Fußball | Bundesliga RB Leipzig lässt zwei Punkte gegen Frankfurt liegen

21. Spieltag

RB Leipzig ist vor 38.330 Zuschauern nicht über ein torloses Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt hinausgekommen. Beide Kontrahenten lieferten in der ersten Halbzeit einen offenen und teils mitreißenden Schlagabtausch, den die Gastgeber nach Wiederanpfiff immer deutlicher auf ihre Seite zogen. RB ließ dabei en masse große Chancen verstreichen und musste kurz vor Schluss sogar noch einmal richtig zittern. Zumindest hielt das Team damit den Abstand auf den direkten Verfolger bei fünf Punkten.

von Sven Kups (Ticker) und Maximilian Hendel

Binnen Augenblicken verpassten Werner und Orban um Zentimeter die Leipziger Führung
Der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Hier springt Timo Werners Kopfball um Zentimeter rechts vorbei. Bildrechte: Picture Point

Rangnick setzt auf drei Neue und defensive Dreierkette

Im Vergleich zum erfolgreichen Pokal-Achtelfinale unter der Woche gegen Wolfsburg veränderte Cheftrainer Ralf Rangnick seine erste Elf auf drei Positionen. Anstelle von Siegtorschütze Matheus Cunha kehrte Timo Werner nach überstandenem Infekt zurück. Der Nationalspieler bildete mit Yussuf Poulsen das Sturmduo. Stefan Ilsanker begann auf der Doppel-Sechs an der Seite von Diego Demme. Dafür bekam Tyler Adams nach zuletzt drei überzeugenden Einsätzen über die volle Distanz zunächst eine Verschnaufpause auf der Bank. Zudem ersetzte Nordi Mukiele den gelbgesperrten Ibrahima Konaté in der Innenverteidigung.

Ohne passives Abtasten sorgten beide Kontrahenten mit offenem Visier gleich für eine temporeiche erste Halbzeit, die einige aussichtsreiche Angriffsszenen bereithielt. RB, das in der Defensive heute eine Dreierkette aufbot, die von den höher postierten Außenverteidigern Lukas Klostermann (r.) und Marcel Halstenberg (l.) flankiert wurde, brauchte zunächst ein paar Minuten, um sich an diese Systemumstellung zu gewöhnen.

Torwart Peter Gulacsi parriert den Ball von Ndicka
Mit einer Glanzparade vereitelte RBL-Keeper Peter Gulacsi den Freistoß von Filip Kostic. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Offenes Visier auf beiden Seiten

In entscheidenden Situationen waren Mukiele und Co. gegen den wie immer brandgefährlichen Frankfurter Angriffsdreizack um Luka Jovic, Sebastian Haller und den Ex-Leipziger Ante Rebic gedankenschnell auf dem Posten (11./12.). Ein Standard verhalf den Gästen dann zur ersten dicken Gelegenheit. Es brauchte eine spektakuläre Flugparade von Keeper Peter Gulacsi, damit Filip Kostic' Freistoß aus über 20 Metern halbrechter Position nicht ins rechte obere Eck flog (25.).

Die Hausherren antworteten ihrerseits wiederholt mit schnörkellosen Tempogegenzügen über ihre schnellen Flügelakteure. Werner verpasste zweimal knapp nach scharfen Eingaben von außen (16./20.). Zudem traf Ilsanker aus Nahdistanz nach einer Ecke den Ball nicht richtig (17.). Die beste Kombination der ersten 45 Minuten brachte Marcel Sabitzer zum Abschluss - dem Österreicher fehlten bei seinem Risikoversuch aus zweiten Reihe nur Zentimeter (36.).

Sebastian Rode (17, Frankfurt), Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) und Evan NDicka (2, Frankfurt).
Auch Yussuf Poulsen mühte sich redlich, aber konnte den Knoten nicht platzen lassen. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

RBL-Chancenwucher im Minutentakt

Das erste Ausrufezeichen des zweiten Durchgangs setzten die Messestädter. Laimer - in voller Fahrt von halblinks kommend - spitzelte durch die Gasse auf den um zwei Fußbreiten ins Abseits gesprinteten Werner, der am heranstürzenden SGE-Schlussmann Kevin Trapp scheiterte (49.). Gezählt hätte hingegen Halstenbergs möglicher Kopfballtreffer, nachdem sich Trapp bei Klostermanns Flanke verschätzte - doch die Kugel flog denkbar knapp über den Frankfurter Querbalken (51.). Und es wurde in der Folge noch enger für die Eintracht. Binnen wenigen Augenblicken köpfte SGE-Kapitän Gelson Fernandes Willi Orbans technisch grandiosen Hackentrick von der Linie, ehe Werners Kopfball hauchzart am rechten Pfosten vorbeistrich (61.).

Spätestens mit Sabitzers flachem Schuss aus gut 22 Metern, der ans linke Aluminium klatschte, wäre die Führung der Leipziger folgerichtig gewesen (67.). Zwar ließen Dynamik und Zug zum Tor ab gut einer Viertelstunde vor dem Ende etwas nach, denoch hatte RB das Geschehen weiter fest im Griff. Poulsen konnte unter Bedrängnis von Evan Ndicka am Fünfmeterraum Werners halbhohe Vorbereitung von der linken Strafraumkante nicht kontrollieren (82.). Beinah wäre dieser Chancenwucher der Gastgeber sogar noch vollends nach hinten losgegangen, doch der eingewechselte Mijat Gacinovic schob Hallers tolles Zuspiel durch die Gasse links am Tor vorbei (88.).

Stimmen zum Spiel:

Adi Hütter (Frankfurt): "Das war das erwartet intensive Spiel zweier Mannschaften, die immer wieder den Gedanken haben, mit Tempo nach vorn zu spielen. Leipzig war da die bessere Mannschaft, die mehr Möglichkeiten hatte. Es war wichtig, zu null gespielt und nicht verloren zu haben. Unsere Leistung hat mir heute nicht gefallen, denn wir konnten uns vorn gar nicht durchsetzen. Leipzig hat das hinten aber auch sehr gut gemacht. Wir hatten Glück, dass Leipzig seine Chancen nicht in Tore umgemünzt hat. Zum Schluss hätten wir fast noch gewonnen. Das wäre sicher nicht ganz verdient gewesen. Mit dem Punkt kann ich hier sehr gut leben."

Ralf Rangnick (Leipzig): "Aufgrund der zweiten Halbzeit und unserem Chancenplus fühlt sich das Ergebnis etwas mau an. Wir hätten das Spiel gern gewonnen und es auch gewinnen können. Ich kann aber nicht mal einem Spieler einen Vorwurf machen. Mal stand der Pfosten im Weg, mal ein Gegenspieler auf der Linie, dann hat Timo Werner haarscharf am Tor vorbeigeköpft. Wir sind jetzt nicht fahrlässig mit den Chancen umgegangen, sondern uns hat das Quäntchen Glück gefehlt."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 10. Februar 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 13:42 Uhr

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39 Kommentare

11.02.2019 18:48 Nordsachse 39

@36: Und so wie du es lebst, ist es ja auch in Ordnung. Absolut realistisch eingeschätzt! Nervig sind nur die, die eigentlich zu jung sind, um damit etwas zu verbinden und 1964 nur benutzen, um andere als minderwertifge Fans zu diffamieren. In blau gelb findet man das auch, nur mit einer anderen Jahreszahl.

11.02.2019 17:47 Bernd T. 38

#36 Ex Chemiker
Endlich wird hier nicht nur dümmlich rumgemotzt, sondern gesagt, was zu sagen ist.
Mehr Erklärungen braucht es nicht.
Jeder dieser Phrasendreschereien, die sich hier Gehör verschaffen wollen, sollten mal etwas ihr Hirn einschalten.
Allen noch eine schöne Woche

11.02.2019 14:11 Reisender 37

@ 34 Stimme, genau, man macht sich lächerlich!!! Sie haben auch behauptet, DD-Aue wäre nicht ausverkauft gewesen. Also schön an die eigene Nase fassen. Und noch ein kleiner Tip am Rande für Sie, den Weihnachtsmann gibts gar nicht ;-)
Dynamischer Gruß übern Teich in die ehemalige Messestadt

11.02.2019 13:19 Ex Chemiker 36

#33 Nordsachse
Stimmt, aber wir alten Chemiker treffen uns immer noch am 10.Mai und feiern die damalige Meisterschaft.
Es gibt auch keine negativen Meinungen zu RB. Leipzig kann sich glücklich schätzen RB zu haben. Hoffentlich erlebe ich es noch, dass RB mal wieder eine Meisterschaft nach Leipzig holt.1964 ist doch schon sehr lange her.Ich als alter Aktiver amüsiere mich immer köstlich, wenn ich diese Hater hier lese.Im Profifußball hat weder Chemie noch Lok eine Chance nach oben zu kommen. Wer das nicht versteht, versteht nicht das System Profifußball auf der ganzen Welt.

10.02.2019 19:28 Leonard 35

Zu Nr. 29: „mich freut es, dass sich keiner mehr für RB interessiert“. Fast 40000 Besucher bei RB gegen Frankfurt ist wohl niemand ???? So ein Schwachsinn!!!

10.02.2019 18:40 Voice 34

@29
Falsches wird nicht dadurch richtiger, dass mans einfach behauptet. Mit einem Klick ist zu finden, dass zB Eintracht gg Freiburg nicht ausverkauft war. Ja ja, wenn Lügen ins Konzept passen muss und dann auffliegt, macht man sich schnell lächerlich. RB ist Mittelmaß? 4. Platz + 35000 Z im Schnitt klingt nicht nach Mittelmaß. Ich weiß, dass Sie sich das wünschen. Deshalb mein Tipp: Auf den Wunschzettel schreiben, dann hat der Weihnachtsmann auch was zu lachen.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

10.02.2019 18:04 Nordsachse 33

@29Fahnenträger: Dein letzter Satz ist falsch formuliert. "Es lebt nicht die Tradition, sondern Lok und Chemie leben von der Tradition. Und irgendwann steht die nur noch in einem eingestaubten Ostfussballbuch unter "damals war´s", weil alle Beteiligten schon ins Gras gebissen haben. Bei RB wird an neuen Traditionen gearbeitet. Und wenn ich sehe, wie die Jugend auf RB abfährt, dann wird in ein paar Jahren keine Sau mehr von den alten Kamelle reden. 1964 Der Rest von Leipzig. 1987 Europapokalfinale Lok. Irgendwann ist das dann auch mal ausgelutscht. Man kann sich aj drüber mal freuen, aber wer sich an solchen Dingen krampfhaft festhält, der lebt im Gestern und ist wirklich ein Fall für den Psychiater.

10.02.2019 18:04 Grimmafan 32

Wie überheblich kann man sein.
Bin weit entfernt davon den Chemiker sympathisch zu finden,
aber diese Überheblichkeit hier ist unerträglich. Alles unterhalb von von Platz 5 in der Bundesliga
und Championsleague ist Rumpelfussball. Amateurligen sowieso! Und dann wundert man sich wenn einen andere sagen wir
mal unsympathisch finden.
Hochmut kommt vor dem Fall!!
Und nochwas...bloß mal als Feststellung, das hier ist kein Forum. Es ist einfach ne Kommentarfunktion eine MDR-Beitrages.

10.02.2019 17:12 heino 31

29.Deutschlandfahne, du machst dir aber aber Sorgen um die Zuschauerzahlen und die Zukunft von RBL. Du solltest dir Sorgen machen um deine Rechtschreibung! Gute Besserung.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
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Ihre MDR.de-Redaktion]

10.02.2019 17:11 Südi 30

Schade, dass bei keiner der großen Chancen ein Tor heraussprang. Ziel muss es jetzt sein die Chancenverwertung zu verbessern. Das gehört zum Entwicklungsprozess, übrigens ebenso wie der Dialog mit den Fans. Dass die Vereinsführung auch Fehler macht oder unglückliche Entscheidungen trifft, ist völlig normal und menschlich. Das passiert jedem im Privatleben und auch in jeder Firma. Die spannende Frage ist, wie geht sie jetzt damit um? Ich sehe es als Chance für Herrn Minzlaff und sein Team jetzt zu zeigen, dass man wirklich auf seine Fans eingeht, diese wertschätzt und gemeinsam Lösungen erarbeitet. Damit meine ich ausdrücklich nicht diesen, die Umwelt und die Gesundheit schädigenden Pyromist. Also lasst uns beobachten wie die Vereinsführung jetzt reagiert und was sich verbessert.

Ansetzungen und Tabelle