Fußball | 2. Bundesliga Aue-Präsident Leonhardt: "Testroet abzugeben war aus jetziger Sicht ein Fehler"

Aues Präsident Helge Leonhardt ist bekannt für klare, markante Worte. Die Fehlbesetzung mit Trainer Aleksey Shpileuski nahm er schon auf seine Kappe. Jetzt räumte er auch ein, dass die Zustimmung zum Wechsel von Pascal Testroet ein Fehler gewesen sei.

Erzgebirge Aue: Helge Leonhardt und Pascal Testroet
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Am Sonnabend (15. Januar) wird es ernst für den FC Erzgebirge Aue. Mit der Reise zum Spitzenreiter FC St. Pauli beginnt die Mission Klassenerhalt. Die 0:5-Testspielpleite bei Dynamo Dresden sollte hoffentlich verarbeitet sein, das Trainer-Duo Pavel Dotchev und Marc Hensel daraus die richtigen Lehren gezogen haben. Das erwartet zumindest Helge Leonhardt, Präsident der "Veilchen". Bekannt für ehrliche Worte, sprach der 63-Jährige im Interview mit dem "Wochenendspiegel" Klartext. Er erwartet von der Mannschaft in Hamburg, dass sie "mit Mut, Kollektivität, eisernem Willen und höchster Mentalität auf den Platz geht".

"Die Wunde wird offen bleiben und bluten"

Ein Blick zurück tut immer noch weh. Und zwar wenn es um Trainer Aleksey Shpileuski geht. Dass die Verpflichtung ein Fehler war, gestand der Aue-Boss schon ein. Aber auch der Abgang von Pascal Testroet nach Sandhausen schmerzt ihn noch immer. "Hauptgrund ist, dass es nicht gelang, adäquaten Ersatz zu finden, der ins Spielsystem des damaligen Trainers passte. Die Verpflichtungen von Antonio Mance und anderen, die auf Shpileuskis Wunschliste standen, konnten in keinster Weise überzeugen“, sagte der Aue-Boss.

Aus jetziger Sicht sei es ein Fehler gewesen, "Paco" ziehen zu lassen, denn er war "sportlich fit und strahlte auf dem Platz immer Gefahr aus". Zudem hatte der Mittelstürmer einen hohen Stellenwert bei den Fans. Es sei kaum möglich, diesen Fehler auszumerzen, bekannte Leonhardt: “Solange das der Fall ist, wie jetzt bei Testroet, wird die Wunde offen bleiben und bluten, bis jemand da ist, der diesem Anspruch annähernd gerecht wird.“

"Veilchen" schaffen den Klassenerhalt

Bezüglich des Klassenerhalts der Auer ist Leonhardt optimistisch, dass dieser gelingt. Das sage ihm einfach seine Erfahrung, die er in den sieben Jahren seiner Regentschaft als Präsident gesammelt habe. Aue musste schon immer schwerste Situationen meistern und habe diese auch gemeistert: "Ich vertraue hier auf hohe Eigenverantwortung und Kollektivität."

jmd

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Chris Löwe, Dynamo Dresden, spricht während Pressekonferenz.
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Fr 21.01.2022 20:21Uhr 00:28 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-chris-loewe-dynamo-dresden-neuer-vertrag-100.html

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Marc Hensel - Trainer Erzgebirge Aue
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 13. Januar 2022 | 19:00 Uhr

15 Kommentare

normaler Zeitgenosse vor 7 Tagen

So isses BSG,Entscheidungen blind und das Aus.-oder Gleichschalten jeglicher Kontrollorgane im Verein führen immer in die Katastrophe und aus dieser heraus ... ist dann die Fortsetzung ,d.h.sportlich/wirtschaftlich ein Fiasko für den Fußball in Aue.

......eine ganz ganz kleine Chance ....Herz sagt ja...(Fussball) Verstand sagt????



Elbeufer vor 1 Wochen

Es wäre traurig wenn Aue absteigen würde--aber man sollte mal über Euern selbst ernannten " Fußballgott " nach denken--wenn andere einen Pup lassen dann fliegen sie --und er ist unantastbar ???

BSG der Echte vor 1 Wochen

Die Entscheider müssen auch nicht auf die Fans hören. Dazu haben die zu wenig Einblick. Aber dann darf man als Fan, und, wie bei mir, zahlendem Mitglied, aber erwarten, das Entscheidungen mit nötiger Sorgfalt zum Wohle des Vereins getroffen werden. Und nicht, wie hier geschehen, völlig blind, welche zur Vollkatastrophe führen (werden).