Fußball | 1. Bundesliga RB Leipzig in Mainz: "Lagerfeuer" vs. "brutale Maloche"

27. Spieltag

Am zweiten Geisterspieltag kommt es in Mainz zu einem Duell der Gegensätze – nicht nur was die Tabellenplätze betrifft. An ein erneutes 8:0 will RB-Trainer Nagelsmann nicht denken, er gibt aber eine Garantie ab.

Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz 1 min
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Wenn der Vierte von oben (RB Leipzig) gegen den Vierten von unten (Mainz) spielt, ist die Favoritenrolle schnell vergeben. Erst recht, wenn das Hinspiel ein wahres und vor allem einseitiges Schützenfest war. Doch das vergangene Wochenende hat gezeigt, dass einem weder die Favoritenrolle, noch viele erarbeitete Chancen drei Punkte garantieren.

RB-Trainer Julian Nagelsmann hatte das 1:1 gegen Freiburg trotzdem gelassen genommen. Auch zwei Tage vor der Partie in Mainz blieb er entspannt und sehr zuversichtlich: "Ich lege mich fest: Wenn wir gegen Mainz eine ähnliche Anzahl von Torchancen haben, werden wir garantiert gewinnen."

Mannschaft von RB Leipzig beim Schlussjubel
Egal ob Sieg oder Niederlage: Solche Bilder gibt es am Sonntagnicht zu sehen. Bildrechte: Picture Point

Erinnerungen …

Auf das spektakuläre 8:0 vom November letzten Jahres ist er bei seinen Schützlingen nicht weiter eingegangen. Solch ein Spiel sei sowieso nicht reproduzierbar. "Den Spielern ist bewusst, dass das Mainz wieder gutmachen will." Nagelsmann erinnerte lieber an die Situation vor dem Hinspiel. Da sei man auch mit einem schlechten Ergebnis (1:2-Niederlage) aus Freiburg gekommen. "Danach haben wir eine sehr wichtige Serie gestartet. Und das versuchen wir jetzt erneut." 22 von 24 Punkten wurden in der Serie übrigens geholt.

TorschüŸtze Timo Werner (11, RB Leipzig).
Timo Werner machte im November drei Tore gegen Mainz Bildrechte: Picture Point

Wer ist Kerze, wer Lagerfeuer?

Der Weg zu einer solch beeindruckenden Bilanz führt allerdings über den FSV Mainz, der inzwischen vom ehemaligen RB-Coach Achim Beierlorzer trainiert wird. Der 52-Jährige hatte von 2014 bis 2017 für die Leipziger gearbeitet. Als Erfolgsrezept gegen seinen Ex-Klub nannte er "Balance, Mut, viel Selbstvertrauen, aber ganz besonders eins: brutale Maloche." Wichtig sei, enge Abstände zu halten und Zweikämpfe zu gewinnen, um das RB-Spiel zu unterbinden.

Das wird aber äußerst schwierig, glaubt man dem Gefühl seines Gegenübers. "Wenn man eine Kerze und ein Lagerfeuer nimmt, ist beides erst mal das Gleiche. Beides ist Feuer", erklärte es Julian Nagelsmann am Freitag mit einer interessanten Metapher: "Doch bei Gegenwind fängt das eine an zu lodern, und das andere geht aus." Gegen Freiburg habe man gesehen, "dass wir eher ein Lagerfeuer sind".

Keine Änderung der Kette

Unangezündete Fackeln, um halbwegs im Bild zu bleiben, sind allerdings die beiden Innenverteidiger Willi Orban und Ibrahima Konaté. Letzterer hat laut Nagelsmann eine leichte Zerrung im Hüftbeuger. Willi Orban wiederum habe zwar gut trainiert, erklärte der Trainer, sei aber noch nichts für die Startelf: "Er war Ewigkeiten weg. Dazu haben wir gerade keine Veranlassung, etwas in der Abwehrkette zu ändern. Weil sie stabil ist."

Tor für Leipzig, Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) und Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) jubeln nach dem Treffer zum 5:0
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Vor der Kette allerdings deutet sich eine Veränderung an. "Marcel Sabitzer ist wieder eine Option für die Startelf" sagte Nagelsmann, der Sabitzers Kurzeinsatz gegen Freiburg lobte. "Ich gehe davon aus, dass er beginnen wird. Er ist grundsätzlich ein Spieler, auf den ich nicht so gern verzichte." Gute Chancen auf einen Einsatz von Beginn an hat auch Yussuf Poulsen, der vor seinem 250. Pflichtspiel für RB Leipzig steht. Im Profifußball könne man auf solche Jubiläen leider keine Rücksicht nehmen, betonte Nagelsmann. Poulsen hätte gegen Freiburg noch ein zweites Tor machen müssen. Er selbst achte aber immer auf die Gesamtsituation eines Spielers. Und bei Poulsen seien Rhythmus und Selbstvertrauen zuletzt nicht sehr groß gewesen. Julian Nagelsmann ist also auch bei dieser Personalie sehr entspannt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. Mai 2020 | 16:00 Uhr

4 Kommentare

Voice vor 17 Wochen

Fast richtig getippt, Jochen! ;-)
Und schon sind wir wieder oben dran. Mittwoch gg die Hertha sollte auch ein Sieg gelingen, damit das so bleibt.

Beste Grüße aus der Messestadt!!

jochen vor 18 Wochen

Abwarten,, unsere roten Bullen müssen gewinnen, ohne wenn und aber, 8 Tore werden es aber nimmer, bei einem Sieg koennte man des Restprogramm locker angehen
Mein Tipp RB gewinnt 5 zu1
Auf geht's einmal Leipzig immer Leipzig

Quentin aus Mondragies vor 18 Wochen

Union scheint nicht mit den Geisterspielen klar zu kommen. Da fehlt klar der 13. Mann. Mainz und RB wird dies egal sein. Erwarte taktisch geprägtes Spiel mit knappen Ausgang.

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