Fußball | Bundesliga Union Berlin schlägt Paderborn und feiert Klassenerhalt

32. Spieltag

Drei Spieltage vor dem Ende hat der 1. FC Union Berlin sein kleines Fußball-Märchen gekrönt. Mit einem Heimerfolg gegen den SC Paderborn holten sich die Köpenicker das Ticket für ein weiteres Jahr Fußball-Bundesliga.

Keven Schlotterbeck, Christopher Trimmel, Grischa Prömel  Jubel nach 1:0.
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Der 1. FC Union Berlin hat den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga geschafft. Am drittletzten Spieltag schlugen die "Eisernen" Mitaufsteiger SC Paderborn mit 1:0 und können damit nicht mehr absteigen.

Ex-Unioner trifft zur Führung

Die Köpenicker hatten die Begegnung am Anfang im Griff. Sie arbeiten defensiv konzentriert und waren offensiv immer wieder gefährlich. Ken Reichel scheiterte noch zweimal (14.), aber dann segelte ein Christopher-Trimmel-Freistoß von links in den Strafraum: Im Luftkampf mit Keven Schlotterbeck bugsierte Ben Zolinski die Kugel ins eigene Netz (27.) - ausgerechnet der gebürtige Berliner, der 2013/2014 für die zweite Mannschaft der "Eisernen" aktiv war. Routinier Christian Gentner mit einem Fernschuss (33.) und Mittelstürmer Sebastian Andersson im Rutschen (44.) verpassten das mögliche 2:0. Paderborn brachte offensiv nicht viel zustande, Mo Dräger lief einmal Ken Reichel davon, traf aber nur das Außennetz (39.).

Fußballspieler im Kampf um den Ball.
Christian Gentner als Antreiber Bildrechte: www.imago-images.de

Defensive hielt stand

In der zweiten Halbzeit bestimmten die Gäste, die zuletzt dreimal in Folge auswärts gepunktet hatten, unter anderem bei RB Leipzig, plötzlich das Geschehen. Union schien so etwas wie Angst vor der eigenen Courage zu haben. Paderborn hatte zwar viel mehr Ballbesitz, doch die Berliner Defensive ließ praktisch nichts zu. Fast aus dem Nichts hätte Robert Andrich für die Vorentscheidung gesorgt, aber der Ex-Dresdner setzte die Kugel nur an den rechten Innenpfosten (73.). Drägers Kopfball am langen Pfosten, den Gikiewicz entschärfte, war dann noch die beste Gelegenheit der Gäste (78.).

Nach Schlusspfiff zeigte Unions Erfolgstrainer Urs Fischer, der nach dem Aufstieg in der Relegation gegen den VfB Stuttgart seinen zweiten Coup schaffte, kurz vor Freude die Faust. Ansonsten hielt sich der Jubel ohne Fans in Grenzen. Das lag wohl auch daran, dass durch das 0:1 Gegner Paderborn endgültig abgestiegen ist.

Trainer Urs Fischer
Leise Ironie: Union-Trainer Urs Fischer im Klassenerhalts-T-Shirt "Schlussendlich" - ein beliebtes Wort von ihm. Bildrechte: imago images/Contrast

Heimtriumphe im Herbst

Die Köpenicker waren ordentlich in ihre Bundesliga-Premieren-Saison gekommen. Im Herbst trumpften sie dann richtig auf und schlugen an der "Alten Försterei" Borussia Dortmund, den damaligen Spitzenreiter Mönchengladbach und Erzrivale Hertha BSC. Damit legten sie den Grundstein zum Klassenerhalt. Als es nach der Corona-Pause nicht mehr ganz so rund lief, blieben sie ruhig. Zwei Siege in Köln und nun gegen Paderborn tüteten den Klassenerhalt dann endgültig ein.

v.l. Robert Andrich, 1. FC Union Berlin, und Vedad Ibisevic, Hertha BSC Berlin
Im Derby behielt Unions Robert Andrich (li.) gegen Herthas Vedad Ibisevic die Oberhand. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Stimmen zum Spiel:

Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Es war eine lange Saison. Wenn du es geschafft hast und über die Ziellinie gegangen bist, ist das einfach ein tolles Gefühl. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet. Wir haben eine tolle Saison gespielt."

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): "Wir sind natürlich enttäuscht. Der Abstieg ist aber auch nichts, was nicht vorhersehbar war. Wir haben es in der gesamten Saison einfach nicht geschafft, genügend Punkte zu holen. Es macht uns traurig. Man muss leider sagen, dass es für mehr nicht gereicht hat. 20 Punkte sind zwei Spieltage vor Schluss nicht ausreichend für die Liga, das müssen wir uns eingestehen. Wir hätten gerne es geschafft, mehr Konkurrenz zu sein. Trotzdem haben wir auch viel richtig und gut gemacht. Ich bin glücklich und stolz auf die Jungs, wie sie gearbeitet haben."

Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin): "Wir wussten, dass wir Abstiegskandidat Nummer eins sind und haben es die ganze Saison hervorragend gemacht. Ich bin stolz auf die Mannschaft. Der Klassenerhalt ist in erster Linie für die Fans. Wir werden die Feierlichkeiten nachholen."

Robert Andrich (Mittelfeldspieler Union Berlin): "Natürlich sind wir megaglücklich und freuen uns. Das Gefühl war aber auch ein bisschen komisch. Jeder weiß gar nicht, was so richtig ist, du hast von außen nicht dieses Glücksgefühl."

Florian Hübner, Robert Andrich, Sebastian Andersson - Freude über Klassenerhalt
V. li.: Florian Hübner, Robert Andrich und Sebastian Andersson freuen sich über den Klassenerhalt Bildrechte: imago images/Contrast

Oliver Ruhnert (Union-Geschäftsführer): "Vorm Start der Saison sind sie (die Spieler) schon sehr mutig gewesen. Sie haben sich im Trainingslager in Österreich ein klares Ziel gesetzt, wo ich gesagt hab: sehr ambitioniert, eigentlich. Jetzt fehlen zu dem klaren Ziel nur noch zwei Punkte. Vor allem ist es für die, die gerade da hinten ein Feuerwerk zünden, eine Riesensache, dass dieser Verein jetzt ins zweite Jahr in die Bundesliga geht."

cke/dpa/sid

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 16. Juni 2020 | 20:30 Uhr

2 Kommentare

Heinz K. vor 42 Wochen

Das freut mich ungemein für den 1.FC Union! Der Lohn für eine konstant solide Arbeit in den letzten Jahren. Sicher auch als Anschauungsunterricht für manch anderen Verein aus unseren Breitengraden geeignet!

seaking vor 42 Wochen

Herzlichen Glückwunsch an Union. Haltet die " einzig wahre Flagge des ostdeutschen Fussballs" in der ersten Bundesliga hoch.
Schade, wir wären auch gern in Liga 2 geblieben. Schwarz-gelbe Grüße...

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