Fußball | Bundesliga NOFV-Präsident Winkler zur DFB-Krise: "Wir brauchen ein neues Klima"

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) herrscht Krisenstimmung. Präsident Fritz Keller steht unter Druck, die Fronten sind verhärtet. Darüber sprachen wir im "SpiO"-Talk mit NOFV-Präsident Hermann Winkler, der sich auch zur Regionalliga-Reform äußerte.

DFB Vize-Präsident und NOFV Präsident Hermann Winkler im Interview 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Mo 03.05.2021 13:30Uhr 28:55 min

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Nach der unsäglichen Aussage von DFB-Präsident Fritz Keller, der Vizepräsident Rainer Koch mit Nazi-Richter Roland Freisler verglich, ist der Verband schwer angeschlagen. Auf einem Krisengipfel in Potsdam haben die Landesverbände nunmehr Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius das Vertrauen entzogen. Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge sprachen die Landes-Chefs hingegen ihr Vertrauen aus. Zudem wurde Keller zum Rücktritt als DFB-Boss aufgefordert. Der 64-Jährige will offenbar erst die Einlassungen der Ethikkommission zu seinem Nazi-Vergleich abwarten, bevor er sich zu seiner Zukunft an der Spitze des DFB äußert.

"Wir wollen, dass endlich wieder etwas für die Vereine getan wird"

Im "SpiO"-Talk bezog NOFV-Präsident Hermann Winkler, der auch die Funktion des DFB-Vizepräsidenten ausübt, Stellung. "Wenn wir jetzt noch zwei Personen in der Führung haben, dann erwarte ich von denen, dass sie den DFB wieder in ruhiges Fahrwasser bringen", sagte Winkler und ergänzte: "Wir wollen, dass endlich wieder etwas für die Vereine getan wird." Deshalb seine Forderung: "Lasst uns nach vorn schauen, wir brauchen einen neuen Präsidenten oder neue Präsidentin. Und wir brauchen ein neues Klima." Winkler bemängelte zudem, dass beim DFB offensichtlich Keller wenig Einblick in wichtige Dokumente hatte – auch ein Grund des Scheiterns. "Man muss Kenntnis haben von den Dingen, die da laufen und das Recht haben, sie zu erfahren."

Fritz Keller und Rainer Koch
DFB-Präsident Fritz Keller (re.) und Vizepräsident Rainer Koch. Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Unterschiedliche Gewichtung bei Stimmvergabe

Nachdenklich stimmte Winkler die unterschiedliche Gewichtung der Landesverbände bei der Stimmabgabe beim DFB. Für den Nordostdeutschen Fußballverband kann Winkler als Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes und als NOFV-Präsident zwei Stimmen für sich vereinen. Rainer Koch zum Beispiel hat vier, der Bayerische Landesverband drei. "Momentan können wir beim NOFV nur versuchen, zusammen zu arbeiten und zusammen zu halten. Wir dürfen nicht zulassen, dass es solche Verhältnisse wie beim DFB gibt. Und das ist uns, so glaube ich, bisher gut gelungen. Eine große Chance, dass sich in den Stimmen-Verhältnissen etwas ändert, sehe ich zurzeit nicht."

"Wir brauchen eine Regionalliga-Reform"

Auch die Aufstiegsfrage wurde von MDR-Reporter Alexander Küpper angesprochen, da es mehr eine Zweiklassengesellschaft ist. Nach Aussage von Hermann Winkler kam das Thema in den zwei Tagen während der Außerordentlichen Sitzung jedoch nicht zur Sprache. "Es gibt eine Frist, und das ist der DFB-Bundestag 2022. Bis dahin gilt die jetzige Regelung. Wir brauchen eine Regionalliga-Reform. Das geht aber nicht von heute auf morgen, deshalb müssten wir jetzt schon anfangen", bekräftigte Winkler.  

jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. Mai 2021 | 13:30 Uhr

14 Kommentare

Storch Heiner vor 30 Wochen

IST DER RUF RST RUINIERT, LEBT ES SICH GANZ UNGENIERT

als Freiburger von Profis unangefochten proben Amateure den Aufstand

das Lehmann aus BFC flog ist folgerichtig, auch Medien sollten Abstand nehmen und "DFB Botschafter" einbeziehen, vllt. sollte eine Frau den Männerverein übernehmen

zwigger1 vor 30 Wochen

Die Moral im Keller
Ein Präsident der sich im Ton vergreift
Eine östr. Mannschaft aus dem Reagenzglas im deutschen Pokalfinale
Was ist nur mit dem Fussball geschehen

Joe 09 vor 30 Wochen

Die Aussage von Herrn Winkler "Gewichtung der Stimmabgabe" sagt doch schon alles. Herr Koch "4" und der bay. Landesverband noch "3", so kommt der Ostfußball nie auf einem grünen Zweig! Wie in der Politik, die Amateure an den Schaltzentralen benötigen auch immer mehr externe hochbezahlte Berater , es stinkt wie überall. Und über die Fußballintelligenz eines Herr Bierhoff´s wissen wir im Osten ja bestens Bescheid. Es hat halt nur zum golden Goal gelangt oder auch nicht? Wenn ich mir seinen aufgebauten Machtapparat in der DFB-Zentrale anschaue!