Sport | Corona-Pandemie Sachsen erlaubt 25 Prozent Zuschauerauslastung im Profisport

In Sachsens Profisport sind wieder mehr Zuschauer erlaubt. Diesen Beschluss gab die Landesregierung am Dienstag (1. Februar) bekannt. Statt wie zuletzt mit maximal 1.000 Fans dürfen die Stadien und Hallen nun bis zu 25 Prozent ausgelastet werden. Die Initiative "TeamSportSachsen" begrüßt die Lockerung, welche die neue Corona-Schutzverordnung hervorgebracht hat. Ganz andere Sorgen hat hingegen weiterhin der Breiten- und Gesundheitssport.

Zuschauende in einem Stadion halten Schals in die Höhe. 1 min
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Die Landesregierung von Sachsen hat die Corona-Verordnung aktualisiert und wie jüngst angekündigt Öffnungen für den Profisport umgesetzt. Nun ist eine Auslastung von bis zu 25 Prozent erlaubt. Das sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) bei der Bekanntgabe der neuen Corona-Schutzverordnung am Dienstag (2. Februar). Diese 25 Prozent gelten ohne Obergrenze. Für Arenen mit bis zu 2.000 Zuschauern sind es 50 Prozent. Zwischen Innen und Außen gibt es keine Unterschiede.

Die neuen Regeln greifen vom 6. Februar an und sollen zunächst bis 6. März gelten. Demnach dürfen bereits beim Ost-Klassiker in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und dem FC Hansa Rostock am Sonntag (6. Februar) rund 8.000 Zuschauer ins Harbig-Stadion kommen. Bei RB Leipzigs Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln am übernächsten Freitag (11. Februar) wären demnach 12.000 Fans zugelassen. Auch der FC Erzgebirge Aue spielt an diesem Tag in der 2. Fußball-Bundesliga – gegen Holstein Kiel wären 4.000 Besucher erlaubt.

Petra Köpping
Sozialministerin Petra Köpping (SPD) (Archivbild) Bildrechte: dpa

"Eine richtig gute Nachricht"

Die Profisport-Initiative "TeamSportSachsen" begrüßte die Öffnungen. Deren Sprecher Karsten Günther sagte dem MDR: "Das ist eine richtig gute Nachricht für alle sächsischen Sportfans und Vereine. Die heutige Entscheidung zeigt, dass sich Teamwork, Beharrlichkeit und vor allem ein konstruktiver Dialog lohnen, um gute Lösungen zu erreichen. Ich danke dem sächsischen Kabinett, das unserem Vorschlag gefolgt ist", so der Geschäftsführer von Handball-Erstligist SC DHfK Leipzig.

Karsten Günther 1 min
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Di 01.02.2022 13:03Uhr 00:41 min

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Karsten Günther 1 min
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Olaf Albrecht, der Geschäftsführer von Fußball-Drittligist FSV Zwickau, spricht davon, dass die Lockerungen "ein wichtiger Schritt in Sachen Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit sind." Für Maik Walsdorf (DEL2-Klub Dresdner Eislöwen) zeigt die neue Verordnung, dass "die gemeinschaftlichen Anstrengungen aller Vereine Früche tragen und wir einen weiteren wichtigen Schritte Richtung Normalität gehen. Allein dieser Fakt ist für alle Beteiligten eine große Motivation."

Die Vorstandsvorsitzende von Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC, Romy Polster, freute sich, dass "es sich lohnt, mit Sachargumenten und konsequentem Vortragen zu agieren". Schritt für Schritt käme "der Sport in seiner Bedeutsamkeit für die Menschen, aber auch als großer Wirtschaftszweig" zurück.

Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dynamo Dresden: "Sind noch lange nicht am Ziel"

Auch Jürgen Wehlend, Geschäftsführer von Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden, begrüßt die Entscheidung: "Zunächst einmal ist es zufriedenstellend, dass unsere in den vergangenen Tagen geführten Gespräche und Telefonate mit Politikern und Kabinettsmitgliedern ihre Wirkung erzielt haben und auch der vorgelegte Stufenplan überzeugt hat. Mit der 25-prozentigen Stadionauslastung ist zumindest wieder eine gewisse Gleichbehandlung und Verhältnismäßigkeit gegenüber anderen Branchen und anderen Bundesländern hergestellt." Der Beschluss sei "ein Schritt in die richtige Richtung", ergänzte Wehlend, "aber wir sind noch lange nicht am Ziel und schon gar nicht wieder in der 'Normalität'."

Landessportbund Sachsen schlägt Alarm

Christian Dahms, Generalsekretär vom LSB Sachsen
Christian Dahms, Generalsekretär des LSB Sachsen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Gegensatz zum Profisport ist der Amateur- und Vereinssport mit den Beschlüssen alles andere als zufrieden. Es gab hier keine Änderungen. Der Landessport Sachsen schlägt Alarm: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir auch für das zurückliegende Jahr einen Mitgliederverlust im mittleren vierstelligen Bereich zu erwarten. Das ist mehr als alarmierend!", hatte LSB-Generalsekretär Christian Dahms am Montag (31. Januar) gesagt.

Fünf-Stufen-Plan von "TeamSportSachsen"

Nach der aktuellen Corona-Notfall-Verordnung waren in sächsischen Sportstädten maximal 1.000 Gäste zugelassen. Gegen die Zuschauerbeschränkung im Sport hatte es zuletzt Proteste von verschiedenen Vereinen gegeben. Für Sachsen stellte die Initiative "TeamSportSachsen" jüngst einen Fünf-Stufen-Plan für eine Zuschauer-Rückkehr vor. Fußball-Bundesligist RB Leipzig geht juristisch vor und hat Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen eingereicht. Mit einer Entscheidung ist nicht vor kommender Woche zu rechnen. RB wird die Klage aufrechterhalten und nun erneuern.

Sachsen-Anhalt und Thüringen unterschiedlich

In Sachsen-Anhalt ist eine Auslastung von 50 Prozent unter Einhaltung der 2G-Plus-Regelung erlaubt. Beim Fußball-Drittliga-Spiel des 1. FC Magdeburg gegen den 1. FC Saarbrücken am Sonnabend waren 14.316 Fans da. In Thüringen sind bei Sportveranstaltungen gar keine Zuschauer erlaubt.

v.l. Leon Bell Bell, 1.FC Magdeburg, und Pius Kraetschmer, 1.FC Saarbrücken, im Kampf um den Ball.
Mehr als 14.000 Besucher waren beim Fußball-Drittliga-Topspiel in Magdeburg da. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Nur 750 in Nordrhein-Westfalen - RB-Klage spielte keine Rolle

In Bayern werden bis zu 10.000 Menschen (maximal 25 Prozent der Gesamtkapazität) genehmigt. Die Landesregierung in Baden-Württemberg folgte in der vergangenen Woche mit einem Beschluss für 6.000 Menschen. In Nordrhein-Westfalen sind dagegen zurzeit nur 750 Zuschauer erlaubt. Die NRW-Bundesligisten Borussia Dortmund und 1. FC Köln wollen das, ähnlich wie RB Leipzig, im Eilverfahren vor Gericht überprüfen lassen. Innenminister Roland Wöller (CDU) sagte, man habe die neue Anordnung im Rahmen der aktuellen Bettenbelegung und nach intensiven Dialogen mit dem Sport neu justiert - mit der Klage von RB habe es nichts zu tun.

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cke/dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 02. Februar 2022 | 19:30 Uhr

27 Kommentare

nilux vor 21 Wochen

Diese Regeln sind ein Witz. War am Samstag in Magdeburg gegen Saarbrücken im Stadion: Einige Ränge waren komplett belegt, mein Rang war fast leer. Insgesamt also 50%-Auslastung eingehalten und niemanden hat es gekratzt.

Hab mich wahrscheinlich am Samstag trotzdem infiziert, aber erst bei der Party danach in der Kneipe. Dann kann man die Stadien auch vollkrachen, macht keinen Unterschied.

Zwickauer1 vor 21 Wochen

Weil man mit den unteren Ligen weniger das gemeine Volk mit dem Pay-TV befriedigen kann.
Brot und Spiele im Fernsehen und das Volk hält still.
Geschichte wiederholt sich eben immer.
Der Amateursport geht schrittweise krachen und der Großteil der Bevölkerung schaut zu. Wo sind bleiben unsere Topsportler von morgen wenn kaum was geht.

Dynamokralle vor 21 Wochen

„Schade“? Nee - „Schande“!
Hab‘s kürzlich schonmal geschrieben, Motto „teile und herrsche“. Funktioniert bei TeamSportSachsen wieder bestens.
So, muss weg, weiter die Formel (bzw. Argumente) für die 25% suchen…
Ach, eins noch schnell, warum gewährt man uns nicht mehr Eigenverantwortung? Den Laden im Lande unter den schwierigen Bedingungen am Laufen zu halten, traut man uns doch auch zu bzw. setzt es voraus.

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