian Michaelis vom Südkurven-Rat Jena ist zufrieden: "Die Fans des FC Carl Zeiss Jena haben die Entscheidung natürlich positiv aufgenommen. Auch wir sind abhängig von einem Investor, genießen momentan die Vorzüge. Aber wir kennen auch die Tücken. Es ist wichtig, dass die 50+1 bleibt, auch um englischen Verhältnissen vorzubeugen."

Vier Vereine stimmten dagegen

Oliver Mintzlaff
Oliver Mintzlaff Bildrechte: IMAGO

Gegen den vom FC St. Pauli eingebrachten Antrag stimmten nur vier Vereine: der FC Bayern München, RasenBallsport Leipzig, SpVgg Greuther Fürth und 1. FC Heidenheim. RB-Geschäftsführer Oliver Mitzlaff hatte sich im Vorfeld für „neue Rahmenbedingungen„ ausgesprochen. Englische Verhältnisse wolle man nicht, aber über den Tellerrand hinausschauen. RB Leipzig steht bei vielen Fans in der Kritik, weil dessen Kapital zu 99 Prozent von Red Bull gestellt wird. Die Stimmmehrheit hat der Stammverein, die stimmberechtigten Mitglieder sollen dem Konzern aber nahestehen.

 rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. März 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2018, 13:31 Uhr

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8 Kommentare

24.03.2018 16:44 heino 8

Allen Befühwortern der 50 + 1 Regel empfehle ich den Beitrag im Sportteil von Bild,Samstag vonMatthtias Brügelmann zu lesen. Noch treffender hat sich ja diese Woche Alfred Draxler in der Sport- Welt zu diesem Thema geäußert.

24.03.2018 13:13 anna 7

Die Ewiggestrigen haben sich leider durchgesetzt. Die Bundesliga verkommt weiter zur Bummliga und bald ist man auf Augenhöhe mit der Ösiliga! Herzlichen Glückwunsch dazu.

23.03.2018 21:42 top 6

Mir ist es echt unerklärlich, wie diese 4 vereine ihren fans erklären, für 50+1 zu stimmen. Oder müssen die ihre mitglieder nicht befragen?

23.03.2018 18:08 EisenerBulle 5

@2 Toni, Wovon träumst Du nachts...

23.03.2018 14:39 Gohlis 4

Ein besonderes Highlight war heute früh der Radiobeitrag auf mdr aktuell (Mediathek, 7:18 Uhr), in dem es Sportfreund Raimo Hinsdorf in seinem dreiminütigen Statement zum Thema fertig brachte, nicht einmal Red Bull zu erwähnen.

23.03.2018 14:24 Gohlis 3

Ein besonderes Highlight war heute früh der Radiobeitrag auf mdr aktuell (Mediathek, 7:18 Uhr), in dem es Sportfreund Raimo Hinsdorf in seinem dreiminütigen Statement zum Thema fertig brachte, nicht einmal Red Bull zu erwähnen.

23.03.2018 14:15 toni 2

Nun sollte man endlich überprüfen, wer, wie und warum Red Bull die Spielgenehmigung zunächst für die 5. Liga (NOFV) und dann für die 2. Liga (DFL) erteilte. Notfalls sollte man diesem Konstrukt "Rasenball", das organisatorisch abhängig ist von einem weltweit agierenden Konzern und das von einem überheblichen und steinreichen Oligarchen bezahlt wird, die Lizenz entziehen.

23.03.2018 13:58 Chemieschwein 1

gottseidank kann können die ösis und die anderen alpenvorländer nicht alles kaufen und das ist auch gut so .... gut für die Fans und die Traditionsvereine .. denn englische Verhältnisse kann keiner wollen ..