Fußball | Bundesliga Zwei geniale Momente bringen RB Leipzig drei Punkte in Stuttgart

22. Spieltag

Zwei geniale Momente nach der Pause haben RB Leipzig gereicht, um Abstiegskandidat VfB Stuttgart beim 3:1 (1:1)-Erfolg in die Schranken zu weisen und erstmals in der Bundesliga-Historie des Klubs den dritten Auswärtssieg in Serie zu feiern. Bis dahin war es vor 46.072 Zuschauern ein ganz hartes Stück Arbeit. Marcel Sabitzers Traumfreistoß stellte in Halbzeit zwei die Weichen auf Sieg. Allerdings ereilte die Gäste nach Abpfiff auch eine neuerliche Verletzungsnachricht von Emil Forsberg.

von Maximilian Hendel und Marcus Teichmann (Stuttgart)

Tor für Leipzig zum 1:2. Im Bild: Jubeltraube um Torschütze Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig).
Große Erleichterung in Blau-Gelb. Torschütze Marcel Sabitzer inmitten seiner Mitspieler. Bildrechte: Picture Point

Forsberg zurück in der Startelf

Setzte Ralf Rangnick jüngst gegen Frankfurt auf eine Dreierkette in der letzten Reihe, ließ er seine Mannschaft in Stuttgart wieder im 4-4-2 mit zwei Sechsern vor der Viererkette sowie zwei offensiven Mittelfeld-Außen hinter dem Angriffsduo Timo Werner und Yussuf Poulsen auflaufen. Erstmals seit über vier Monaten stand dabei Emil Forsberg, der lange Zeit an hartnäckigen Leistenproblemen litt, wieder in der Startelf. In der Zentrale kehrte Tyler Adams zurück an die Seite von Diego Demme. Konrad Laimer legte eine Zwangspause ein (5. Gelbe), Stefan Ilsanker saß zunächst auf der Bank. Zudem hatte Ibrahima Konaté seine Gelbsperre abgesessen, für ihn musste Nordi Mukiele aus der Innenverteidigung weichen.

Tor für Leipzig zum 1:3. Im Bild: Torschütze Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig).
Perfekter Start - Yussuf Poulsen brachte die Leipziger früh in Führung. Bildrechte: Picture Point

Zuber kontert Poulsen vom Elfmeterpunkt

Es war abzusehen, dass die Gäste auf eine aggressiv zu Werke gehende VfB-Elf treffen würden. Da passte es aus Leipziger Sicht perfekt, dass sich Werner gleich über halblinks an die Grundlinie vorkämpfte, einen scharfen Querpass nach innen spielte, wo Marc-Oliver Kempf von seinem Keeper Ron-Robert Zieler den Ball ans Schienbein bekam und Poulsen dadurch aus Nahdistanz der kaltschnäuzige Nutznießer wurde (6.). Das saß. RB kombinierte durchaus gefällig und bestimmte souverän, ehe sich die Gastgeber ins Spiel zurückbrachten. VfB-Kapitän Gomez köpfte die Flanke des ehemaligen Dresdners Alexander Esswein im Luftduell an die Hand seines Leipziger Amtskollegen Willi Orban - nach kurzer Versicherung in der Review-Area entschied Schiedsrichter Felix Zwayer auf Elfmeter. Steven Zuber verwandelte diesen flach, scharf und sicher im linken Eck (16.).

Nach Werners umgehender guter Chance aus spitzem Winkel (19.) fiel RBL zunehmend weniger ein, um die tiefstehenden Stuttgarter auszuhebeln. Weinzierls Team war zurück im Geschehen und brachte darüber hinaus mit der giftigen Herangehensweise das Publikum hinter sich. Jede Grätsche wurde berauscht gefeiert - RB hatte es mit leidenschaftlichen Existenzkämpfern zu tun. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff wurde es noch einmal richtig eng. Ozan Kabak verlängerte einen Freistoß von Gonzalo Castro per Kopf in Richtung rechtes oberes Eck, doch Marcel Sabitzer verhinderte mit perfektem Kopfball-Timing womöglich Schlimmeres (45.+2).

Im Bild: Emil Forsberg (10, RB Leipzig) vor Gonzalo Castro (8, Stuttgart)
Emil Forsberg war zurück - zum ersten Mal seit 132 Tagen stand der Schwede in Ralf Rangnicks Startelf. Bildrechte: Picture Point

Sabitzer, Adams und Poulsen machen den Unterschied

Unmittelbar nach Wiederanpfiff setzte Forsberg ein erstes kleines Ausrufezeichen - Zieler war beim Linksschuss des Schweden aus 18 Metern aber pünktlich in seinem rechten Eck. Nichtsdestotrotz blieben dauerhaft konsequente Angriffszüge der Gäste rar gesät. Beinah wären sie sogar in Rückstand geraten, durften sich aber bei ihrem Keeper Peter Gulacsi bedanken, dass er den Außenrist-Volley von Santiago Ascacibar mit einem Glanzreflex abwehrte (64.).

Es brauchte anscheinend diesen Weckruf, um die Partie in der Folge an sich zu reißen - und zwei geniale Momente. Den ersten vollbrachte Marcel Sabitzer, der einen direkten Freistoß aus knapp 20 Metern unhaltbar ins linke Dreiangel zirkelte (68.). Kurz darauf zog Tyler Adams das Tempo an, schüttelte seine Gegenspieler ab, spielte einen perfekten Pass in jenen freien Raum, den Poulsen nutzte und anschließend ganz cool flach rechts zu seinem insgesamt zwölften Saisontor einschob (74.). Die Stuttgarter waren nicht nur geschockt, sondern geschlagen.

Forsberg mit "leichter Innenbandblessur"

Eine negative Nachricht ereilte die Leipziger im Nachgang der Partie noch. Forsberg, der nach knapp einer Stunde ausgewechselt werden musste, trug eine Knieverletzung davon. "Er hat eine leichte Innenbandblessur. Ich hoffe nicht, dass es etwas Schlimmeres ist. Er wird morgen, übermorgen behandelt", informierte Cheftrainer Rangnick vor der Rückreise in die Messestadt.

Trainer Ralf Rangnick (RB Leipzig)
Nach dem 2:0-Hinspielsieg gewann RBL auch das Rückspiel gegen Ralf Rangnicks ehemaligen Arbeitgeber. Bildrechte: Picture Point

Das sagten die Trainer

Ralf Rangnick (Leipzig): "Mit Ausnahme der ersten fünf Minuten war es eine richtig schlechte erste Halbzeit. Einige dachten scheinbar, das wird heute ein Selbstläufer. In der zweiten Halbzeit haben wir die Grundordnung geändert und mehr zweite Bälle erobert. Das war ein anderes Gesicht. Ich bin froh über den Sieg. Es war keine Glanzleistung, aber wichtige drei Punkte." 

Markus Weinzierl (Stuttgart): "Von der fünften bis 68. Minute haben wir gut gespielt. Nach dem frühen Rückstand sind wir gut zurückgekommen und haben verdient den Ausgleich gemacht. Vor dem erneuten Rückstand hatten wir selbst zwei große Chancen zur Führung. Der Freistoß zum 1:2 war äußerst fragwürdig. Mit dem 1:3 war die Partie entschieden. Wir waren aber über weite Phasen ebenbürtig." 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 19:57 Uhr

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32 Kommentare

18.02.2019 19:26 Bernd 32

@30 es gibt da schon Schiris die da drauf kämen. Und ja er war an nem Skandal beteiligt oder besser dem Skandal und man könnte ja sagen 'jeder hat eine zweite Chance verdient# aber in den Spielen wo er RBL pfeift kann ich nicht erkennen, dass er diese nutzen möchte.

18.02.2019 13:24 jochen 31

Ein Super WE für die Fans der Spitzenteams im Sendegebiet des MDR,allen voran unsere Roten Bullen aus Leipzig,Glückwunsch auch nach Magdeburg und ins Erzgebirge-toll gemacht! Nicht ganz geklappt hats bei der Biene Maja Elf,da muß halt noch geübt werden,aber ich denke mit den Usern Wisky67,Pombär und den Reisenden,die alle samt eine hohe fachliche Fußball Kompetenz besitzen,wird das schon noch!
@zwigger das Gazprom Projekt hat immerhin 1 Punkt erkämpft,also freue Dich und motze hier nicht rum!
Mit sportlichen Grüßen aus der Messestadt!

18.02.2019 12:36 zwigger 30

Schade das es mit der Überraschung nicht geklappt hat. Verdienter Sieg für das Projekt aus Fuschl Nord
Das ewige Geschimpfe auf den Schieri ist nur noch nervig. Macht doch mal ne Liste über die Schiedsrichter die Euch genehm sind, die DFL erfüllt sie Euch mit Sicherheit
@29
Ihr habt die BL auf dem Silbertablett geschenkt bekommen. Etwas Demut und viel weniger Arroganz würde Euch und vor allen Dir gut stehen, so steigert Ihr Eure Beliebtheit mit Sicherheit nicht und ihr bleibt der ungeliebte Emporkömmling

17.02.2019 17:19 w.a. 29

Himmelblauer, über deinen Insolvenzverein hat der MDR ja nun wahrlich genug berichtet. Hier geht es aber um Fussball der 1. Bundesliga, wo deine Insolvenztruppe niemals spielen wird. Morgen gibt es für dich einen Livestream vom MDR; da kannst du Fussball sehen was deinen Niveau bestimmt entspricht. Wir Leipziger sind aber besseres gewohnt und möchten das nie mehr missen. Übrigens blau/gelb sind die Farben unserer Stadt Leipzig wo dieser Club zu Hause ist und uns so tollen Fußball zeigt. Nur keinen Neid.

17.02.2019 16:23 Rennsteiger 28

@26 Himmelblauer Unweit meines Platzes sitzen RB- Fans aus der Nähe von Chemnitz. Wir sind uns einig, dass RBL - wenn auch nicht gottlob ausschließlich - unsere Stadt repräsentiert. Warum also deine Macke gegen das Auswärtstrikot der Rasenballer? Was du als " Provision" ( Fremdwörter sind Glückssache) empfindest. ist eigentlich Wurscht. Ich teile dennoch himmelblaue Träume für den FCC.

17.02.2019 15:52 Leonard 27

Nr. 26 sollte öfters MDR schauen. Dann weiß er, dass auch viel über die 3. Liga berichtet wird. Blau Gelb sind die Farben von Leipzig. Also bitte nicht solchen Schwachsinn erzählen.

17.02.2019 13:42 Himmelblauer 26

Ich verstehe den Hype nicht den der MDR um die Dosenkicker macht. Klar. Sie spielen Bundesliga weil sie Kohle haben. Aber bitte nicht vergessen das es so ganz nebenbei auch andere Vereine in Mitteldeutschland gibt lieber MDR. Anmerken möchte ich auch noch, das ich es als Provision empfinde das RB in Blau und Gelb aufs Spielfeld tritt. Aber dafür sind sie ja bekannt.

17.02.2019 11:18 R17 25

@10 D.o.M.— zumindest ist es schon traurig, kein junger Mann aus Ostdeutschland. Ich kann auch nicht glauben, das kein junger Spieler aus unserer Umgebung in der Lage ist Bundesliga zuspielen!

17.02.2019 09:49 jochen 24

Grandios,diese Leipziger Jungs in Ihren schicken blau/gelben Trikots.Ein Spiel vs. eine leidenschaftlich,kämpfende ,teils mit unfairen Mitteln, Mannschaft!Dazu von einen SR. geleitet,der seiner Aufgabe nicht gewachsen war!Vor ca.1500 mitgereisten begeisterten RB FANS letzlich ein verdienter Sieg mit einen überragenden Sabi! Super -41 Punkte Cl Kurs-sage und schreibe 18 Punkte vor den Gaswerkern
Allen noch einen schönen Sonntag aus der Neckarstadt Stuttgart
Auf Geht's Leipziger Jungs!

17.02.2019 09:22 Checker 23

Drei Pukte und weiter gehts. Was ganz wichtig ist, so entzieht man dem Intelligenten vom Polizeiverein und seinem Gefolge aus Liga 3, 4 und 5 die Argumente um zu stänkern. Der Nr. 16 M gebe ich noch einen Tip: Heute 13.30 Uhr spielt am Südfriedhof ein Traditionsverein mit „Leipzigern“ gegen Dynamo Fürstenwalde. Herrliches Wetter, also nicht verpassen!

Ansetzungen und Tabelle