Die Mannschaft von RB Leipzig beim Jubel nach dem Spiel.
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Fußball | 1. Bundesliga RB Leipzig feiert gegen 1. FC Nürnberg höchsten Bundesliga-Sieg

7. Spieltag

RB Leipzig ist zurück im Kampf um die internationalen Plätze. Bereits in der ersten Halbzeit zerlegten die Sachsen den 1. FC Nürnberg. Der Club spielte offensiv, aber harmlos, und lud RB somit immer wieder zu schnellen Kontern ein.

von Max Zeising und Sven Kups (Leipzig)

Die Mannschaft von RB Leipzig beim Jubel nach dem Spiel.
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Drei Tage nach dem erfolgreichen 3:1-Auftaktsieg in der Europa League bei Rosenborg Trondheim war RB Leipzig auch in der Bundesliga erfolgreich. Gegen den 1. FC Nürnberg gewann die Mannschaft von Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick nach einer furiosen ersten Halbzeit mit 6:0 (4:0), feierte somit den höchsten Bundesliga-Sieg seit dem Aufstieg 2016 und ist als neuer Tabellenzweiter zurück im Kampf um die internationalen Plätze.

Rangnick bringt sieben Neue

Der RB-Coach brachte gegenüber dem Trondheim-Spiel sieben neue Spieler in der Startformation: Im Angriff spielte Yussuf Poulsen neben Timo Werner, im Mittelfeld rückte der Schwede Emil Forsberg wieder ins Team. Bei Nürnberg stand der ehemalige Leipziger Fabian Bredlow im Tor, auf der Bank saß mit Federico Palacios noch ein weiterer Ex-RB-Spieler.

Fans von RB Leipzig.
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Kampl und Poulsen bringt RB in Führung

Die Partie begann vor 37.389 Zuschauern in der Leipziger Arena furios. Insbesondere Timo Werner stach in der Anfangsphase mit seiner Geschwindigkeit heraus. Der Nationalspieler legte nach einem schnellen Angriff über die linke Seite den Ball quer, Tim Leibold klärte vor die Füße von Kevin Kampl, der per Distanzschuss die RB-Führung erzielte (3.). Wenig später kam Werner erneut auf links an den Ball, spielte Georg Margreitter aus und bediente Yussuf Poulsen am kurzen Pfosten, der Fabian Bredlow aus der Drehung zum 2:0 überwand (7.).

Anschließend schalteten die Gastgeber einen Gang zurück und kontrollierten die Partie. Der Club, der mit offensiver Grundausrichtung antrat, kam dagegen überhaupt nicht ins Spiel, lief stattdessen immer wieder in schnelle Konter und ließ dem Gegner viel Platz zum Kombinieren. Und wenn Leipzig mal das Tempo erhöhte, war sofort Gefahr im Verzug: Marcel Sabitzer zielte aus spitzem Winkel in die kurze Ecke, Bredlow ließ den Ball passieren - 3:0 (21.). Schließlich war es der starke Werner selbst, der nach einem abgeblockten Schuss von Emil Forsberg das 4:0 erzielte (32.).

RB Leipzig gegen 1. FC Nürnberg.
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Leipzig legt auch in der zweiten Halbzeit nach

Zur zweiten Halbzeit brachte FCN-Trainer Michael Köllner den Ex-Leipziger Palacios ins Spiel. Bei RB kam Stefan Ilsanker für Torschütze Kevin Kampl. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff vergaben die Gäste ihre bis dahin beste Chance: Mikael Ishak köpfte nach punktgenauer Flanke von Eduard Löwen neben das Tor (53.). Auf der anderen Seite krachte es dagegen schon wieder: Marcel Sabitzer zog der Distanz ab, wieder ließ Bredlow einen haltbaren Ball passieren (55.). Dann spielte Poulsen auf der linken Seite Valentini aus, die Flanke wehrte Bredlow zur Mitte ab, wo Werner völlig freistehend zum 6:0 einschoss (59.).

Dann wurde es ganz bitter für den FCN: Werner tanzte Leibold aus, der foulte den Leipziger Angreifer im Strafraum und kassierte Rot wegen Notbremse (63.). Immerhin: Den fälligen Elfmeter konnte der bemitleidenswerte Bredlow per Fußabwehr parieren - wobei Werner auch völlig unplatziert flach in die Mitte zielte. Auch Willi Orban hätte noch erhöhen können, doch traf per Kopf den Pfosten (69.). Werner köpfte anschließend nach Freistoß über das Tor (76.). In den letzten Minuten ließen die Leipziger das Spiel ausklingen.

RB Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg in Bildern

Michael Köllner
FCN-Trainer Michael Köllner und seine Mannschaft brachten insgesamt 2500 Gästefans mit in die Messestadt. Bildrechte: Picture Point
Michael Köllner
FCN-Trainer Michael Köllner und seine Mannschaft brachten insgesamt 2500 Gästefans mit in die Messestadt. Bildrechte: Picture Point
Fans von RB Leipzig.
Bereits vor Anpfiff herrschte eine tolle Stimmung in der Leipziger Arena. Bildrechte: Picture Point
Ralf Rangnick
RB-Coach Ralf Rangnick warf die große Rotationsmaschine an: Sieben Wechsel nahm der Coach in der Startelf vor. Es sollte sich auszahlen... Bildrechte: Picture Point
Treffer zum 2:0 durch Torschütze Kevin Kampl.
Denn bereits in der vierten Minute eröffnete Startelf-Rückkehrer Kevin Kampl mit dem 1:0 den Torreigen für die Sachsen. Bildrechte: Picture Point
RB Leipzig Torjubel nach dem 1:0 durch Kevin Kampl
Für Kampl war es der erste Treffer der laufenden Saison und der wurde entsprechend bejubelt. Bildrechte: imago/Picture Point LE
RB Leipzig gegen 1. FC Nürnberg.
Und schon kurze Zeit später legte Youssuf Poulsen mit dem 2:0 nach (7.). Bildrechte: Picture Point
RB Leipzig Torjubel nach dem 3:0 durch Marcel Sabitzer.
Es ging weiter Schlag um Schlag. Hier feiert Marcel Sabitzer ebenfalls seinen ersten Saisontreffer zum 3:0 (21.). Bildrechte: Picture Point
Tor für Leipzig, Treffer zum 4:0 durch Torschütze Timo Werner
RB schraubte weiter am Schützenfest: Hier traf Timo Werner zum 4:0-Halbzeitstand (33.). Bildrechte: Picture Point
Marcel Sabitzer
Und auch nach der Halbzeit ging es weiter: Marcel Sabitzer schoss das 5:0 und schnürte seinen Doppelpack (55.). Bildrechte: imago/Karina Hessland
Tor für Leipzig, Treffer zum 6:0 durch Torschütze Timo Werner (li., 11, RB Leipzig).
Apropos Doppelpack: Da wollte Timo Werner natürlich nachziehen und tat es auch (58.) - 6:0! Bildrechte: Picture Point
Tim Leibold (23, Nuernberg) bekommt von Schiedsrichter Tobias Stieler die Rote Karte.
Für Nürnberg war es ein Tag zum Vergessen: Hier sah Tim Leibold nach Notbremse gegen Timo Werner die rote Karte (62.). Bildrechte: Picture Point
 Fehlversuch. Timo Werner (11, RB Leipzig) vergibt einen Foulstrafstoß zum möglichen 7:0.
So ziemlich der einzige Wermutstropfen am heutigen Tag: Timo Werner vergab den fälligen Foulelfmeter zum möglichen 7:0. Bildrechte: Picture Point
Die Mannschaft von RB Leipzig beim Jubel nach dem Spiel.
Dem grenzenlosen Jubel tat dieser Fehlversuch aber keinen Abbruch: Die Mannschaft feierte mit ihren Fans den höchsten Sieg der Vereinsgeschichte. Bildrechte: Picture Point
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Das sagten die Trainer

Michael Köllner (Nürnberg): "Es ist eine bittere Niederlage. Wir haben uns im eigenen Ballbesitz zu viele Fehler erlaubt. Es geht für uns darum, Woche für Woche zu lernen und uns zu entwickeln. Wir wissen, dass es für uns eine hammerharte Liga ist. Wir werden die Niederlage richtig einordnen. Ich glaube, dass wir in den nächsten Wochen mit dem nötigen Charakter weiterspielen werden und nach der Länderspielpause punkten."

Ralf Rangnick (Leipzig): "Ich habe heute nicht allzu viel zum Spiel zu sagen. Dass wir mit dem Ergebnis und auch dem Spiel insgesamt zufrieden sind, versteht sich von selbst. Natürlich wäre noch mehr möglich gewesen. Aber wichtig war, dass wir hinten die Null gehalten und keinen Schuss auf unser Tor zugelassen haben. Wir sind auf dem besten Weg zu einer richtigen Mannschaft, zu einer Einheit. Was die Entwicklung der Mannschaft angeht, haben wir aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. Oktober 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 16:32 Uhr

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29 Kommentare

09.10.2018 19:16 Radebeuler 29

@ 27 Leonard, und ich will nen Lamborghini. Und zwar nen alten - wegen der Tradition. Das sind doch tolle Argumente , oder?
@ Saalekater, Sponsor? Mit Brause? Bei 99% ? Alles klar,
und was Minderheiten und zuständige Gremien bedeuten, sehen wir ja gerade beim Thema Wälder roden.
@ MDR, passt es Euch jetzt?

09.10.2018 18:45 Gittan 28

18 jochen: Ganz Deutschland ist angetan? Glaube nicht, dass es viele interessiert, ob die Betriebsabteilung einer österreichischen Brausefirma in der deutschen Fußballbundesliga oben oder unten steht. Im Übrigen: die Zahl der Kommentare nach dem Spiel 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden steht inzwischen bei 147. Noch Fragen?

09.10.2018 11:41 Leonard 27

Die Menschen in Leipzig und Umgebung wollen einfach BL Fußball. Und das ganze Gerede von Tradition ist nur Neid. Neid muss man sich erarbeiten. Und in 50 Jahren hat jeder Tradition. Punkt.

09.10.2018 01:07 Saalekater 26

Hier sind dich immer wieder "Sportfreunde" da, die gegen RB motzen "fehlende Tradition... Brauseverein... u.a." Und ich dachte immer, es geht um sportliche Leistungen und die erfüllt RB mit dem Vizemeister und nun wieder 2.Platz sehr gut, der Supertraditionalist HSV dagegen abgestiegen ist in der 2.Liga nicht mal vorne. Von Traditionen allein wird nirgends was, was zählt, sind sportliche Leistungen und dabei ist es egal, ob der Sponsor mit russischem Erdöl , östereichischer Brause, oder... sonstwas legal seine Sponsorengelder verdient. Entscheidend ist die Zulassung durch dir ZUSTÄNDIGEN internationalen Gremien und nicht die Intoleranz von Minderheiten deutsch kleinkarierter "Fan's" RBL spielt sehr guten Fussball und eine ganze Region steht dahinter; 6:0 haben bisher ganz wenige Mannschaften in der BL erreicht drum BRAVO und PUNKT.

09.10.2018 00:05 RumBelballer 25

@ w.a., ich ärgere mich grundsätzlich, wenn mich Leute ungefragt vereinnahmen. Das war schon bei "unser Schumi" so und wird sich auch nicht ändern.
Ich mag eben keine Verallgemeinerungen welcher Art auch immer.

08.10.2018 21:43 w.a. 24

Herrlich Rum Belballer, wie du immer wieder anspringst. Musst dich doch nicht so ärgern.

08.10.2018 18:46 RWLer 23

Tolle Leistung von RB. Freue mich, dass wenigstens noch ein paar Rot-Weisse ansehnlichen Fussball spielen. Verstehe nicht die sinnfreien Kommentare aus dem Sendegebiet. Sind wahrscheinlich ein paar Gestrige, die noch alle Bände der Olsenbande in der Schrankwand haben. Traditionalisten halt.

08.10.2018 17:36 RumBelballer 22

@ jochen,einfach köstlich, wie treffend Du analysierst. Der 40 fache CL - Gewinner 1.FC Nürnberg war natürlich auch ein hartes Brett. Die ganze Fußballwelt ist vom Rasenball begeistert. Oh Mann, danke, Du hast mir den Montag gerettet.

08.10.2018 14:19 Sr.Raul 21

Das war richtig,richtig schwach, liebe Freunde vom "Glubb"! Das Ergebnis daher noch das Beste, muss man leider so zur Kenntnis nehmen.

08.10.2018 13:47 zwigger 20

Die Glubberer haben nun mal ganz viel Tradition im Fußball in der Randsportart Rasenball sind einfach überfordert
Nun hebt aber nicht ab
Gestern war bestimmt Opernpremiere da konnten viele nicht

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