Fußball | Bundesliga USV Jena: Mit "gewachsenem Zusammenhalt" in die Restrückrunde

Ganze neun Wochen ruhte der Ball in der Frauen-Bundesliga. Das ändert sich ab dem kommenden Wochenende. Für Schlusslicht USV Jena und Cheftrainer Christopher Heck geht es um nichts Geringeres als den Klassenerhalt. Neun Spieltage bleiben den Thüringerinnen, um doch noch das rettende Ufer zu erreichen.

1. FFC Frankfurt gegen FF USV Jena  Torjubel
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Eineinhalb Monate lang hat Cheftrainer Christopher Heck den USV Jena auf den Abstiegskampf der Restrückrunde vorbereitet. Das rettende Ufer liegt derzeit fünf Punkte entfernt. Der 1. FC Köln, der derzeit jenen zehnten Tabellenplatz hält, ist also alles andere als unerreichbar weit entfernt. Aber um diese Aufgabe zu lösen, braucht es dringend eine Leistungssteigerung. Lediglich zwei Remis gelangen den Thüringerinnen an den bislang 13 Spieltagen.

"Voll fokussiert auf die kommenden Aufgaben"

Intensiv ließ Heck in den vergangenen Wochen nicht nur an den spielerischen und physischen Fähigkeiten arbeiten, der 46-Jährige legte zudem besonderen Wert auf die Teamchemie. "Durch unsere gezielten Teambuilding-Maßnahmen ist der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft noch einmal gewachsen. Ich habe das Gefühl, dass sie und auch der ganze Verein voll fokussiert auf die kommenden Aufgaben sind", blickte Heck im Gespräch mit dem MDR optimistisch voraus.

Das Vorbereitungshighlight außerhalb des Platzes war sicherlich das sogenannte Tough-Adventure-Race - eine außergewöhnliche Konditionseinheit des Bundesliga-Kaders gemeinsam mit den eigenen U21- und U17-Nachwuchsteams an verschiedenen Stationen in der Stadt. Der Glaube an das große Ziel Klassenerhalt sei "bei allen voll da - zu 100 Prozent", versichert Christopher Heck.

Die Spielerinnen Lisa Seiler und Julia Arnold von USV Jena enttäuscht nach der Niederlage
Kapitänin Julia Arnold und Lisa Seiler mussten mit dem USV in der Vorrunde einige Rückschläge wegstecken. Bildrechte: imago images/foto2press

Finanzielle Lage bleibt angespannt

Die Folgen eines neuerlichen Abstieges wären nicht nur aus sportlicher Sicht bedrückend. Vor allem finanziell trüge der USV erheblichen Schaden davon. Der folgende Wegfall der TV-Gelder bedeutete den Verlust eines großen Teils der Einnahmen. Schon nach dem Bundesliga-Abstieg im Jahr 2018 geriet der Verein anschließend in finanzielle Schieflage. Zwar gelang es durch den direkten Wiederaufstieg im vergangenen Sommer, eine damals im Raum stehende Insolvenz zu vermeiden, dennoch bleibt die monetäre Lage weiter angespannt.

Trainer Heck gibt sich aber zuversichtlich, dass der Verein den Spielbetrieb selbst im Falle eines Abstiegs weiter aufrechterhalten könnte: "Ich denke, dass wir jetzt etwas abgesicherter wären, als es damals der Fall war. Der Vorstand tut alles dafür, damit wir nicht wieder eine ähnliche Situation geraten."

Weitere Abhilfe könnte auch eine Fusion mit dem FC Carl Zeiss Jena bringen. Entsprechende Gespräche laufen bereits. Ein Plan, den der USV-Cheftrainer begrüßt. "Es ist immer gut für Frauenfußballmannschaften, mit Lizenzvereinen zusammenzuarbeiten. Das gibt uns die Chance, noch mehr herauszuholen und auch finanziell in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Ich bin ein Freund davon", betonte Heck.

Christopher Heck
USV-Cheftrainer Christopher Heck blickt zuversichtlich auf die anstehenden Aufgaben im Abstiegskampf. Bildrechte: imago images / VIADATA

Hecks Wiedersehen mit der Vergangenheit

Zunächst aber soll am Sonntag (16. Februar, 14 Uhr) gegen den 1. FCC Frankfurt wenn möglich eine sportliche Überraschung gelingen. Die Frankfurterinnen belegen aktuell mit 18 Punkten Platz sechs der Tabelle. Für Christopher Heck sind sie keine Unbekannten, schließlich war er zwischen 2011 und 2018 unter anderem als Nachwuchstrainer und Sportlehrer für die Hessen unterwegs.

"Ich kenne den Verein aufgrund meiner Vergangenheit natürlich gut. Sie haben eine spielstarke Mannschaft, einen guten Mix aus Jung und Alt gefunden, dennoch sind wir nicht chancenlos. Im Hinspiel haben wir phasenweise vielleicht noch ein bisschen blauäugig agiert, das wollen wir nun vermeiden", unterstrich Heck. Mitte September führte Jena zwischenzeitlich bereits mit 2:0, um nach der Pause den Faden und das Spiel mit 2:4 zu verlieren.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Thüringenjournal | 16. Februar 2020 | 19:00 Uhr

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