Fußball | Bundesligen Sportmediziner Bloch befürchtet Spätschäden für Fußballer

Der renommierte Sportmediziner Prof. Wilhelm Bloch hält gesundheitliche Folgen für fußballspielende Corona-Kranke für nicht ausgeschlossen, wie er im "SpiO-"Talk am Donnerstag sagte.

Wilhelm Bloch 15 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Do 14.05.2020 09:00Uhr 15:07 min

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Sportmediziner Prof. Wilhelm Bloch sieht bei der Aufnahme des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga die Gefahr von Spätschäden bei Akteuren, die von Corona betroffen sind. Das sagte er im "SpiO"-Talk am Donnerstag. Bloch war bis 2018 der Vorsitzende des Wissenschaftsrats der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.

"Praktisch alle Organe können betroffen sein"

Sportmediziner Bloch im Gespräch
Prof. Dr. Wilhelm Bloch Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Auch bei einem milderen Verlauf von Corona können Spätschäden auftreten", so der Mediziner, " praktisch alle Organe im Körper können mehr oder weniger stark betroffen sein". So wie zum Beispiel Lunge oder Herz. Auch das Gefäßsystem sei in Gefahr, sagte der Lehrende am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule in Köln: "Thrombosen sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Auch ein Karriere-Ende ist möglich." Selbst wenn es nicht ganz so weit kommt: "Sportler befinden sich auf einem High-End-Niveau, da können schon ein paar Prozent weniger Leistungsfähigkeit Einfluss haben."

Kein geschlossenes System

Da der DFL-Fußballbetrieb kein komplett geschlossenes System sei, sei ein positiver getesteter Spieler wie bei Zweitligist Dynamo Dresden nie auszuschließen. Gibt es nach 14 Tagen Quarantäne keine positiven Tests, könne man grundsätzlich wieder ein "Go" für die Sachsen verkünden.

Höhere Verletzungsgefähr in Liga drei

Dass auf die Drittligisten nun jede Menge englische Wochen zukommen könnten, sieht er aus medizinischer Sicht kritisch: "Da ist die Verletzungsgefahr erhöht. Die Spieler sind nicht optimal vorbereitet." Normalerweise müsste es ein detailliertes Vorbereitungsprogramm von sechs bis acht Wochen geben.

Künftig mehr Wechsel

Gut findet Bloch, dass es künftig wohl fünf Wechsel geben soll. Er geht sogar noch weiter und denkt laut über fliegende Wechsel wie zum Beispiel beim Handball oder Eishockey nach.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 14. Mai 2020 | 17:45 Uhr

2 Kommentare

Thommi Tulpe vor 3 Wochen

Herr Bloch ist keineswegs der einzige, der vor Schäden warnt. Jeder "normale" Mensch sollte doch zumindest wissen, dass solange ein Infektionsrisiko besteht, wo dieses Virus nicht erfolgreich bekämpft werden kann. Selbst wenn man der Meinung sein sollte, dass man dieses Risiko minimieren und kalkulieren könnte: Das Risiko kann man auch im Fußball nicht wegdiskutieren oder mit Geld vergessen machen! Offenbar scheinen in den Chefetagen von DFL und DFB keine menschlich denkenden Leute zu sitzen!? Ich möchte nicht wissen, wie diese "Herren" reagieren, sollte es auch im Profifußball den ersten Corona-Toten geben.

Eulenspiegel vor 3 Wochen

Ich denke genau so ist es. Über die Spätfolgen von Korona kann man Heute noch gar keine Aussagen machen.