Fußball | Bundesliga Tony Jantschke und sein Herz für Borea: "Hatte dort fünf schöne Jahre"

Der Sachse Tony Jantschke ist keiner für die große Showbühne: Kein Wunder, dass der Bundesliga-Profi sein Engagement für Jugend-Verein Borea Dresden nicht an die große Glocke hängen will. Wir trafen ihn zum "SpiO"-Talk.

Geboren in Hoyerswerda, ausgebildet in Dresden, mittlerweile Urgestein bei Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach, von den Fans als "Fußballgott" verehrt und von den Mitspielern als äußerst akribischer Kassenwart gefürchtet: Das ist Tony Jantschke. Im "SpiO"-Talk am Freitag (17.04.2020) sprach der 30-Jährige über seine Verbindung nach Sachsen und seine Unterstützung für Borea Dresden.

Konkrete Hilfe bevorzugt er

"Ach, über so etwas rede ich eigentlich gar nicht so gerne. Der Elvir (Jugo, sportlicher Leiter bei Borea Dresden, Anm. der Red.) kam auf mich zu und hat mir kurz die Situation geschildert. Da musste ich gar nicht überlegen. Ich habe fünf schöne Jahre im Jugend-Internat von Borea gewohnt, und freue mich, dass ich helfen konnte. Und ich finde es auch gut, wenn man weiß, wo das Geld konkret hingeht", erzählt Jantschke, wie es dazu kam, dass er die März-Gehälter der Jugend-Trainer von Borea Dresden übernahm. Sein Kölner Kollege Toni Leistner nahm sich der April-Gehälter an.

Oft zur Familie

Jantschkes Verbindungen nach Dresden sind gar nicht mehr so eng, gibt er zu. Anders als in die alte Heimat Hoyerswerda: "Da bin ich ein-, zweimal im Monat. Da leben Familie und Freunde." Und bei der Bodenständigkeit, die den Sachsen immer schon auszeichneten, kann man sich gut vorstellen, wie wichtig ihm diese Besuche sind.

Florian Hansch, Nico Elvedi und Tony Jantschke
Spiele in der alten Heimat Sachsen sind für Tony Jantschke (re.) selten. Wie hier 2016 beim Stadioneröffnungsspiel des Chemnitzer FC. Bildrechte: imago/Kruczynski

Immobilien in Hoyerswerda

Zumal er in seiner Heimat Immobilien hat, das alte Standesamt zum Beispiel und Ferien-Appartements am nordwestlich von Hoyerswerda gelegenen Geierswalder See. Um die kann er sich jetzt kümmern, auch wenn es mit Urlaub ja gerade nichts ist.

Geisterspiel-Zuschauer

Und auch mit Fußballzuschauern ist gerade nichts: Beim bislang einzigen Bundesliga-Geisterspiel Gladbach gegen Köln saß Jantschke auf der Bank: "Wenn man beim Aufwärmen zur gegnerischen Tribüne geht, und da bleiben die Pfiffe aus - da fehlt schon etwas."

Kölns Mark Uth beim Eckball
Das Geisterspiel Gladbach - Köln erlebte Tony Jantschke von der Bank und der Aufwärmzone aus. Bildrechte: imago images/Mika Volkmann

Oft war er abgeschrieben, aber irgendwie hat sich der Abwehrmann immer wieder behaupten können, unter verschiedenen Trainern und Systemen. Auch im Pressing-Powerfußball des Leipzigers Marco Rose bekommt Jantschke, der 219 Bundesliga-Partien für den Traditionsverein bestritt, seine Einsatzzeiten. Dann sieht man ihn kaum, aber von seinen Gegnern eben auch in der Regel nichts.

Dresden oder Niederrhein?

Wohin es ihn nach der Karriere zieht? "Nach Hoyerswerda bekomme ich meine Freundin nicht", sagt der offizielle "Oberlausitz-Botschafter" verschmitzt. Er hat also schon vorgefühlt. Die Partnerin kommt aus Dresden, womit die Elbmetropole nahe liegend wäre: "Der Plan ist schon nach Dresden zurückzukehren", aber nach jetzt 14 Jahren am Niederrhein "ist es auch nicht abwegig zu sagen, dass ich gerne hierbleiben würde".

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cke

"SpiO"-Talks

Dieses Thema im Programm: MDR+ | SpiO-Talk | 17. April 2020 | 10:00 Uhr

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