Dem Himmel sei Dank. Yussuf Poulsen (m., 9, RB Leipzig), Torjubel nach seinem zweiten Treffer zum 0:2.
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Fußball | Bundesliga | Analyse Der Wind hat sich gedreht - RB Leipzig im Aufwind Richtung Champions League

6. Spieltag

Wer hätte das noch vor knapp zwei Wochen gedacht? Nach dem holprigen Saisonstart und den internen Unruhen durch die Suspendierungen hat die Mannschaft um Trainer Ralf Rangnick schneller als erwartet zurück in die Erfolgsspur gefunden und durch den 2:1-Erfolg bei 1899 Hoffenheim Kontakt zur Spitzengruppe aufgenommen.

von Marcus Teichmann

Dem Himmel sei Dank. Yussuf Poulsen (m., 9, RB Leipzig), Torjubel nach seinem zweiten Treffer zum 0:2.
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Blicken wir noch einmal zurück: Keine zwei Wochen ist es her, als die Leipziger im brisanten Europa-League-Heimspiel gegen Bruderklub Red Bull (FC) Salzburg eine der schlechtesten ersten Halbzeiten der Vereinsgeschichte ablieferten und zur Pause von den Fans lautstark ausgepfiffen worden waren. Am Ende setzte es eine 2:3-Heim-Niederlage und die Kritik an Cheftrainer Ralf Rangnick wurde lauter. Weil der Motor auch in der Liga stotterte (vier Punkte aus den ersten drei Spielen) und die Mannschaft sich trotz vollmundiger Ankündigungen spielerisch nicht weiterentwickelte, befürchteten die ersten Fans sogar schon eine Saison im Abstiegskampf.

Salzburg als Hallo-Wach-Effekt

Doch seit der Schmach gegen die Österreicher haben alle Verantwortlichen im Verein scheinbar die richtigen Konsequenzen gezogen und ungewöhnlich schnell zurück in die Erfolgsspur gefunden. Nach einem leistungsgerechten 1:1 in Frankfurt gewann die Rangnick-Elf  vergangene Woche verdient gegen Stuttgart und jetzt auch auswärts bei Champions-League-Teilnehmer Hoffenheim. Sieben Punkte aus der Englischen Woche - konnte es eine passendere Reaktion geben?

Marcel Sabitzer schimpft mit Ibrahima Konaté
Die Heimpleite gegen Salzburg schärfte offenbar die Sinnen bei den Rasenballern. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Dauerbrenner Kevin Kampl, der trotz Dauerbelastung in Sinsheim das achte Mal in Folge in der Startelf stand, blickte noch einmal zurück: "Wir haben gegen Salzburg alles vermissen lassen, was uns sonst ausgezeichnet hat: Mentalität, Zweikampfstärke und Aufmerksamkeit auf dem Platz. Wir haben uns aber selbst wach gerüttelt, jeder ist mal in sich gegangen und hat gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann." Sein Teamkollege und Doppel-Torschütze Yussuf Poulsen gewann der Partie damals sogar etwas Gutes ab: "Das Spiel gegen Salzburg war ein Wachpunkt. Wir haben gelernt, dass wir nicht ohne 100 Prozent Einstellung bestehen können. Vielleicht hat uns das auch gut getan."

Leistungsträger mit ansteigender Formkurve

Die von den Spielern angesprochene Selbstreflexion hat auch dazu geführt, dass die Sinne neu geschärft wurden und die Mannschaft wieder als solche auftritt. Vor allem ehemalige Stützen des Teams, die seit Monaten in einem Formtief hingen, scheinen nun wieder zu alter Stärke zu finden. Das geht in der Innenverteidigung bei Upamecano und Konaté los, deren Zweikampfverhalten und Stellungsspiel sich deutlich verbessert hat, und hört im Mittelfeld bei Forsberg und Sabitzer sowie im Angriff bei Poulsen auf.  

v.l.: Ishak Belfodil (19, Hoffenheim) und Dayot Upamecano (5, RB Leipzig).
RB-Innenverteidiger Dayot Upamecano (re.) ist zurück zu alter Topform. Bildrechte: Picture Point

Timo Werner noch in der "Hinterhand"

Die vielen Englischen Wochen scheinen bislang eher Segen als Fluch zu sein, denn das Team findet von Spiel zu Spiel immer besser ihren Rhythmus und hat scheinbar die passende Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden. Kassierten sie in den ersten drei Bundesliga-Spielen noch sieben Gegentore waren es zuletzt gegen Frankfurt, Stuttgart und Hoffenheim nur noch zwei. Lediglich Stürmer Timo Werner kämpft derweil noch mit Ladehemmungen und wartet auf den großen Befreiungsschlag.

Sollte auch Werner demnächst zurück zu alter Form finden und der Aufwärtstrend der Mannschaft anhalten, sind die Sachsen nur schwer zu besiegen und ein heißer Anwärter für die internationalen Startplätze. Der Däne Poulsen gab schon einmal die Richtung vor: "Natürlich würden wir wieder gerne Champions League spielen."

TorschŸtze  Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) und Timo Werner (11, RB Leipzig), leipziger Jubel nach dem 0:1
In dieser Saison trifft Yussuf Poulsen (li.) bislang besser als Timo Werner. Bildrechte: Picture Point

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. September 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2018, 14:03 Uhr

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5 Kommentare

01.10.2018 09:52 Klatschpappe 5

@4 Musst Du MDR schauen. 4. Liga hat noch was mit Sachsen zu tun. Was hat den z.B. Schalke mit Nordrhein Westfalen zu tun, außer dass das Heimstadion in den Bundesland liegt. Da kommen die Fans aus ganz Deutschland. Da interessiert niemanden in welchen Bundesland das Trainingsgelände ist.

30.09.2018 23:09 Marcel 4

Nach 3 Jahren mal wieder Sportschau geschaut und gedacht "was für ein unsympathischer Verein", im Grunde nichts mit Sachsen zu tun. Traurig

30.09.2018 19:43 Quentin aus Mondragies 3

Salzburg spielt europäischen Spitzenfußball. Das ist überhaupt keine Schmach gegen die zu verlieren. Da leiden einige wohl an Größenwahn. Die Mehrzahl der Spieler kommt immer noch aus der zweiten Liga. Salzburg spielt schon lange unangefochten 1. Liga und international. Und gegen die Ösis sah Deutschland dieses Jahr ganz schlecht aus. Also immer schön auf dem Boden bleiben.

30.09.2018 11:37 Bernd 2

Man Man Man @Mdr, das waren zwar 7 Punkte in 3 Spielen, aber das kann immer noch besser. So hatte Sarracchi Schwächephasen und wenn Ilse eingewechselt wird bekomme ich Angstzustände. Gut über den Strafstoß kann man streiten, aber wenn die in Köln grade was trinken sollte man die nicht stören. Schade dass Hanyali den Grindel im R2G Studio (mit Sport hatte das nun nichts zu tun) nicht zu dem bescheuerten Videobeweis gefragt hat sondern sinnfrei die Rassismuskeule geschwungen hat. Egal wir haben gewonnen und die Entwicklung geht in die richtige Richtung

30.09.2018 11:08 Rennsteiger 1

Die Windrichtung stimmt, auch wenn es noch viel zu früh ist, darauf zu bauen, dass der uns in die Champions- League trägt. Trotzdem, wir werden wieder oben in der Tabelle mitmischen und zu denen gehören, welche es den Bayern in dieser Saison schwerer als bisher machen, auch wenn der Wunsch der Vater dieses Gedankens ist. An meiner Prognose, dass Rangnick dem Nagelsmann ein Team übergibt, welches in einem europäischen Wettbewerb spielen wird, halte ich fest.

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