Fußball | Bundesliga RB Leipzig patzt wieder in der Nachspielzeit

32. Spieltag

Unglaublich: Zum zweiten Mal in Folge hat RB Leipzig in der Nachspielzeit einen Heimsieg verspielt. Gegen Fortuna Düsseldorf führte das Nagelsmann-Team schon 2:0, kassierte dann aber zwei späte Tore - eines umstritten.

Uwe Rösler und Markus Suttner
Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool

Schock in der Nachspielzeit: RB Leipzig hat am Mittwochabend gegen das Kellerteam Fortuna Düsseldorf nur 2:2 (0:0) gespielt. Damit gab Leipzig eine Vorentscheidung im Kampf um die Champions-League-Plätze leichtfertig aus der Hand und muss sich weiter mit Leverkusen und Mönchengladbach um die zwei verbliebenen Startplätze für die Königsklasse streiten.

Foul vor dem 1:2?

Der Gegentreffer zum 2:2-Ausgleich fiel wie elf Tage zuvor gegen Schlusslicht Paderborn in der "Overtime": Nach einer Ecke und einer Kopfballverlängerung köpfte der von Marcel Halstenberg schlecht gedeckte Düsseldorfer André Hoffmann ein. Den Anschluss hatte wenige Minuten zuvor Steven Skrzybski erzielt. Das war ein umstrittener Treffer, denn Vorlagengeber Kenan Karaman hatte Dayot Upamecano davor zu Fall gebracht. Schiri Manuel Gräfe gab das Tor trotzdem. 

Treffer zum 2:2 Ausgleich durch Düsseldorfs Andre Hoffmann
Halstenberg passt nicht auf, und Hoffmann kann zm 2:2 einköpfen. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool

Doppelschlag von Kampl und Werner

Bis zu dem diskutablen 1:2 in der 87. Minute hatte RB leipzig wie der sichere Sieger ausgesehen. Der Tabellendritte zeigte zwar alles andere als eine Glanzleistung, spielte lange fehlerhaft und ideenlos. Zwei hübsche Schüsse von Kevin Kampl und Timo Werner aus 19 bzw. 14 Metern ins lange rechte Eck schienen die Partie entschieden zu haben. Denn danach hatte RB alles unter Kontrolle. Letztlich sprang aber dann doch wieder nur ein Zähler heraus. Dieses 2:2 ist Leipzigs fünftes Heimremis und damit fünftes siegloses Heimspiel in Folge - Vereinsrekord.

Das Drama RB gegen Fortuna in Bildern

Uwe Rösler
Für Fortuna-Trainer Uwe Rösler war es ein Besuch der alten Heimat: In den Achtzigern spielte er hier für Lok und Chemie Leipzig. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Uwe Rösler
Für Fortuna-Trainer Uwe Rösler war es ein Besuch der alten Heimat: In den Achtzigern spielte er hier für Lok und Chemie Leipzig. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Leipzigs Christopher Nkunku und Düsseldorfs Andre Hoffmann
Die erste Halbzeit war sehr unansehnlich. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Dani Olmo, Adam Bodzek und Zanka
Düsseldorf spielte defensiv, RB fiel gegen die Fortuna wenig ein. Großchancen waren Mangelware. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche / Pool
Tor zum 2:0 durch Leipzigs Timo Werner
Dann der Doppelschlag von RB: Erst traf Kampl mit einem 19-m-Schuss ins rechte Eck, wenig später dann auch Werner aus 14 m. Bildrechte: PICTURE POINT/Christian Schroedter/Pool
Treffer zum 2:2 Ausgleich durch Düsseldorfs Andre Hoffmann
Und in der Nachspielzeit köpfte Hoffmann nach einem Eckball zum 2:2 ein. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann hoffte auf einen Dreier, der praktisch das Ticket für die Champions League bedeutet hätte. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Torwart Florian Kastenmeier gegen Kevin Kampl
Nach acht Minuten warteten alle auf den Elfmeterpfiff, aber der blieb aus. Keeper Kastenmeier hatte zwar den Ball gespielt, vorher aber kampl an der Wade getroffen. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche / Pool
Timo Werner gegen Torwart Florian Kastenmeier
Der Heber von Werner ging übers Tor, der Stürmer war aber auch im Abseits. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche / Pool
Patrick Schick und Zanka
Patrik Schick kam in Hälfte zwei, mehr als ein Schuss und ein Kopfball nach einer Ecke brachte auch er nicht zu Stande. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Torjubel nach dem Treffer zum 2:0 durch Torschütze Timo Werner mit Angeliño
RB glänzte nicht, aber die 2:0-Führung war trotzdem völlig verdient. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
Tor zum 2:1 durch Düsseldorfs Marcel Sobottka
Doch dann kam die Schlussphase: Sobottka schoss Skrzybski zum 1:2 an. Bildrechte: PICTURE POINT/Christian Schroedter/Pool
Uwe Rösler und Markus Suttner
Düsseldorf feierte den Punkt wie einen Sieg - verständlich, denn im Kampf um den Klassenerhalt kann der sehr wertvoll sein. RB dagegen muss um die Champions League zittern. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche/Pool
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Trainerstimmen

Uwe Rösler (Düsseldorf): "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir sind genauso viel gelaufen wie Leipzig und sind im Spiel geblieben. Durch individuelle Qualität macht Leipzig das erste Tor, dafür haben sie viel investiert. Durch unsere Auswechslungen haben wir das Spiel gedreht. Wir geben nie auf. Es war wichtig, dass wir vorn mit drei Stürmern mehr Druck bekommen. Das war Risiko, aber mit der Herausnahme von Werner hat Leipzig nicht mehr die Schnelligkeit gehabt. Wir haben super Mentalität bewiesen und uns belohnt. Den Ausgleich haben wir erzwungen."

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Sprachlos bin ich selten, ich kann für vieles eine Begründung finden. In der ersten Halbzeit waren wir ziemlich schlecht, sehr träge. In der zweiten Halbzeit waren wir dann 25 Minuten gut, führen 2:0. Dann habe ich gehofft, dass wir das Selbstverständnis haben, das Ding nach Hause zu bringen. Nach dem Anschluss haben die Jungs angefangen zu zittern. Am Ende ist eine sichere Champions-League-Quali wieder mit viel Druck verbunden. Gegen Dortmund sollten wir ein anderes Gesicht zeigen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. Juni 2020 | 19:30 Uhr

22 Kommentare

SitBull vor 14 Wochen

Mir gefallen Upa, Haidara und Lookman. Würde es schade finden, wenn sie auch gehen. Haidara und Lookman haben das Manko der fehlenden Spielpraxis. Vor allem wenn Schick geht, wird Lookman wichtig. Lookman neben Poulsen. Gibt wahrscheinlich schlechtere Kombi's. Vielleicht muss ja Sabitzer wieder vorne rein. Da braucht man dann Haidara im Mittelfeld. Rashica für Werner würde mir nicht gefallen. Dann eher Hwang. Der war bei Salzburg stark. Bei HSV vergessen wir Mal.

Sundar vor 14 Wochen

Ich glaube, Nagelsmann muss jetzt auch mal angezählt werden! Die Spielweise errinnert mich sehr stark an Hoffenheim letzte Saison, wo die Mannschaft unter nagelsmann auch mehrere Siege in der Schlussphase aus der Hand gegeben hat. Schon damals dachte ich, wenn der Trainer in Leipzig auch so coacht, wird mir Angst und Bange. Und genau das bewahrheitet sich jetzt. Jedesmal, wenn er Lookman und Haidara bringt, wird das Spiel aus der Hand gegeben. Es kann doch nicht sein, dass das immer wieder passiert. Die beiden passen nicht ins Team und zerstören mit ihren übermotivierten Aktionen die Ziele des Clubs. Man sollte sie unbedingt so schnell wie möglich wieder los werden, zusammen mit Upa, der wieder an einem Gegentor beteiligt war. Satt aufzusten und weiter zu spielen bleibt erliegen, bis das Tor gefallen ist. Unglaublich, diese Einstellung!

heino vor 14 Wochen

Ich hätte mir auch ein anderes Ergebnis gewünscht, aber Überraschungen in der Fußball-Bundesliga gehören doch auch dazu. Die Spieler sind doch keine Maschinen.
Mulrich bist du beim Training vor Ort, dass du so über JN herzieht? Jeder Trainer stellt die Mannschaft nach besten Wissen und Gewissen auf. Da sind Ratschläge von außen völlig überflüssig. RBL steht auf Platz 3, hat es selbst in der Hand , ob sie im kommenden Jahr CL spielt oder nicht.
Und unser Fußballexperte Preuße findet zu jedem Ergebnis von Leipzig eine negative Meinung . Den sollte man wirklich nicht allzu ernst nehmen

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