Fußball | Bundesliga Union will gegen Mitaufsteiger Klassenerhalt perfekt machen

32. Spieltag

Nach dem wichtigen 2:1 beim 1. FC Köln ist die Chance für den 1. FC Union Berlin am Dienstag groß: Mit einem Sieg gegen den einstigen Mitaufsteiger Paderborn könnte der Bundesliga-Klassenerhalt endgültig eingetütet werden.

Freude pur bei den Unionern, Sebastian Polter hat gerade den Foulstrafstoߟ zum 1:0 für seine Mannschaft erzielt.
Bildrechte: imago images/Mausolf

Normalerweise wären die Chancen äußerst hoch, dass das Stadion "An der Alten Försterei" an diesem Dienstag rund eineinhalb Stunden vor Mitternacht regelrecht beben würde. Denn das, was Trainer Urs Fischer als "Sensation" bezeichnet, ist so nah. Die "Eisernen" sind der 56. Verein in der Fußball-Bundesliga, und wenn alles so läuft, wie Fischer es sich wünscht, steht der Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse für den Neuling am späten Dienstagabend endgültig fest. Dazu braucht es einen Sieg gegen Schlusslicht und Mitaufsteiger SC Paderborn (20:30 Uhr Live-Ticker in der SpiO-App). Ein Remis reicht dann, wenn die Konkurrenten Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf nicht gewinnen. Was angesichts der Aufgaben gegen Bayern München (H) und RB Leipzig (A) ohnehin unrealistisch erscheint. Bremen tritt parallel mit Union an, Düsseldorf erst am Mittwoch.

Keine Lust auf Warten

"Wahrscheinlich ist noch gar nichts. Rechnerisch ist noch nichts entschieden", betonte Urs Fischer und ergänzte mit Blick auf den zweigeteilten 32. Spieltag: "Auf Mittwoch zu warten ist nicht der richtige Weg. Entsprechend gehen wir dieses Spiel an." Man kann sich in etwa vorstellen, was unter normalen Umständen vor, während und nach der Partie auf den Rängen in der Partie gegen den hoffnungslosen Tabellenletzten SC Paderborn mit dem ehemaligen Union-Profi Steffen Baumgart als Trainer los wäre.

Anthony Ujah mit Trainer Urs Fischer
Trainer Urs Fischer (re.) nach dem 2:1 in Köln Bildrechte: Matthias Koch

Union rechnet nicht mit erneutem Fantreffen im Wald

Doch die Kultstätte wird wieder und wie alle anderen Stadion verlassen wirken - und es auch sein. Dass es wie beim 1:1 zuletzt daheim gegen Schalke 04 wieder zu einem kleinen Fan-Stelldichein im Wald ums Stadion gibt, davon gehen die Verantwortlichen nicht aus. Gleichwohl wissen sie, dass die Fans dieses besondere Spiel trotz Corona-Maßnahmen nicht unbedingt allein vorm Fernseher verfolgen wollen. "Ich habe schon den Eindruck, dass viele Fans natürlich auch das gemeinsam genießen wollen und sicherlich irgendwo das Spiel schauen werden, wo sie ein Bier trinken können oder in irgendeiner Form zusammen feiern können. Das ist hier dunklen Wald sicherlich kaum im gleichen Maße möglich", sagte Unions Medienchef Christian Arbeit am Montag bei einer Videokonferenz. "Aktuell haben wir keine Veranlassung zu glauben, dass da etwas außergewöhnliches passieren wird", sagte er, die Maßnahmen würden so sein wie beim vergangenen Heimspiel.

Fankneipe
Union-Anhänger in der Kneipe "Abseitsfalle" Bildrechte: imago images/Nordphoto

"Die werden uns nichts schenken"

"Es wird relativ blickdicht abgesperrt. Natürlich haben wir Mitarbeiter vor Ort und natürlich wird auch die Polizei da sein". So ist Fußball in Corona-Zeiten. Und erst recht, weil das so ist, wollen die Profis von Union Berlin ihren Anhängerinnen und Anhängern mindestens eine weitere Saison in der Bundesliga bescheren. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gegner Paderborn reist mit acht Punkten Rückstand auf Rang 16 an, will sich aber mit Würde aus der Liga verabschieden. "Ich bin mir sicher, Steffen wird die Mannschaft noch mal top motivieren. Die werden uns nichts schenken. Ich erwarte ein ganz schwieriges Spiel", betonte Union-Trainer Fischer und verwies auch auf die drei Unentschieden der Paderborner in den vergangenen drei Auswärtsspielen, unter anderem bei RB Leipzig (1:1). Zuhause gab es aber zwei bittere Klatschen gegen Dortmund (1:6) und im Abstiegskracher am Samstag gegen Werder Bremen (1:5). Personell muss der 54 Jahre alte Fischer aller Voraussicht nach ohne Christopher Lenz (Sprunggelenk) auskommen - und ohne das Beben im Stadion "An der Alten Försterei".

Stadion an der alten Försterei
Die "Alte Försterei" ist wieder zu Bildrechte: imago images/Jan Huebner

dpa/cke

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 16. Juni 2020 | 20:30 Uhr

5 Kommentare

Eiserner vor 6 Wochen

Totgesagte leben länger! Danke an alle, die ein Jahr lang die Daumen für uns gedrückt haben. Hoffentlich steigen bald mehr Ostclubs auf. Die Plastikvereine in Liga 1 kriegen keine Stimmung in ihre Stadien! Eiserne Grüße in den gesamten Osten!

Eiserner vor 6 Wochen

Als Unioner bin ich unglaublich stolz auf die Leistung unseres Teams in dieser Saison. Der Aufstieg im letzten Sommer war genauso spektakulär wie auch glücklich. Niemand traute uns den Klassenerhalt zu. Viele Herthaner verglichen uns sogar mit Blau-Weiß 90 oder Tasmania... Doch wir haben eindrucksvoll bewiesen, dass harte Arbeit und Teamspirit reichen können. Heute können wir den Deckel drauf machen und dann für ein weiteres Jahr in Liga 1 planen. Ich hoffe, dass uns bald andere Ostmannschaften folgen. Der Stimmung kann das nur gut tun, denn Plastikclubs wie Hoffenheim oder Golfsburg kriegen einfach keine Atmosphäre in ihre seelenlosen Spielstätten. Eiserne Grüße in den gesamten Osten der Republik und vielen Dank an alle, die uns die Daumen gedrückt haben!

Andy Krisst vor 6 Wochen

Anfang der Saison hätte ich keine 10 £ auf den Klassenerhalt der Eisernen gesetzt! Nun sollte nichts mehr schiefgehen.
Glückwunsch an die "Alte Försterei" !

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