Torwart Michael Esser, Yussuf Poulsen, Willi Orban und Lukas Klostermann
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Fußball | Bundesliga Standard-Tore und Siege auf fremden Platz? RB Leipzig überrascht erneut

Dank des 3:0 in Hannover und des 4:0 in Düsseldorf hat RB Leipzig in nur zwei Spielen der Rückrunde genauso viele Tore auf fremden Platz erzielt wie in der gesamten Hinrunde. Trotz der Ausfälle von Kampl und Werner überzeugten die Sachsen auch im zweiten Auswärtsspiel des Jahres 2019 und trafen sogar nach Ecken. Wie konnte das passieren?

von Marcus Teichmann

Torwart Michael Esser, Yussuf Poulsen, Willi Orban und Lukas Klostermann
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Werden Standards plötzlich zu einer Waffe?

RB Leipzig und Ecken passten in der Vergangenheit zusammen wie Pech und Schwefel. Aus eigenen Standards resultierten häufig Konter mit Torerfolgen für das andere Team und bei deren Ecken entwickelte sich die sonst so stabile Defensive zu einem Hühnerhaufen. Raum- oder Manndeckung? Wurde total überbewertet. 18 Gegentore hagelte es konsequenterweise in der abgelaufenen Spielzeit. In der aktuellen Saison konnte die Quote zwar deutlich dezimiert werden, doch eigene Torgefahr ging damit immer noch nicht einher. Bis letzte Woche in Düsseldorf. Nach einer Ecke patzte Fortuna-Schlussmann Rensing und Poulsen bedankte sich mit dem frühen 1:0.

Yussuf Poulsen
RB-Stürmer Yussuf Poulsen erzielte diesmal kein Tor. Bildrechte: Picture Point

Wer damals noch an Zufall glaubte, wurde in Hannover eines Besseren belehrt. Zweimal klingelte es nach Hereingaben von der Eckfahne, zweimal hieß der Torschütze Orban. Die entscheidende Änderung? "Es hat etwas mit der Qualität der Hereingaben zu tun. Halstenberg war bislang Kopfballspieler im Strafraum, jetzt schlägt er die Ecken selbst. Von 10 Ecken kommen 8 dahin, wo sie hinsollen", erklärte Rangnick den plötzlichen Erfolg. Zwar kam die Ecke beim 3:0 von Forsberg, doch das lassen wir ihm durchgehen.  Halstenberg analysierte sein Tor und Assist dagegen eher lapidar und nüchtern: "Ich hatte einen ganz guten Tag."

Die Defensive schießt Tore und gewinnt Spiele

Diesen erwischte Hannover keineswegs. Die Niedersachen waren an diesem Abend kein erstligawürdiger Kontrahent. Der erste Schuss aufs Tor gelang den Gastgebern in der 89. Minute (!) beim Stand von 0:3. Es wäre vermutlich auch nicht ins Gewicht gefallen, wenn Rangnick zur Pause den verletzten Torhüter Gulacsi (muskuläre Probleme) nicht durch Ersatzkeeper Mvogo, sondern durch einen zwölften Feldspieler ersetzt hätte. Keinen einzigen Torschuss mussten die beiden parieren. Die beste Abwehr der Liga (neuntes Spiel zu Null) hatte keine Mühe, die Hannoveraner Angreifer auf Distanz zu halten.

Tor für RB Leipzig 0:3. Im Bild v.l.: Emil Forsberg (10, RB Leipzig) und Torschütze Willi Orban (4, RB Leipzig)
Willi Orban (re.) erzielte seinen ersten Doppelpack für RB. Bildrechte: Picture Point

Und da sie hinten nicht gefordert  wurden, schossen sie die Tore eben selbst. Kapitän Orban erzielte seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga und Halstenberg war erstmals direkt an zwei Toren beteiligt. Spärliche drei Tore erzielten die Abwehrspieler  in der Hinrunde, jetzt sind es in den ersten beiden Partien schon genauso viele. Letzte Woche traf bereits Innenverteidiger Konaté gegen Düsseldorf ins gegnerische Gehäuse. Apropos Konaté.

5. Gelbe Karte trübt die Freude

Es war die 63. Minute, eine Minute vor dem 2:0 durch Orban, als es einen Freistoß für Hannover auf Höhe der Mittefeldlinie gab. Eigentlich unspektakulär, doch Abwehrspieler Konaté stellte sich in diesem Moment vor den Ball und verhinderte damit die schnelle Ausführung des Freistoßes. Schiedsrichter Daniel Schlager gab Konaté dafür die Gelbe Karte – mit bitterer Konsequenz. Denn es war die fünfte Gelbe Karte im Laufe der aktuellen Spielzeit für den Abwehrspieler und somit fehlt er beim Spitzenspiel kommende Woche gegen Frankfurt.

Teamarzt Dr. Robert Percy Marshall und Tyler Adams
Neuzugang Tyler Adams stand wieder von Beginn an auf dem Feld. Bildrechte: Picture Point

Da auch Upamecano verletzt ausfällt, hat Ralf Rangnick ein Problem in der Innenverteidigung. Es kommen als Ersatz nur Mukiele (seit dem 11. Spieltag nicht mehr gespielt), Klostermann (eigentlich Rechtsverteidiger ) und Ilsanker (zuletzt im Formtief) in Frage. Alles keine optimalen Lösungen und das ausgerechnet gegen das torgefährliche Offensiv-Trio Rebic, Haller und Jovic. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt allen Beteiligten nicht, denn Mittwoch steht schon das Pokalspiel gegen Wolfsburg an. Dann allerdings noch mit Konate – und eventuell Toren nach Standards.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2019, 10:15 Uhr

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3 Kommentare

04.02.2019 12:15 Voice 3

Hallo in die Runde,

Ohne Ibu und Upa wird das richtig schwer gg Frankfurt. Die sind schon andere Kaliber als Düdo und H96.
Ich hoffe, RR hat eine Überraschung parat mit der die Eintracht nicht rechnet! Ansonsten, unknackbar sind die Hessen aber auch nicht.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

P. S. Sind gar keine "Stänkerfritzen" hier. Seeeeehr angenehm!!

03.02.2019 19:09 Bernd 2

@Quentin und warum nicht Klostermann in die IV dann Laimer oder Mukiele als RV. Dann Forsberg und/oder Smith-Rowe im OM Ich denke da gibt es Optionen, wobei es Konate aktuell super gemacht hat.

03.02.2019 07:50 Quentin aus Mondragies 1

Man muss nur vorne genug Tore schießen, dann reicht's auch gegen Frankfurt. Ilsanker habe ich jetzt nicht im Formtief gesehen.